Ein Tippfehler kann jedem passieren, doch in den folgenden Fällen führte er zu drastischen Ergebnissen.
Die Münze
Es gibt eine Münze mit geringem Nennwert, für die Sammler heute hohe Summen zahlen: Es handelt sich um einige tausend fehlerhaft geprägte Pesos. In Chile erschienen diese Münzen zwischen 2008 und 2009. Das Besondere: Im Wort „Chile“ wurde der Buchstabe L durch ein I ersetzt, sodass auf den Münzen „Chiie“ steht. Unglaublich, aber erst Ende 2009 bemerkte jemand, dass der eigene Landesname falsch geschrieben war, obwohl die fehlerhaften Münzen längst im Umlauf waren. Der Präsident der Münzprägeanstalt wurde für den Fehler sofort entlassen.
Fehlgeschlagene Mission
Die Mariner-1 war die erste NASA-Raumsonde, die zur Erforschung der Venus gestartet wurde. Doch aufgrund eines "Steuerfehlers" wich die Trägerrakete von ihrer Bahn ab und musste wenige Minuten nach dem Start zerstört werden. Der Fehler? Im Code der Rakete fehlte ein Bindestrich – ein Fehler, der 180 Millionen US-Dollar kostete.
Günstiger Flug
2006 verkaufte Alitalia, die italienische Nationalfluggesellschaft, versehentlich Business-Class-Tickets zwischen Toronto (Kanada) und Larnaca (Zypern) für 39 statt 3.900 US-Dollar. Als der Fehler bemerkt wurde, hatte sich die Nachricht wie ein Lauffeuer verbreitet und bereits 2.000 Passagiere hatten Tickets gekauft. Die Geschäftsleitung hatte keine Wahl und musste die Flüge zu diesem Spottpreis durchführen – inklusive Luxusservice. Die fehlenden Nullen kosteten Alitalia fast 8 Millionen US-Dollar.
Das teure Komma
1972 führte Amerika eine Steuerreform ein, die importierte Waren von der Steuer befreite. Darunter fielen auch tropische Obstbäume wie Zitronen-, Orangen- oder Bananenbäume. Doch durch ein falsch gesetztes Komma wurden nicht die Obstbäume, sondern die Früchte und Bäume steuerfrei gestellt. Alle importierten Früchte kamen somit zollfrei ins Land. Trotz Klagen gab das Gericht den Importeuren Recht, denn das Gesetz stand eindeutig so geschrieben. Das Gesetz musste geändert werden, und das falsche Komma kostete den Staat 38 Millionen US-Dollar.
Börsenpanne
Der teuerste Tippfehler ist mit der japanischen Mizuho Securities verbunden. 2005 wollte ein Börsenmakler Aktien des Unternehmens für 610.000 Yen pro Stück verkaufen, verkaufte aber versehentlich 610.000 Aktien zu je einem Yen. Der Verlust von Mizuho wird auf mindestens 225 Millionen US-Dollar geschätzt, manche sprechen sogar von 331 Millionen. Der Vorfall zeigte Schwächen der japanischen Börse auf, da der Fehler nicht schnell genug gelöscht werden konnte. Die Bank geriet in eine finanzielle Krise, klagte gegen die Börse in Tokio und gewann. Seitdem haben viele japanische Firmen ihre internen Systeme verschärft, um solche Fehler zu vermeiden.
Sexy Bibel
Im 17. Jahrhundert wurden nicht weniger als tausend Exemplare einer heute als „freche Bibel“ bekannten Ausgabe gedruckt. In diesem heiligen Buch fehlte im sechsten Gebot das Verbot „Du sollst nicht“, sodass dort stand: „Treib Unzucht!“. Heute ist diese Bibel sehr wertvoll und meist nur bei Sammlern zu finden.











