Was wäre, wenn du an ein paar gezielten Stellen deiner Fußsohle drücken könntest, um Kopfschmerzen zu lindern, Verspannungen zu lösen oder einfach tief durchzuatmen? Genau das ist der Kern der Reflexzonenmassage.
Das Schöne daran: Sie ist keine geheimnisvolle Kunst, die man jahrelang studieren muss. Sie ist greifbar, leicht verständlich und leicht erlernbar. Praktisch jeder kann damit sich selbst oder seinen Liebsten etwas Gutes tun.
In diesem Leitfaden gehen wir Zone für Zone durch deine Füße – von der Wirbelsäule bis zum Beckenboden. So findest du dich auf deiner eigenen Fußsohle zurecht, als hättest du eine kleine Landkarte deines Körpers vor dir.
Die Zone der Wirbelsäule
Mit dieser Zone beginnen wir immer, denn wenn wir sie harmonisieren, wirkt das positiv und entspannend auf den gesamten Organismus.
Die Reflexzonenlinie verläuft an der Innenseite der Füße. Sie beginnt am Ansatz der großen Zehe, folgt dem knöchernen Verlauf unterhalb des Knöchels und endet schließlich an der Ferse. Fahre diese Linie ein paar Mal langsam hin und her ab.
Die Zone des Kopfes
An den Zehen ordnen sich die wichtigen Punkte des Kopfes an.
Stirn- und Nasennebenhöhlen stimulierst du an den Spitzen der zweiten bis vierten Zehe, die Hypophyse an der Kuppe der großen Zehe. Die Augen liegen auf der zweiten und dritten, die Ohren auf der vierten und fünften Zehe. Mund, Nase und Rachen werden am oberen Teil der großen Zehe, unterhalb des Nagels, massiert.
Bei Schnupfen, Heiserkeit oder Halsschmerzen lohnt es sich, diesen Bereich zu behandeln. Über die Augenzonen kannst du bei Kurz- und Weitsichtigkeit unterstützen, und durch die Aktivierung der Hypophyse lassen sich hormonelle Ungleichgewichte begleiten. Bei jeder Art von Kopfschmerz solltest du die Punkte dieser Zone durchmassieren.
Die Zone von Schultergürtel und Nacken
Der Schultergürtel liegt entlang der Linie der Grundgelenke der Zehen – auf der Sohle und auf dem Fußrücken.
Beginne bei der kleinen Zehe und arbeite dich entlang dieser Linie bis zur großen Zehe vor, abwechselnd auf der Sohlen- und der Fußrückenseite. Den Nacken erreichst du an der Außenseite der großen Zehe, am Grundgelenk, wenn du dich in Richtung der zweiten Zehe bewegst.
Bei Nacken- oder Schulterverspannungen und bei Kopfschmerzen hilft die Behandlung dieser Bereiche spürbar.
Die Zonen von Armen und Knien
Die Zone des Schultergelenks liegt am Grundgelenk der kleinen Zehe. Der Oberarm folgt der äußeren Fußkante, danach schließt sich am Würfelbein die Zone des Ellenbogengelenks an. Von dort nach innen, bis zum Zusammentreffen des zweiten und dritten Mittelfußknochens, reicht die Zone des Unterarms.
Hinter der typischen, knöchernen Erhebung an der äußeren Fußkante liegt die Zone des Knies. Ihre Massage kann bei Knieschmerzen oder eingeschränkter Beweglichkeit unterstützen.
Die Zone der oberen Lymphbahnen
Wenn du die Hautfalten zwischen den Zehen massierst, förderst du die Ausscheidung von Schlackenstoffen aus den oberen Lymphbahnen und kannst dein Immunsystem aktivieren.
Das sind sehr empfindliche Stellen: Forme mit Daumen und Zeigefinger eine kleine Zange und zerreibe die Haut ganz sanft.
Die Zonen der Atemwege
Auf dem Fußrücken, zwischen dem ersten und zweiten Mittelfußknochen, liegt die Reflexzone der Luftröhre. In den übrigen drei Zwischenräumen kannst du positiv auf die Bronchien einwirken.
Unterhalb der Schultergürtellinie, auf Höhe der dritten und vierten Zehe, erstreckt sich die Reflexzone der Lunge. Diese empfindlichen Bereiche dürfen nur sehr behutsam massiert werden.
Die Zone des Herzens
Am linken Fuß, unterhalb des Lungenreflexpunkts, auf Höhe der mittleren Zehe, massieren wir die Zone des Herzens sanft.
Für den Kreislauf wirkt es harmonisierend, wenn du die Rinnen zwischen den Mittelfußknochen mit dem Zangengriff leicht durchmassierst – vom Fußrücken beginnend und dann in Richtung der Zehen weiter.
Die Zone von Zwerchfell und Solarplexus
Das Zwerchfell befindet sich unterhalb des Quergewölbes der Sohle; etwa in der Mitte, auf Höhe der zweiten und dritten Zehe, liegt der Solarplexus.
Ihre gezielte Massage wirkt harmonisierend bei Stress und innerer Unruhe.
Die Zonen der Verdauungsorgane
Die Zone des Magens liegt an der Innenseite der Sohle, an der Basis des ersten Mittelfußknochens. Bei Problemen mit der Magensäure aktivieren wir diesen Bereich. Bei einem Magengeschwür darf jedoch keinesfalls eine aktivierende Massage angewendet werden, und auch bei einer Magenschleimhautentzündung ist es ratsam, eher beruhigend zu arbeiten.
Am rechten Fuß, auf der Außenseite im Bereich der Mittelfußknochen, liegt der Punkt der Leber – bei Müdigkeit oder in der Genesungsphase empfiehlt sich eine längere Aktivierung. Die Zonen des Dünndarms befinden sich oberhalb der Ferse auf der unteren, inneren Seite der Sohle, während der Dickdarm sie umrahmt. Sowohl bei Durchfall als auch bei Verstopfung aktivieren wir diesen Bereich.
Die Zonen der Ausscheidungsorgane
Die Nieren liegen in der Mitte des Fußgewölbes, etwa eine Querfingerbreite unterhalb des Solarplexus. Der Harnleiter lässt sich entlang der Fußsehne leicht ertasten. Auf dem kleinen Polster vor dem inneren Knöchel liegt die Harnblase.
Ein stechender Schmerz in der Nierenzone kann auf Nierensteine hindeuten – in diesem Fall wenden wir einen beruhigenden Griff an.
Die Zonen der endokrinen Drüsen
Die Zone der Schilddrüse liegt auf dem Ballen unterhalb der großen Zehe. Bei Unterfunktion aktivieren wir sie, bei Überfunktion massieren wir sie beruhigend. Unterhalb des Magenreflexpunkts befindet sich die Bauchspeicheldrüse.
Oberhalb der Nieren liegt in einem halbmondförmigen Bogen die Zone der Nebennieren – ihre Massage regt das Immunsystem an. Neben dem Nierenpunkt der linken Sohle findest du die Reflexzone der Milz.
Die Zonen der Beckenorgane und Lymphdrüsen
Unterhalb des äußeren Knöchels werden die Eierstöcke beziehungsweise die Hoden behandelt, unterhalb des inneren Knöchels die Gebärmutter sowie die Prostata. Bei Menstruationsschmerzen hilft eine beruhigende Massage dieser Zonen spürbar.
Die Lymphdrüsen des Beckens liegen entlang der Linie, die inneren und äußeren Knöchel über das Fußgewölbe verbindet, und ziehen sich auf der Rückseite des Beins etwa 20 cm (rund 8 Zoll) an der Sehne entlang nach oben.
Häufige Fragen zur Reflexzonenmassage
Womit sollte ich eine Reflexzonenmassage beginnen?
Beginne immer mit der Zone der Wirbelsäule an der Innenseite des Fußes. Ihre Harmonisierung wirkt entspannend auf den gesamten Organismus und bereitet den Körper auf die weitere Behandlung vor.
Kann ich Reflexzonenmassage bei mir selbst anwenden?
Ja. Die Reflexzonenmassage ist leicht verständlich und erlernbar, sodass praktisch jeder sich selbst oder seinen Familienmitgliedern damit etwas Gutes tun kann.
Bei welchen Beschwerden kann sie unterstützen?
Je nach Zone kann sie unter anderem bei Kopfschmerzen, Nacken- und Schulterverspannungen, Verdauungsproblemen, Stress und innerer Unruhe begleitend wirken. Empfindliche Bereiche solltest du dabei stets nur sehr behutsam massieren.
Gibt es Situationen, in denen ich vorsichtig sein sollte?
Ja. Bei einem Magengeschwür oder einer Magenschleimhautentzündung sollte keine aktivierende, sondern eher eine beruhigende Massage angewendet werden. Auch bei stechenden Schmerzen in der Nierenzone empfiehlt sich ein beruhigender Griff.











