Eine Dinnerparty zu organisieren gehört zu meinen liebsten Wochenendbeschäftigungen. Da Kochen auch mein Hobby ist, plane ich das Menü oft schon Tage vorher, bereite einige Gerichte vor und neige manchmal dazu, zu großzügig zu portionieren. Ich versuche, alles im Voraus zu regeln, damit ich entspannt und organisiert bin, wenn die Gäste kommen.
Das Problem ist nur, dass ich das Ende der Party nie richtig handhabe: Der Nachtisch ist aufgegessen, es ist spät, ich bin müde, und in der Küche türmt sich das Geschirr. Die Gäste bleiben aber noch… und bleiben… und bleiben. Ich möchte nicht unhöflich sein, doch subtile Andeutungen oder ein Gähnen verpuffen oft wirkungslos. Also habe ich recherchiert, wie erfahrene Gastgeber das Ende einer Feier liebevoll ankündigen, ohne jemanden zu verletzen. Hier kommt, wie die Profis das machen!
Das raten die Profi-Gastgeber
Dan Pelosi, Autor von "Let’s Party", empfiehlt, einfach und freundlich zu sagen: „Das war ein toller Abend, aber langsam wird es Zeit für mich, schlafen zu gehen.“ Die meisten Gäste sind dann erleichtert und machen sich von selbst auf den Weg.
Alexis deBosch, Autorin von "Nights and Weekends", löst das mit Humor: Sie sagt zu ihrem Mann „Ich glaube, wir sollten sie schlafen lassen“ – was bedeutet, dass auch sie müde sind und der Abend zu Ende gehen sollte. Die Gäste lachen und gehen gut gelaunt nach Hause.
Jake Cohen, Autor von "Dinner Party Animal", zeigt es lieber durch Taten: Er beginnt, den Tisch abzuräumen oder Reste einzupacken. „Sobald jeder sein kleines Päckchen hat, gehen sie auch schon.“ sagt er.
Peter Som, Autor von "Family Style", setzt auf Stimmungswechsel: Er dreht die Musik leiser, macht das Licht an und gähnt leicht, bevor er sagt: „Das war ein wirklich schöner Abend, danke, dass ihr da wart!“ – damit weiß jeder, dass die Party vorbei ist.

Die bewährte Drei-Schritte-Methode – laut Beth Le Manach
Warte zuerst, bis ein Gespräch oder Lachen abebbt. Lehne dich dann leicht vor, lächle und sag: „Das war wirklich ein toller Abend, danke, dass ihr gekommen seid. Lasst uns das bald wiederholen!“ Das ist meist ein klares Signal.
Wenn du Kinder hast, beziehe sie mit ein. Zieh ihnen den Schlafanzug an und lass sie sich von den Gästen verabschieden. Jemand wird sicher sagen: „Oh, wir wollen euch nicht aufhalten, lasst sie schlafen gehen!“ – und so beginnt der Abschied.
Wenn nichts hilft, fang an aufzuräumen. Sammle ein paar Teller ein und bitte die Gäste, beim Rest zu helfen. Sobald sie in der Küche sind, kommen meist die ersten Gähner und Sätze wie „Wir sollten langsam los“. Dann sag einfach: „Danke, dass ihr da wart!“ – das ist das eindeutige Zeichen, dass der Abend offiziell vorbei ist.
Abschied gehört zur Gastfreundschaft
Viele Gastgeber tun sich schwer, das Ende der Party anzusagen, weil sie nicht wollen, dass sich Gäste verletzt oder unerwünscht fühlen. Dabei sind die meisten dankbar, wenn jemand liebevoll sagt, dass es Zeit wird zu gehen – denn auch sie sind müde, wollen aber die gute Stimmung nicht unterbrechen.
Ein freundlich gesagter Satz oder ein kleines Zeichen ist viel eleganter, als wenn jemand auffällig gähnt oder ständig auf die Uhr schaut. Abschiednehmen ist genauso Teil der Gastfreundschaft wie Essen oder Musik. Ein guter Gastgeber weiß, wann der richtige Moment zum Schlussmachen ist.
Wenn du ehrlich, freundlich und natürlich bleibst, wird sich niemand daran stören, dass das Programm endet. Viele Gäste schätzen es sogar, dass bei dir zu Hause immer eine ruhige, ausgeglichene Atmosphäre herrscht. Ein gut getimtes Danke, ein letztes Getränk oder ein mit einem Lächeln begleitetes „Wir machen beim nächsten Mal weiter“ sind der perfekte Abschluss. So gehen alle mit einem guten Gefühl nach Hause und du bewahrst die angenehme, herzliche Stimmung, die du den ganzen Abend geschaffen hast.











