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Wir weinen. Die 4 ungewöhnlichsten Weihnachten der Geschichte

Zabolai Margit3 Min. Lesezeit
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Wir weinen. Die 4 ungewöhnlichsten Weihnachten der Geschichte — Freizeit
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Die erste Mondreise

Es ist nicht die schönste Sache, am Weihnachtstag fernzusehen statt gemeinsam Zeit mit der Familie zu verbringen. Trotzdem ist es verständlich, dass 1968 in den USA viele Familien am Weihnachtstag gebannt vor dem Bildschirm saßen.

Die Mondlandung stand zwar noch aus, doch angesichts des rasanten Fortschritts des sowjetischen Raumfahrtprogramms wagten die Amerikaner etwas Großes: Apollo 8, die zweite bemannte Mission des Apollo-Programms, war die erste in der Geschichte, die den Mond ansteuerte – eine Landung war damals natürlich noch nicht geplant.

Am Weihnachtstag erreichte Apollo 8 eine Umlaufbahn um den Mond. Frank Borman, Jim Lovell und Bill Anders umkreisten den Himmelskörper 20 Stunden lang und sendeten dabei – als erste überhaupt – mehrfach Live-Fernsehübertragungen. Apollo 8 erreichte als erstes die zweite kosmische Geschwindigkeit, bemannte Raumfahrer umrundeten erstmals einen anderen Himmelskörper und verließen diese Umlaufbahn als Erste.

Die Crew sah als Erste mit eigenen Augen die Rückseite des Mondes und erblickte gleichzeitig die Erde als Planeten – diese Mission führt die Liste der meisten „Ersten Male“ in der Raumfahrt an.

In der Weihnachtsnacht im Mondorbit lasen die Astronauten während einer TV-Übertragung den Amerikanern aus der Bibel vor. Jim Lovell beschrieb die atemberaubende, noch nie erlebte Sicht so: „Von hier sieht die Erde aus wie eine riesige Oase im unendlichen Weltraum…“

Weihnachtswunder im Weltkrieg

Der Geist von Weihnachten erreicht manchmal die unerwartetsten Orte. 1914 verbrachten deutsche, englische und französische Truppen Heiligabend in einem Schützengraben in Belgien – doch an diesem Tag wollte niemand schießen. Berichten zufolge schmückten die Deutschen ihren Graben mit Tannenzweigen und Kerzen und begannen, „Stille Nacht“ zu singen.

Die Engländer erkannten das Lied und antworteten mit ihrer englischen Version. Kurz darauf verließen die Soldaten – obwohl keine Seite die Erlaubnis dazu gab – ihre Gräben und schüttelten sich in der „Niemandsland“-Mitte die Hände, nachdem sie sich Stunden zuvor noch beschossen hatten.

Die Truppen beschenkten sich gegenseitig mit Zigaretten, etwas Alkohol und anderen kleinen Gaben, und sogar ein Ball wurde hervorgeholt, um ein kurzes Spiel zu spielen. Schließlich kehrten die Soldaten in ihre Gräben zurück. Manche Berichte erzählen, dass die Teilnehmer dieses „Weihnachtswunders“ nie wieder aufeinander schossen und bei Feuerbefehlen nur in die Luft zielten. Die Menschen wurden später versetzt, die Kämpfe kehrten zurück – doch diese besondere Weihnachtsgeschichte bleibt für viele ein Symbol der Menschlichkeit.

Gorbatschows Rücktritt

Während wir an Weihnachten meist weniger Nachrichten verfolgen und lieber Zeit mit der Familie verbringen, geschah 1991 etwas, das die Menschen trotzdem vor Radio und Fernseher zog. Am 25. Dezember trat Gorbatschow, Präsident der Sowjetunion, zurück. Die Sichel und der Hammer wurden durch die russische Flagge ersetzt, und die Sowjetunion hörte auf zu existieren. Dieses Weihnachten machte klar, dass die Welt und ihre Machtverhältnisse sich endgültig verändern und etwas völlig Neues beginnt. Und tatsächlich begann etwas Neues...

Das Internet startet

Heutzutage kaum vorstellbar, aber das Internet ist eine vergleichsweise junge Errungenschaft. Über seine Auswirkungen auf die Menschheit lässt sich viel diskutieren, doch es steht fest: Es hat unser Leben verändert. An Weihnachten 1990 testete Tim Berners-Lee sein neues System zur Vernetzung von Computern, sodass die allererste Webseite auf dem ersten Webserver mit dem ersten Webbrowser an Weihnachten ihren ersten Zugriff erhielt.

Berners-Lee verbrachte das folgende Jahr damit, die Welt zu bereisen und Menschen zu überzeugen, sich dem World Wide Web anzuschließen – oder wie wir sagen würden: „ins Internet einzusteigen“. Vielleicht ahnte er an Weihnachten 1990, dass er etwas Großes geschaffen hatte, das die Welt verändern würde. Wie schnell und tiefgreifend, war damals kaum vorstellbar.

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