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Darum solltest du immer genau 8 Minuten zu spät kommen

Schuster Borka3 Min. Lesezeit
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Darum solltest du immer genau 8 Minuten zu spät kommen — Lebensstil

Doch die Gründe fürs Zuspätkommen gehen oft viel tiefer. Manche davon sind von Wut und Aggression geprägt, andere von Selbsttäuschung – so erklärt Dr. Neel Burton, Psychologe und Experte auf diesem Gebiet.

Fangen wir mit Wut und Aggression an. Menschen, die innerlich wütend sind, aber nach außen hin ruhig und höflich wirken, drücken ihren Ärger oft passiv aus – etwa durch bewussten oder unbewussten Widerstand gegen die berechtigten Erwartungen anderer. Passiv-aggressives Verhalten zeigt sich zum Beispiel darin, Zweifel zu säen, wichtige Fakten oder Dinge zu vergessen oder wegzulassen, gewohnte Verhaltensweisen wie Teekochen, Kochen, Putzen oder Sex zu verweigern, Verantwortung abzuschieben – und natürlich durch Zuspätkommen. Wie der Name sagt, ist passiv-aggressives Verhalten eine versteckte Form, Aggression auszudrücken.

Ein großer Nachteil dieses Verhaltens ist, dass die zugrundeliegenden Probleme nicht offen gelegt und gelöst werden, was langfristig zu ernsthaften Konflikten führen kann.

Kommen wir zum zweiten Grund: der Selbsttäuschung. Wie wir gesehen haben, sendet Zuspätkommen, besonders wenn es auffällig oder wiederholt passiert, die Botschaft: „Ich bin wichtiger als du.“ Doch die Botschaft, die unser Verhalten vermittelt, entspricht nicht immer unseren Absichten. Manchmal kommt jemand zu spät, weil er sich minderwertig oder unbedeutend fühlt. Zuspätkommen kann ein Weg sein, maximale Aufmerksamkeit zu erlangen und sogar die Kontrolle über die Situation zu übernehmen. Vielleicht hast du schon bemerkt, dass manche notorisch Zuspätkommenden daraus eine Szene machen: Sie entschuldigen sich ausführlich, stellen sich nacheinander vor, rücken Möbel zurecht, bitten um frisches Glas und so weiter. Natürlich schließt dieses Verhalten passiv-aggressives Verhalten nicht aus.

Bleiben wir beim Thema Selbsttäuschung: Zuspätkommen kann auch eine Form des Widerstands sein – Ausdruck von Missfallen über den Zweck eines Treffens oder Ärger über dessen erwarteten Verlauf.

In der Psychotherapie zeigt die analysierte Person oft ähnlichen Widerstand – nicht nur durch Zuspätkommen, sondern auch durch Themenwechsel, Belehrungen, Einschlafen oder das komplette Auslassen von Sitzungen. In diesem Kontext deutet das Verhalten darauf hin, dass die Person kurz davorsteht, ein verdrängtes Problem anzusprechen, aber Angst vor den Konsequenzen hat.

Dein Unterbewusstsein könnte dir mit dem Zuspätkommen etwas sagen

Wichtig ist: Zuspätkommen ist nicht zwangsläufig ungesund oder pathologisch. Manchmal signalisiert dein Unterbewusstsein (deine Intuition), dass du nicht dort sein möchtest oder besser nicht dort sein solltest – etwa wenn ein Treffen (oder eine Arbeit) nicht die beste Nutzung deiner Zeit ist oder sogar deinen Zielen widerspricht.

Wenn du zu spät kommst, kannst du viel lernen, wenn du dich einfach fragst: „Warum bin ich genau zu spät?“ Selbst wenn es nur daran liegt, dass du zu beschäftigt bist – warum bist du dann so beschäftigt? Oft halten wir uns bewusst so beschäftigt, um nicht allein mit unseren tiefsten Gedanken und Gefühlen zu sein. Das ist auf kurze, mittlere und lange Sicht sehr kontraproduktiv.

Es gibt aber noch einen weiteren Dreh: Zu früh zu kommen ist mindestens genauso unhöflich, wenn nicht sogar unhöflicher als zu spät zu kommen. Deshalb empfiehlt Dr. Burton eine Lösung aus seinem Privatleben: „In vielen sozialen Situationen komme ich meist genau acht Minuten zu spät. Acht Minuten Verspätung gelten nicht als Zuspätkommen und geben deinem Gastgeber genug Zeit, sich kurz zu setzen, die Gedanken zu ordnen und sich auf deine Ankunft einzustellen.

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