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Abendrituale, die du für einen ruhigen Schlaf besser loslässt – Expertenrat

Margarete Wolf4 Min. Lesezeit
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Abendrituale, die du für einen ruhigen Schlaf besser loslässt – Expertenrat — Gesundheit

Wenn es um ausreichend Schlaf geht, konzentrieren sich die meisten Tipps darauf, was du vor dem Zubettgehen tun solltest. Sanftes Dehnen, warmes Bad, Lesen, beruhigende Tees wie Kamille oder Passionsblume. Aber was, wenn dich schon der Gedanke ermüdet, ständig neue Rituale einzubauen? Dann kann eine andere Herangehensweise helfen: nicht hinzufügen, sondern bewusst loslassen. Diese Methode nennt sich „habit off-ramping“ – das bewusste Abbauen störender Gewohnheiten. Dr. Liz Ross, klinische Psychologin und Schlafexpertin, erklärt, dass das für viele leichter und weniger belastend ist als ständig neue Abendroutinen einzuführen.

„Wenn wir konsequent Verhaltensweisen ablegen, die uns überstimulieren, kann das Nervensystem ganz natürlich in den entspannten Zustand wechseln, der zum Einschlafen nötig ist“, erklärt sie.

Off-ramping bedeutet nicht, den Schlaf zu erzwingen. Es geht vielmehr darum, die Signale zu entfernen, die uns wachhalten, sodass Schlaf ganz ohne Druck leichter kommen kann.

Du musst nicht alles auf einmal loslassen

Die gute Nachricht: Schon das Loslassen einer einzigen Gewohnheit kann spürbar wirken.

„Wenn wir nur ein Verhalten stoppen, das die Erregung steigert, beginnt das Nervensystem sich zu beruhigen – das kann weitere Veränderungen erleichtern“, sagt Ross.

Der Schlüssel liegt nicht in Perfektion, sondern in Beständigkeit. Wähle eine Gewohnheit, die du realistisch loslassen kannst, übe sie ein paar Wochen lang und beobachte, wie sich dein Schlaf verändert. Hier sind die Abendrituale, die Experten empfehlen, zuerst abzubauen.

Frau wacht im Bett auf

Abendrituale, die du für einen ruhigen Schlaf besser vermeidest

Bildschirmzeit vor dem Schlafengehen

So verlockend eine weitere Folge oder ein Video auch ist: Bildschirme helfen nicht beim Entspannen, im Gegenteil. Elektronische Geräte senden blaues Licht aus, das dem Morgenlicht ähnelt. Das signalisiert dem Gehirn: Zeit, aktiv zu sein. Dadurch fällt das Einschlafen schwerer und der Schlaf wird oberflächlicher.

Frau nutzt nachts das Handy im Bett

Was kannst du stattdessen tun?

Ideal ist es, 1–2 Stunden vor dem Schlafengehen das blaue Licht zu meiden. Ersetze die Bildschirmzeit durch sanftes Dehnen, Yoga, Tai Chi, eine Dusche oder entspannte Momente mit Familie oder Haustier. Wenn du nicht ganz auf Bildschirme verzichten kannst, helfen Blaulichtfilter oder spezielle Brillen.

Frau zündet eine kleine Kerze an

Späte Mahlzeiten

Nach einem langen Tag wirken die Abendstunden oft am besten für das Abendessen. Das Problem: Spät essen kann den zirkadianen Rhythmus stören. Wenn der Körper mit Verdauen beschäftigt ist, signalisiert das Gehirn: Energie wird noch gebraucht, nicht Ruhe. Idealerweise isst du die letzte Hauptmahlzeit 2–3 Stunden vor dem Schlafengehen. Wenn es spät wird, wähle lieber einen leichten Snack wie Joghurt mit Obst und etwas Granola.

Joghurt, Granola und Heidelbeeren

Alkoholkonsum

Das „kleine Glas“ vor dem Schlafen wirkt zunächst entspannend, zerstört aber im zweiten Schlafabschnitt die Schlafzyklen. Zwar schläfst du schneller ein, wachst aber nachts öfter auf. Wenn du trinken möchtest, tue das besser früher, etwa zum Abendessen, und beende es mindestens drei Stunden vor dem Schlafengehen. Spätabends sind Kräutertee oder alkoholfreie Sprudelgetränke bessere Begleiter.

Ein Glas Weißwein

To-dos und Grübeln vor dem Schlafen

Planen, Probleme lösen oder Gedankenkarussell im Bett sind häufige Schlafkiller. Das hält das Gehirn im aktiven Modus – genau das Gegenteil vom Einschlafzustand.

Notizbuch und Stift im Bett

Lösung

Bring deine Gedanken noch am Abend aus dem Kopf. Schreibe To-do-Listen oder notiere Sorgen in einem anderen Raum, nicht im Bett. Hilfreich ist auch, zu jeder Sorge 2–3 mögliche Lösungen aufzuschreiben – so kann das Gehirn sie leichter loslassen.

Frau schreibt in ein Notizbuch

Schwere, emotional belastende Gespräche

Konfliktgeladene oder problemorientierte Gespräche vor dem Schlafengehen können Gefühle und Gedanken hochkochen lassen und den Schlaf stören. Besser ist es, solche Gespräche auf den Wochenendmorgen oder den Tag zu verschieben. Wenn es abends sein muss, setzt eine klare Grenze: Beendet das Gespräch mindestens eine Stunde vor dem Schlafengehen.

Für einen ruhigen Schlaf braucht es nicht immer mehr Rituale – manchmal hilft es, weniger zu tun. Wenn du beginnst, bewusst abendliche Gewohnheiten abzulegen, die dich überstimulieren, wird dein Nervensystem es dir danken und der Schlaf kommt ganz natürlich.

Über die Autorin

Margarete Wolf

Margarete Wolf schreibt über Beziehungen, Familie und die stille emotionale Wetterlage, die beides prägt. Sie interessiert sich für das, was andere auslassen — die Schwiegereltern, den Hund, die Freundschaft, die in den Dreißigern komisch wurde — und nimmt es genauso ernst wie die großen Themen.

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