Im Winter läuft mir schon beim Gedanken an eine morgendliche Dusche ein Schauer über den Rücken. Ich freue mich, wenn ich es schaffe, aus der Decke zu schlüpfen und schnell warme Kleidung anzuziehen, bevor ich zur Kaffeemaschine gehe.
Doch sobald der Sommer kommt, ändert sich meine Routine komplett: Es gibt kaum etwas Besseres, als den Tag mit einer erfrischenden Dusche zu starten – und bei großer Hitze dusche ich sogar mehrmals am Tag. Wahrscheinlich geht es vielen so: Die ideale Duschzeit variiert je nach Jahreszeit und manchmal sogar von Tag zu Tag. Aber was sagt die Wissenschaft dazu?
Ist es wirklich wichtig, ob wir morgens oder abends duschen?
Die Antwort ist nicht ganz so einfach, denn es hängt davon ab, was du persönlich als Vorteil empfindest. Die britische Mikrobiologin Primrose Freestone erklärt, dass eine morgendliche Dusche gesundheitlich vorteilhafter sein kann als eine abendliche. Denn nachts schwitzen wir, und abgestorbene Hautzellen lösen sich ständig. Im Bett sammeln sich – auch wenn es sauber wirkt – Bakterien, Hausstaubmilben und mikroskopisch kleine Verschmutzungen. Wenn du morgens nicht gründlich duschst, startest du mit diesen „nächtlichen Gästen“ in den Tag.
Viele glauben, nach dem abendlichen Duschen sauber ins Bett zu gehen. Doch wenn die Bettwäsche nicht oft genug gewaschen wird, können Bakterien und Milben trotzdem wieder auf die Haut gelangen. Das ist nicht nur unangenehm, sondern kann auch Allergien verstärken und langfristig die Hautgesundheit beeinträchtigen.
Aus Sicht von Sauberkeit und Hygiene spricht vieles für die morgendliche Dusche: Sie hilft, den über Nacht angesammelten Schweiß, Öl und kleine Verschmutzungen zu entfernen.
Ein sauberer, erfrischter Körper wirkt zudem stimulierend auf das Gehirn: Er fördert die Durchblutung, macht wacher und kann die Konzentration verbessern. Viele berichten, dass sie sich nach der morgendlichen Dusche wie neu geboren fühlen und der Tag leichter startet – besonders, wenn die Dusche von etwas Yoga oder Joggen begleitet wird!
Aber auch die abendliche Dusche hat ihre Vorteile
Und zwar nicht zu knapp! Eine Metaanalyse von 13 Studien zeigte, dass Menschen, die 1–2 Stunden vor dem Schlafengehen warm duschen oder baden, schneller einschlafen als jene, die das nicht tun.
Der Grund ist simpel: Warmes Wasser erhöht kurzfristig die Körpertemperatur. Das anschließende Abkühlen wirkt als natürlicher zirkadianer Signalgeber und sagt dem Gehirn, dass es Zeit zum Entspannen ist.
Außerdem hilft die abendliche Reinigung, den Schmutz, Sonnenschutz und die Luftverschmutzung des Tages abzuwaschen. So verbessert die abendliche Dusche nicht nur die Schlafqualität, sondern auch den Zustand der Haut spürbar.
Also, was ist besser?
Die Antwort: Es kommt darauf an, was du erreichen möchtest. Willst du frisch und energiegeladen in den Tag starten und hast morgens gern etwas mehr Zeit, ist die morgendliche Dusche genau dein Ding. Möchtest du hingegen entspannen, Stress abbauen und besser schlafen, ist die abendliche Dusche die bessere Wahl.
Ich persönlich setze auf eine saisonale Herangehensweise: Im Sommer dusche ich gerne morgens oder vormittags, in den kalten Monaten schwöre ich auf ein warmes Bad am Abend. Die Wissenschaft gibt also Orientierung, doch am Ende weiß dein Körper am besten, wann dir die Reinigung wirklich guttut – hör auf ihn!











