Natürlich gibt es Wochen, in denen alles drunter und drüber geht. Ein dringendes Projekt kommt rein, das man nicht ablehnen kann. Meine Tochter wird krank, kann nicht in den Kindergarten, und ich halte Laptop in der einen, Fieberthermometer in der anderen Hand, versuche beiden Rollen gerecht zu werden und bin nirgendwo nur halb da. Oder es gibt einfach eine private Krise, die meine ganze Aufmerksamkeit und Energie fordert. Wenn dann Freitag Nachmittag kommt, bleibt oft nur noch Erschöpfung übrig.
Wenn ich kann, nutze ich das Wochenende, um wieder aufzutanken. Klar, Social Media ist voll mit Self-Care-Tipps, aber für mich haben sich diese hier am besten bewährt.
Ich räume auf

Es klingt vielleicht nicht besonders entspannend, aber für mich hat Aufräumen eine fast therapeutische Wirkung. Die Monotonie – besonders beim Staubsaugen oder Wäschefalten – hilft meinem Kopf abzuschalten. Außerdem gibt mir das Aufräumen ein Gefühl von Kontrolle: Wenn im Leben Chaos herrscht, kann ich wenigstens in meiner Wohnung Ordnung schaffen. Und das lindert schon die innere Unruhe.
Ich habe auch oft gemerkt, dass Unordnung um mich herum meine schlechte Stimmung verstärkt. Ist alles sauber und an seinem Platz, fühle ich mich sicher. Mein eigener kleiner Rückzugsort, wo alles so aussieht, wie ich es mag. Wenn dieses „saubere Fundament“ steht, kann ich mich mit anderen Mitteln besser erholen.
Natur

Wenn der Druck zu groß wird, versuche ich immer, raus in die Natur zu gehen. Man muss kein Wanderprofi sein – schon ein Spaziergang im Stadtpark tut richtig gut. Wenn möglich, fahre ich aber lieber etwas weiter raus: Normafa, Hármashatár-hegy oder die Donauknie sind auch an einem Nachmittag erreichbar und vermitteln dieses echte „Ich bin in der Wildnis“-Gefühl.
Wichtig ist nicht unbedingt die Bewegung, sondern die Ruhe. Das andere Zwitschern der Vögel ohne Autolärm. Die Möglichkeit, auf einem Baumstamm zu sitzen und einfach nur vor sich hinzuschauen. Vielleicht funktioniert das bei mir so gut, weil ich auf dem Land aufgewachsen bin, aber ich glaube fest daran, dass die Natur jedem hilft. Wenn du also das Gefühl hast, dass es zu laut ist – draußen oder in dir –, kann ich dir nur empfehlen, es auszuprobieren. Such dir den nächsten Wald, zieh bequeme Schuhe an, nimm eine Flasche Wasser mit und geh spazieren! Du wirst spüren, wie die Last, die du die ganze Woche getragen hast, von deinen Schultern fällt.
Sushi in der Badewanne

Okay, das ist meine kleine persönliche Eigenart. Für mich ist perfekte Selbstfürsorge ein heißes, duftendes Schaumbad, eine Serie im Hintergrund und dazu Sushi. Ich weiß, das ist nicht jedermanns Sache, aber für mich funktioniert es. Das Wasser beruhigt mich, und Sushi ist für mich zugleich Fest und Trost: das Essen, mit dem ich mir sage, dass ich es verdient habe – sei es, weil ich etwas geschafft habe oder einfach, weil ich die Woche überstanden habe.
Für mich ist das Sushi-in-der-Badewanne-Ritual eine kleine Zeremonie. Ein Zeichen an mich selbst, dass jetzt eine Stunde nur mir gehört. Für andere kann das etwas ganz anderes sein, aber jeder kann sich eine Umgebung, einen Duft, ein Essen oder eine Temperatur schaffen, in der er sich am wohlsten fühlt. Was auch immer das ist – mach dir daraus ein Ritual, eine Stunde, in der all deine Sinne maximal verwöhnt werden.
Diese Wochenendrituale lösen nicht alle Probleme, aber sie helfen, am Montag wieder frisch an den Start zu gehen. Und manchmal ist das das Mindeste, was wir für uns tun können.











