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Mit Kindern über den Tod sprechen – eine gemeinsame Sprache auch ohne Glauben

Szabó Erzsébet4 Min. Lesezeit
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Mit Kindern über den Tod sprechen – eine gemeinsame Sprache auch ohne Glauben — Familie
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Solche Momente überraschen die meisten Eltern – mir sind bei den Fragen meiner vorpubertären Tochter schon mehrmals die Beine wie Wurzeln in den Boden gewachsen. Nicht, weil ich nicht antworten möchte, sondern weil ich keine Ahnung habe, wie viel sie über das Thema weiß, welche Ängste sie hat oder welchen Glauben sie in sich entwickelt hat. Wenn wir selbst nicht genau wissen, was wir glauben und vor allem nicht, wie wir kindgerecht und angstfrei darüber sprechen können, dann können spannende Gespräche entstehen.

Die elterliche Kommunikation wird auch dadurch erschwert, dass unsere Gesellschaft den Tod ebenso tabuisiert hat wie die Geburt. Diese Themen wurden aus dem Alltag verdrängt, als gäbe es sie nur, wenn man sich wirklich damit beschäftigen muss. Zum Glück sind da aber die Kinder, die anders ticken und uns genau diese Themen direkt ins Gesicht drücken, über die wir sonst ungern sprechen.

Glaube hilft auf mehreren Ebenen

Religiöse Eltern haben es hier vielleicht leichter, denn ihr eigener Glaubensrahmen gibt ihnen Halt. Sie geben ihren Kindern weiter, woran sie selbst glauben – und das ist auch gut so. Am wichtigsten ist, ehrlich zu sein und die eigene Überzeugung authentisch zu vermitteln – denn das spüren auch die Kleinsten. Ihre Welt ist noch voller Fragen, deshalb ist es besonders wichtig, dass das, was wir sagen, von Herzen kommt.

Aber wie ist es, wenn jemand nicht religiös ist oder nicht daran glaubt, dass wir nach dem Tod in irgendeiner Form weiterleben? Was ist mit denen, die nicht genau definieren können, woran sie glauben, aber trotzdem eine tiefe Grundvertrauen ins Leben haben?

Ich zum Beispiel habe das Gefühl, dass es eine „Art ordnendes Prinzip“ gibt, ein größeres Wohl, zu dem wir gehören, und das hilft mir auch, schwierige Zeiten zu überstehen.

Das würde ich nicht als konkreten Glauben bezeichnen, sondern eher als eine innere Haltung, eine Sichtweise. Als meine Tochter mich zum Tod fragte, sagte ich ihr: Ich glaube, das Leben endet nicht vollständig, sondern geht in einer leichteren Form weiter. Wir treffen die Menschen wieder, von denen wir Abschied genommen haben, und leben eine neue, freiere Existenz, bis wir bereit sind, in irgendeiner Form irgendwo neu geboren zu werden. Ich habe das nicht gesagt, weil es schön klingt – sondern weil ich daran glaube.

Mit Kindern über den Tod sprechen

Auch ohne Glauben kannst du etwas Wichtiges sagen

Viele Eltern können sich auch mit keiner Weltanschauung identifizieren. Sie glauben nicht an ein Jenseits, keine Wiedergeburt oder göttlichen Plan – und das ist völlig in Ordnung. Über den Tod kann man auch dann ehrlich und beruhigend mit Kindern sprechen, wenn man keine religiösen oder spirituellen Vorstellungen teilt.

Dann kann der Gedanke helfen: „Wir kehren dorthin zurück, woher wir gekommen sind.“ Das ist zugleich mystisch und logisch – und beruhigt Kinder.

Wenn sie dann fragen, „Wo ist denn dieses ‚Dort‘?“, kann man zurückfragen: „Erinnerst du dich, wie es war, bevor du geboren wurdest?“ Die meisten Kinder tun das nicht (aber sei vorbereitet, denn hier kann es Überraschungen geben). Das ist ein guter Ausgangspunkt für das Gespräch. Wenn wir uns nicht daran erinnern, wie es vor der Geburt war, und das in Ordnung war, dann wird wahrscheinlich auch der Zustand nach dem Tod in Ordnung sein.

Diese Sichtweise hilft zu akzeptieren, dass das Leben vergänglich, aber nicht beängstigend ist. Wie die Psychologin Dr. Laura Markham schreibt: Kinder suchen nicht unbedingt die „endgültige Antwort“, sondern Sicherheit. Sie wollen keine wissenschaftliche Erklärung, sondern spüren, dass alles gut wird. Dafür muss man nicht an Himmel oder Reinkarnation glauben – es reicht, wenn wir selbst mit unserer Vorstellung im Frieden sind.

Es gibt keine falsche Antwort, wenn sie ehrlich ist

Kinder erwarten nicht von uns, dass wir die „Wahrheit“ verkünden. Sie wollen wissen, was wir denken und fühlen. Unsere Gefühle sind nicht immer fertige Antworten, aber darin liegt auch etwas Wundervolles. Sie lernen, dass die Welt vielfältig ist und dass es gut ist, jemanden zu haben, dem sie ihre Fragen stellen können. So wird das Gespräch über den Tod nicht beängstigend, sondern menschlich – mit Trauer, aber auch mit tröstender Liebe.

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