Schnell, bequem, günstiger – aber weniger sicher?
Gehört Kaffee auch zu deiner morgendlichen Routine? Damit bist du bestimmt nicht allein. Auch in Deutschland starten viele ihren Tag mit einem starken schwarzen Kaffee – egal ob frisch gebrüht, aus der Kapsel oder als Instantvariante. Letztere ist besonders beliebt, weil sie schnell, bequem und meist günstiger ist. Doch eine aktuelle wissenschaftliche Untersuchung zeigt, dass Instantkaffee langfristig unerwartete Gesundheitsrisiken bergen kann – und zwar für unsere Augen.
Die im internationalen Fachmagazin Food Science & Nutrition veröffentlichte Studie liefert Ergebnisse, die jeder Instantkaffee-Fan bedenken sollte: Der tägliche Konsum von löslichem Kaffee kann das Risiko für eine ernsthafte Augenerkrankung mit Sehverlust, die altersbedingte Makuladegeneration (AMD), bis zu siebenfach erhöhen.
Die Makuladegeneration wird auch hierzulande immer häufiger
Die altersbedingte Makuladegeneration betrifft den zentralen Bereich der Netzhaut, die Makula. Sie ist verantwortlich für scharfes Sehen bei Details, zum Beispiel beim Lesen oder Erkennen von Gesichtern. Die Erkrankung tritt vor allem bei Menschen über 50 Jahren auf und ist laut mehreren Studien auch in Deutschland zunehmend verbreitet: eine der Hauptursachen für Sehverlust bei älteren Erwachsenen.
Die American Academy of Ophthalmology beschreibt, dass Betroffene mit Makuladegeneration nach und nach ihr zentrales Sehvermögen verlieren, während das periphere Sehen – also das, was man seitlich wahrnimmt – erhalten bleibt.
Es gibt zwei Typen:
- trockener Typ, der langsamer und schrittweise fortschreitet und häufiger vorkommt,
- feuchter Typ, der schneller zum Sehverlust führt und ernstere Komplikationen mit sich bringt.
Der trockene Typ kann sich mit der Zeit in die feuchte Form verwandeln – deshalb ist frühe Erkennung und Prävention so wichtig.

Das sagen die Forscher
Chinesische Forscher analysierten Daten von über einer halben Million Menschen über 50 Jahren, bei denen eine Form der Makuladegeneration diagnostiziert wurde. Dabei fanden sie eine genetische Verbindung zwischen Instantkaffeekonsum und der trockenen Makuladegeneration.
Wie die Studienautoren formulieren:
- „Der Konsum von Instantkaffee steht in genetischer Korrelation mit der trockenen altersbedingten Makuladegeneration.“
- „Der Konsum von Instantkaffee kann das Risiko für die Entwicklung der altersbedingten Makuladegeneration bis zu siebenfach erhöhen.“
Andere Kaffeearten – wie gemahlener Kaffee, Kapseln oder entkoffeinierte Varianten – wurden ebenfalls untersucht, zeigten aber keine Verbindung zur Erkrankung.
Die Studie betont, dass das Risiko durch Instantkaffee vor allem bei genetisch anfälligen Personen auftritt. Das bedeutet jedoch nicht, dass nur sie betroffen sind – denn genetische Risiken bleiben oft unbemerkt, bis Symptome auftreten.
Die Forscher sagen: „Die Untersuchung genetischer Zusammenhänge mit Kaffeekonsum und deren Verbindung zum Risiko der altersbedingten Makuladegeneration kann helfen, mögliche ursächliche Beziehungen zwischen Ernährung und Augenerkrankungen aufzudecken.“
Sie fügen hinzu: „Ärztinnen und Ärzte können Patientinnen und Patienten basierend auf ihrem genetischen Risikoprofil beraten, den Instantkaffeekonsum zu reduzieren. So bieten sie einen präzisen Ansatz zur Verringerung des Risikos für die trockene Makuladegeneration.“

Viele Alternativen stehen zur Auswahl
Obwohl weitere Forschung nötig ist, um die genauen Zusammenhänge zu klären, lohnt es sich laut aktueller Ergebnisse, den täglichen Instantkaffee durch natürlichere Varianten zu ersetzen – etwa frisch gemahlenen Bohnenkaffee.
Glücklicherweise gibt es im Handel viele Alternativen: Arabica- und Robusta-Mischungen, entkoffeinierte Sorten oder handwerkliche Produkte von lokalen Röstereien, die nicht nur gesünder, sondern auch geschmacklich oft weit überlegen sind.
Denk immer auch an deine Augen!
Viele von uns achten bewusst auf ihre Gesundheit: Ernährung, Hautpflege oder Blutdruck stehen im Fokus. Wenn das auch auf dich zutrifft, ist das großartig – aber vergiss nicht, dass deine Augen mindestens genauso viel Aufmerksamkeit verdienen. Besonders, wenn du viel Zeit vor Bildschirmen verbringst oder in deiner Familie bereits Fälle von altersbedingter Makuladegeneration bekannt sind.
Falls du bisher Augenuntersuchungen aufgeschoben hast, ist jetzt der perfekte Zeitpunkt, das zu ändern!
Die allgemeinen Empfehlungen lauten:
- unter 40 Jahren alle 2–3 Jahre,
- über 40 Jahren mindestens alle 2 Jahre,
- über 60 Jahren oder bei Risikogruppen jährlich eine augenärztliche Untersuchung.
Eine einfache Untersuchung kann Augenkrankheiten frühzeitig erkennen, auch wenn sie zunächst keine Symptome zeigen – zum Beispiel Makuladegeneration oder grüner Star. Und wenn du bisher regelmäßig Instantkaffee getrunken hast, könnte es jetzt an der Zeit sein, auch andere Optionen auszuprobieren!











