Neben eingelegten Gurken gehört Rote Bete zu meinen absoluten Lieblings-Säuerlingen. Früher hat meine Oma sie immer für mich eingekocht und fast wöchentlich neue Gläser vorbeigebracht, weil wir sie in der Familie immer sofort aufgegessen haben (zum Glück lieben meine Kinder sie auch, was mich besonders freut, denn sie ist extra gesund). Irgendwann hatte ich genug davon, dass immer nur Oma den Job macht, und habe mich selbst gefragt: Was für eine Hausfrau bin ich, wenn ich nicht mal ein Glas Rote Bete alleine einlegen kann? Also habe ich im Internet recherchiert und Oma nach ihrem Rezept ausgefragt, bis ich meine eigene Version entwickelt hatte. Und dann habe ich mich gefragt, warum ich mir überhaupt so einen Kopf gemacht habe – so einfach ist kaum ein anderes eingelegtes Gemüse zuzubereiten.
Das Geheimnis des knackigen Eingelegten: frische Rote Bete

Zuerst brauchst du die schönsten, frischesten Roten Beten. Das klingt erstmal einfach, aber da ich meistens online bestelle, habe ich keinen direkten Einfluss auf die Frische der Produkte. Manchmal kamen schon etwas welkere Gemüse an, und gerade bei Roter Bete merkt man das deutlich. Wichtig ist also, reife, aber nicht überreife und nicht weiche Knollen auszuwählen. Koche sie mit Schale in einem großen Topf. Das dauert bei mir manchmal bis zu 45 Minuten – natürlich abhängig von der Sorte, die man leider nicht beeinflussen kann, außer man baut sie selbst an, was natürlich ein besonderer Bonus ist. Meiner Erfahrung nach braucht das Kochwasser kein Salz, denn ähnlich wie bei Kartoffeln in der Schale nimmt das Gemüse kaum Salz auf – so auch die Rote Bete.
Ist sie gar, kommt die Kochflüssigkeit dazu

Wenn die Rote Bete gar ist (du erkennst es daran, dass eine Gabel leicht hineingleitet, ohne hängen zu bleiben, aber die Knolle nicht zerfällt), spüle sie mit kaltem Wasser ab und lass sie abkühlen. Ich habe es mal eilig gehabt und gleich geschält – am nächsten Tag taten mir die Finger von der heißen Knolle ziemlich weh. Wenn du dir also etwas Gutes tun willst, lässt du die Rote Bete erst abkühlen und befreist sie dann von der Schale. Achtung: Die Farbe färbt sehr stark ab – nicht umsonst wird sie gern als natürliche Lebensmittelfarbe für Ostereier verwendet. Leg also am besten etwas unter, das dir nicht leid tut, bevor deine Arbeitsfläche oder dein neues Schneidebrett Schaden nimmt.
Ist das erledigt, schneide die Rote Bete in Würfel oder Scheiben – je nachdem, was dir besser gefällt. Für die typischen gewellten Scheiben aus dem Laden eignet sich ein Wellenschliffmesser, mit dem du ein besonders schönes eingelegtes Gemüse zaubern kannst. Währenddessen kannst du die Einlegeflüssigkeit vorbereiten: Vermische in einer Schüssel Wasser, Essig und Zucker. Manche kochen die Mischung, damit sich die Aromen besser verbinden und der Zucker sich leichter auflöst. Ich hatte es mal eilig und habe sie nicht aufgekocht – das Ergebnis war trotzdem perfekt. Der Geschmack sollte ähnlich wie bei Essiggurken sein, die du zum Mittagessen servierst. Wenn alles fertig ist, fülle die Rote Bete ordentlich in ein sauberes, sterilisiertes Einmachglas und gieße die Flüssigkeit darüber. Manche geben noch Zwiebelringe dazu, andere würzen mit Pfeffer, Knoblauch und Lorbeerblatt. Ich bleibe klassisch bei Kümmel, entweder ein paar ganze Körner oder gemahlen – beides löst sich gut auf und hinterlässt keinen störenden Geschmack.
Verschließen und Dunst

Wenn alles fertig und gut gewürzt ist, verschließe das Glas fest. Stelle es in einen trockenen Dunst. Falls du dich jetzt fragst, was „Dunst“ eigentlich ist – keine Sorge, der Name klingt komplizierter als es ist. Nachdem du das Glas gut verschlossen hast, drehst du es für 5–10 Minuten auf den Kopf. Das hilft, den Dunst und das Vakuum zu bilden. Wickel die Gläser dann in eine Decke und lass sie 1–2 Tage abkühlen. Das Einwickeln sorgt für langsames Abkühlen und die Bildung des Vakuums – das ist der Schlüssel für die Haltbarkeit und die knackige Rote Bete. Das ist keine alte Bauernregel oder Aberglaube, sondern eine temperaturkontrollierte, natürliche Konservierungstechnik, mit der dein eingelegtes Gemüse monatelang (an einem kühlen, lichtgeschützten Ort) hält.
Wenn du diese Tipps befolgst, bekommst du eine richtig knackige Rote Bete, die viel besser schmeckt als gekauft, dazu komplett ohne Konservierungsstoffe, natürlich und super lecker! Ich bin sicher, du hast sie im Handumdrehen fertig – zur großen Freude deiner Familie!











