Welche Rolle spielen Oma und Opa bei euch zu Hause?
Nicht so toll
Der kritische Großelternteil ist jemand, dem du nie gerecht werden kannst. Er findet, du erziehst das Kind völlig falsch und machst sowieso nichts richtig. Gibst du dem Kind nach dem Essen Schokolade, heißt es: „Warum verwöhnst du es? Die Zähne werden kaputt.“ Gibst du keine, heißt es: „Warum bist du so geizig?“ Du bist entweder zu streng oder zu nachgiebig – Hauptsache, er findet an allem etwas auszusetzen und meint, alles besser zu wissen.
Die Ausnahme
Der verwöhnende Großelternteil hat mehrere Enkel und einen klaren Favoriten. Natürlich betont er immer wieder, dass er alle Enkel gleich liebt, aber jeder weiß genau, welches Kind sein Ein und Alles ist.
Anarchie
Der anarchische Großelternteil erlaubt dem Kind alles. Du bittest darum, abends keinen Zucker zu geben, und trotzdem backt er heimlich Kekse. Du willst nicht, dass das Kind beim Abholen schlafen gelegt wird, und trotzdem schläft es, wenn du kommst. Du sagst, das Kind soll nicht schwimmen gehen, weil das Wasser kalt ist, und es erzählt dir später, wie toll es im See geplanscht hat. Solche Großeltern wollen nur, dass das Kind glücklich ist – egal, was du möchtest. Interessanterweise sind es oft gerade die, die als Eltern sehr streng waren. Du kannst es versuchen, aber die Alten ändern sich nicht mehr – lass es los.

Tratsch, ein bisschen gute Geheimniskrämerei
Es gibt diese typische Oma, die kaum erwarten kann, dass der Enkel alt genug ist, um ihr alle Familiengeheimnisse zu erzählen – sie ist der Klatschtyp. „Deine Mutter hatte als erste einen schielenden Verehrer namens Zsolti, danach kam der glatzköpfige Feri, der kleiner war als sie“, „Dein Vater hat in der vierten Klasse beim Matheunterricht in die Hose gemacht und kam mit schmutziger Hose nach Hause!“, „Dein Onkel Zoli wurde von seiner ersten Frau mit allem betrogen!“, „Deine Tante Bori hat Fußschmerzen, weil sie einmal betrunken die Treppe runtergefallen ist!“ – mit solchen Geschichten unterhält sie den Enkel, immer darauf bedacht, alle möglichst peinlich dastehen zu lassen.
Kumpelhaft
Der Kumpel-Großelternteil ist der Beste. Die Oma backt gemeinsam mit den Kindern, der Opa bastelt mit ihnen oder spielt Verstecken. Die Kinder lieben sie, weil sie keine Erwartungen stellen, sondern sie so akzeptieren, wie sie sind. Weil sie ihnen vertrauen, erzählen die Kinder diesem Typ auch Geheimnisse, die sie ihren Eltern nicht anvertrauen.
Geschichte
Der historisch interessierte Großelternteil holt gerne Fotoalben hervor und erzählt – mal spannend, mal etwas langatmig – von der Familiengeschichte. Kleine Kinder verstehen das oft noch nicht, aber ältere Enkel schätzen es sehr. Wenn sie anfangen, sich für ihre Herkunft und den Stammbaum zu interessieren, wird dieser Großelternteil zur wahren Schatzkammer.
Mit Abstand
Der entfernte Großelternteil trifft das Kind nur selten. Das kann daran liegen, dass die Familie in der Stadt oder im Ausland lebt, während Oma und Opa auf dem Land wohnen. Manchmal ist der Kontakt auch absichtlich gering – entweder weil die Eltern ein schlechtes Verhältnis zu ihren Eltern haben oder weil die Großeltern selbst keinen engen Kontakt wollen. Im ersten Fall spielen alte Verletzungen eine Rolle, im zweiten sind es oft Krankheit, Erschöpfung oder die fehlende Energie für ein lebhaftes – oder gar ungezogenes – Kind.
Eine Unterkategorie ist der formelle Großelternteil, vor dem die Enkel Respekt haben und mit dem sie nicht herumalbern. Er hält bewusst Abstand zu den Kindern, interessiert sich eher für Zeugnisse als für neue Videospiele. Bei diesem Großelternteil braucht niemand Angst zu haben, dass er einen Enkel bevorzugt – denn alle bleiben auf Distanz.











