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Was Männer wirklich gewinnen, wenn sie weibliche Freunde haben

Schuster Borka4 Min. Lesezeit
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Was Männer wirklich gewinnen, wenn sie weibliche Freunde haben — Lebensstil
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Die meisten Freundschaften verlaufen erstaunlich gleichgeschlechtlich. Laut einer aktuellen Studie hat fast 89 Prozent aller Menschen eine beste Freundin oder einen besten Freund desselben Geschlechts – nur 11 Prozent vertrauen sich am meisten jemandem vom anderen Geschlecht an. Das klingt zunächst logisch: Gemeinsame Erfahrungen und ähnliche Lebenssituationen verbinden. Doch die Forschung zeigt, dass Männer mit weiblichen Freundschaften deutlich mehr gewinnen, als viele vermuten würden.

Diese Vorteile sind keine Kleinigkeit. Sie betreffen emotionale Gesundheit, Stressbewältigung und die Fähigkeit, echte Nähe zuzulassen – Bereiche, in denen viele Männer still kämpfen.

Endlich offen reden – ohne Maske

Einer der größten Unterschiede liegt in der emotionalen Offenheit. Männer teilen Probleme und Gefühle mit anderen Männern deutlich seltener – oft aus tief verwurzelten gesellschaftlichen Erwartungen: Stärke zeigen, Kontrolle behalten, keine Schwäche zeigen. Das sitzt tief.

Studien belegen jedoch, dass Männer in Gegenwart weiblicher Freunde deutlich häufiger über persönliche Schwierigkeiten, Gefühle und innere Konflikte sprechen – und das ganz von selbst.

Das ist keine Kleinigkeit. Wer Gefühle in Worte fassen kann, baut nachweislich Stress ab, löst Probleme klarer und stärkt seine mentale Gesundheit. Eine Freundschaft, in der das möglich ist, funktioniert wie ein psychologisches Sicherheitsnetz – und genau das fehlt vielen Männern im Alltag.

Kein Wettkampf, kein Beweis – einfach nur da sein

Ein weiterer entscheidender Vorteil: das Fehlen von Konkurrenz. Männliche Freundschaften sind häufig – oft unbewusst – von Rivalität durchzogen. Sport, Karriere, Status: Irgendwo wird immer verglichen. Das muss nicht toxisch sein, aber es erzeugt auf Dauer Druck.

Eine Studie aus dem Jahr 2022 zeigte, dass Männer im Umgang mit weiblichen Freunden deutlich weniger kompetitiv sind als mit männlichen.

Das Ergebnis? Ruhigere, unterstützendere Beziehungen, in denen man nichts beweisen muss. Weniger Vergleiche, mehr ehrliche Kommunikation, mehr Raum für das, was wirklich zählt. Solche Freundschaften sind nicht leistungsorientiert – sie sind verbindungsorientiert. Und genau das vermissen viele Männer, ohne es benennen zu können.

Emotionale Tiefe, die verändert

Forschungen zeigen, dass Männer ihre Freundschaften im Durchschnitt als emotional weniger nah empfinden als Frauen. Das bedeutet nicht, dass sie weniger Freunde haben – sondern dass diese Beziehungen anders funktionieren: oft über gemeinsame Aktivitäten, selten über tiefe Gespräche.

Weibliche Freundschaften sind häufig genau dort stark, wo männliche Freundschaften Lücken lassen: in emotionaler Unterstützung, Empathie und dem Lesen zwischen den Zeilen. Wenn ein Mann diese Art von Verbindung erlebt, erweitert das seinen eigenen emotionalen Horizont. Er lernt nicht nur, mehr Unterstützung anzunehmen – er wird auch selbst feinfühliger im Umgang mit anderen, in der Partnerschaft, in der Familie.

Interessanterweise hat das auch eine biologische Dimension. Forschende beobachten, dass Frauen auf Stress häufig mit dem sogenannten „Tend-and-Befriend"-Muster reagieren – also mit Fürsorge und sozialem Zusammenhalt – während Männer eher zu „Kampf oder Flucht" neigen. Eine enge Freundschaft mit einer Frau kann Männern dieses alternative Muster näherbringen: teilen statt kämpfen, gemeinsam verarbeiten statt alleine tragen.

Diese Freundschaften entstehen nicht von selbst

All das bedeutet nicht, dass solche Freundschaften einfach entstehen. Gesellschaftliche Normen, Eifersucht in Partnerschaften oder die Angst vor Missverständnissen stehen oft im Weg. Viele Männer suchen diese Verbindungen gar nicht erst – weil sie es nicht als „normal" empfinden.

Dabei lohnt es sich – das zeigt die Forschung eindeutig.

Weibliche Freunde ersetzen keine männlichen Freunde. Sie ergänzen sie. Sie bringen eine andere Art von Unterstützung, eine andere Perspektive – und helfen Männern oft dabei, aus Rollen herauszutreten, in denen Gefühle keinen Platz haben.

Am Ende geht es nicht darum, welche Freundschaften „besser" sind. Es geht darum, dass je vielfältiger unser soziales Netz, desto stabiler unsere mentale Grundlage. Weibliche Freundschaften bringen genau diese Vielfalt in das Leben von Männern: mehr Offenheit, mehr Ehrlichkeit – und oft ein kleines, wichtiges Stück mehr innere Balance.

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