Ich selbst hatte im Laufe der Jahre sowohl männliche als auch weibliche Fahrlehrer. Für mich war es erschreckend zu erleben, dass ich trotz Bezahlung und dem klaren Ziel, Fahrkenntnisse zu erwerben, oft auf unsichtbare Mauern stieß.
In verschiedenen Foren berichten viele Frauen von ihren belästigenden Fahrlehrern. Sexuelle Anspielungen, Flirtversuche und unangenehme Berührungen sind leider keine Seltenheit.
Als Fahrschülerin hat man schon genug zu tun: Regeln lernen, das Auto sicher steuern, den Druck, alles richtig zu machen, den Stundenplan im Alltag unterbringen und die Angst vor der Prüfung – all das lastet auf einem während der Fahrstunden.
Warum muss der Fahrlehrer noch eine Schippe drauflegen und dem zahlenden Kunden Magenschmerzen bereiten? Warum gehören das Fahrenlernen und das Ertragen von aufdringlichen, respektlosen und belästigenden Kommentaren von mittelalten, sexuell aufdringlichen Menschen zusammen?
Das verdient definitiv eine #MeToo-Geschichte
Zahlreiche männliche Fahrlehrer missbrauchen ihre Macht. Sie nutzen die verletzliche Lage der Frauen aus, weil sie wissen, dass diese von ihnen abhängig sind. Warum? Weil sie es können. Weil die Frau in eine Situation gedrängt wird, in der sie mit einer anderen Person allein ist – ohne Einfluss oder Kontrolle von außen.
Ich habe es selbst erlebt und andere haben berichtet, dass frustrierte Fahrlehrer nach gescheiterten Annäherungsversuchen den Unterricht unangenehm gestalten.
Weil sie wissen, dass ihnen unsere „Zukunft“ am Steuer anvertraut ist, fühlen sie sich überlegen. Ohne Empathie stören sie das Fahrerlebnis und versuchen mit psychologischem Druck, ihre Schüler zu beeinflussen.
„Wenn du nicht mehr mir gehörst, werde ich dich ärgern“
Auch wenn sie es nicht aussprechen, zeigt ihr Verhalten genau das. Ich möchte eine besonders prägende Szene aus meiner Geschichte erzählen.
Nachdem ich die vorgeschriebenen 30 Stunden verdoppelt hatte, wollte ich endlich zur Prüfung. Mein Fahrlehrer reagierte darauf mit Spott, wich aus und beim nächsten Mal zeigte er einen charakterlosen Zug.
Er nahm während meiner Fahrt sein nicht klingelndes Telefon ans Ohr und spielte ein Gespräch vor. Er erkundigte sich nach einer anderen Fahrschülerin, die natürlich durchgefallen war, weil die kleine Naive dachte, nach so vielen Stunden habe sie ein Recht auf die Prüfung. Er lachte darüber, wie dumm sie sei und dass sie nicht verstehe, wie das hier läuft. Die Parallele zu meiner Situation war erschreckend. Was für ein Zufall. Als sein vermeintliches Telefon klingelte, wurde mir klar, dass das alles an mich gerichtet war.
Warum wechseln wir nicht den Fahrlehrer, wenn wir so etwas merken?
Wer in so einer Lage ist, fürchtet oft eine weitere Niederlage. Und nicht zuletzt fehlt das Geld für einen Wechsel. Man weiß, dass sich die Fahrlehrer untereinander kennen und fürchtet noch schlimmere Situationen. Also quält man sich lieber durch den Prozess mit demjenigen, vor dem man sich eigentlich fürchtet, in der Hoffnung, irgendwann den Führerschein zu bekommen und die Strapazen endlich hinter sich zu lassen. Danach bleibt nur eine schlechte Erinnerung an den Papierkram.
Mein Tipp: Wenn du spürst, dass du nicht am richtigen Ort bist, zögere nicht! Verliere keine Zeit oder Geld und such dir jemanden, bei dem du dich sicher und respektiert fühlst!











