Seltsames Duo
Ich wachte auf und sah, wie mein betrunkener Vater um drei Uhr morgens im Wohnzimmer Videospiele spielte – zusammen mit dem ebenfalls betrunkenen Pizzalieferanten.
Frühmorgendlicher Snack
Jahrelang war ich Vegetarier, bis ich nach einer durchfeierten Nacht frühmorgens neben meinem Hund auf dem Boden aufwachte: Löffel in der Hand, daneben eine geöffnete Dose Hundefutter. Auf dem Boden und meinem Shirt lagen Futterreste, auch um meinen Mund herum. Erst geriet ich in Panik, dann wusch ich mich, ging zum nächsten McDonald’s und kaufte mir einen doppelten Bacon-Burger – so endete meine Vegetarierzeit.
Mutmacher
Ich war high und so fertig, dass ich die Haustür nicht öffnen konnte und auf dem Rasen einschlief. Ich wachte auf, als mein kleiner Bruder lachend mit Sprühfarbe meinen Umriss malte – als wäre ich eine Leiche – während meine Mutter vom Balkon Mut zusprach und mein Vater grinsend Fotos machte.
Weit weg von zu Hause
Ich war mit einem Kumpel auf dem Junggesellenabschied meines Bruders zu Hause und wachte in einer Pariser U-Bahn-Unterführung auf – ohne jede Erinnerung, wie ich dorthin gekommen bin.
Mit der Tür ins Haus
Ich wachte auf, weil jemand an meiner Tür klopfte. Ich tappte hinaus, öffnete die Tür und eine fremde Frau stürzte auf mich zu. Wir rangen auf dem Boden, bis ich die Oberhand gewann. Sie hatte sich geirrt und dachte, ich würde mit ihrem Freund fremdgehen. Am Ende kochte ich ihr einen Kaffee und tröstete sie, während sie weinend erzählte, wie sehr sie diesen „nutzlosen, treulosen Schuft“ liebt.

Die Tasche
Nach einer Party wachte ich auf und fand in der Kapuzenjackentasche einen toten Vogel. Zuerst wusste ich nicht, was es war, also drückte ich ihn leicht. Mein Schrei weckte die ganze Nachbarschaft auf.
Im Bett
Meine Schwester hatte ein paar Freundinnen eingeladen, ich ging früh ins Bett. Meine letzte Erinnerung war, dass ich zum Pinkeln rausging und ein Getränk annahm, weil ich durstig war. Ich wachte auf und im Bett schlief ein völlig nacktes Mädchen, während ich von Kopf bis Fuß angezogen war: vier T-Shirts – drei davon nicht mal meine –, Jeans, darunter ein Spitzen-Tanga, an den Füßen zwei verschiedene Sockenpaare und ein Fußkettchen. (Ich bin ein Junge.)
Lehrerin
Nach dem 20-jährigen Abitreffen wachte ich auf und sah, wie der Mathelehrer (nur wenige Jahre älter als wir) mit einer ehemaligen Klassenkameradin – einer dreifachen Mutter und Geschäftsführerin – auf dem Sofa knutschte, während die Deutschlehrerin (56) betrunken im Klo übergab. Ich dachte mir, was für eine peinliche Truppe und warum trinken Leute, die nicht damit klarkommen. Dann fand ich auf meinem Handy eine Fotoserie, auf der ich mit der Klassenlehrerin im BH tanze.
Gorilla
Nach der Halloween-Party wachte ich durch rhythmisches Klopfen auf. Ein schlafwandelndes, mir unbekanntes Mädchen im Gorilla-Kostüm rannte immer wieder mit dem Kopf gegen den Schrank. Ich erschrak so sehr, dass ich dachte, es wäre ein Zombie.
Party
Ich wachte auf, kniete auf dem Boden und lehnte mit dem Oberkörper auf einem Stuhl. Ich war in einem unbekannten, leeren Zimmer und wusste nicht, wo ich war. Ich wusch mich im Bad und als ich das Gebäude verließ, merkte ich, dass es ein Studentenwohnheim am anderen Ende der Stadt war. Keine Ahnung, wie ich dorthin kam. Am nächsten Tag zeigte mir ein Freund Fotos auf Facebook, die ein Bekannter geteilt hatte. Auf den Bildern war ich in meiner knienden Schlafposition, umgeben von fremden Jungs, die ein Schild über mir hielten mit der Aufschrift: „Wer ist dieses Kind?!“
Titelbild: Rawpixel/istockphoto.com











