Wer im Gesundheitswesen arbeitet, gewöhnt sich schnell daran, dass kein Tag wie der andere ist. Aber selbst erfahrene Pflegekräfte stoßen manchmal auf Situationen, für die es schlicht keine Vorbereitung gibt. Diese Geschichten aus dem echten Pflegealltag sind mal amüsant, mal verblüffend – und manchmal beides gleichzeitig.
Die Einladung
Nach zwei Wochen Krankenhausaufenthalt erklärte ein Patient feierlich, er habe entschieden: Nur ich sei würdig, in seine Freimaurerloge aufgenommen zu werden – und er erwarte meine Anwesenheit am Freitagabend. Als ich höflich ablehnte, war er aufrichtig verwirrt: „Das geht nicht, wir brauchen unbedingt jemanden aus dem Gesundheitsbereich!"
Bitte nicht durchtrennen
Eine Patientin bat mich täglich inständig darum, auf keinen Fall die „Silberschnur" zu durchtrennen, während sie „auf Astralreise" sei. Jeden. Tag.
Das Geheimkonto
Eine ältere Dame bat mich, ihr dabei zu helfen, heimlich ein Online-Bankkonto zu eröffnen – eines, von dem ihre Familie nichts wissen sollte.
Eine sehr persönliche Bitte
Eine Frau in den Wehen bat mich zunächst, ihre Mutter aus dem Zimmer zu schicken. Dann flüsterte sie mir ins Ohr, ob ich ihr ihr Klitoris-Piercing entfernen könnte. Sie entschuldigte sich verlegen: Sie wisse nicht, wer der Vater sei, habe niemanden anderen fragen können – und irgendwann sei der Bauch einfach zu groß geworden, um selbst ranzukommen. Ich erfüllte ihr die Bitte. Zwei Wochen später sagte ich allerdings Nein, als eine andere Patientin – frisch aus einer gynäkologischen OP – mich bat, das Piercing wieder einzusetzen.
Kurzer Stopp, bitte
Wir transportierten einen stark adipösen Mann – rund 200 Kilogramm – mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus, nachdem er aus dem Bett gefallen war und sich das Bein gebrochen hatte. Auf dem Weg fragte er uns, ob wir kurz beim McDonald's halten könnten – er hätte gerne „ein paar Big-Mac-Menüs."
Bin ich Ihr Butler?
Um zwei Uhr morgens drückte eine Patientin immer wieder auf den Schwesternruf. Der Grund: Sie wollte, dass ich ihre Taschentuchbox vom Bett auf den Nachttisch stelle. Die Frau hatte keinerlei Bewegungseinschränkungen – sie erholte sich von einer unkomplizierten Blinddarmoperation. Sie schien ernsthaft zu glauben, ich sei ihr persönliches Hauspersonal.
Ungebetener Anblick
Als ich einem Patienten das Mittagessen brachte, erwischte ich ihn beim Masturbieren – er ließ sich davon nicht im Geringsten stören und bat mich stattdessen, meine Uniform aufzuknöpfen.
Der Restaurantkritiker
Einer unserer Patienten war gelernter Diätassistent – und selbsternannter Restaurantkritiker. Jeden Tag hielt er uns einen ausführlichen Vortrag über das Krankenhausessen, als würde er ein Drei-Sterne-Restaurant für den Michelin-Guide bewerten. Die ersten zwei Tage war es noch irgendwie lustig. Danach zogen wir täglich Schere-Stein-Papier, um zu entscheiden, wer seinen Monolog „gewinnen" durfte.
Heiligabend mit Schwester
Eine ältere Ordensschwester lag bei uns und bat mich, eine Flasche Wein zu kaufen, damit wir Heiligabend gemeinsam anstoßen könnten. Als Krankenhaus eines Barmherzigen Ordens konnte ich schlecht ablehnen. Ich kaufte eine gute Flasche (sie bezahlte), und wir tranken mit den anderen Patienten – aus kleinen Medikamentenbechern.
Sicher ist sicher
Ein junger Patient stopfte mir Geldscheine in die Kitteltasche und bat mich, ihm eine Packung Kondome zu kaufen. Zwei Krankenschwestern hätten es ihm angetan – und „man weiß ja nie."
Heiratsantrag auf Umwegen
Eine Dame um die sechzig bat mich, ihren Sohn zu heiraten – einen Mann, dem ich bis dahin noch nie begegnet war. Ich sei ein nettes Mädchen, er ein anständiger Kerl, und sie mache sich Sorgen, dass er allein bleiben könnte.
Nein, danke
Ein älterer Patient bot mir – und meinen Kolleginnen – täglich steigende Geldbeträge dafür an, ihn, nun ja… manuell zu befriedigen. Am fünften Tag baten wir den Oberarzt, dem Herrn freundlich aber bestimmt mitzuteilen, dass dies nicht zu unserem Aufgabenbereich gehöre.
Miez, Miez, Miez
Ein älterer Herr bat mich, in seine Wohnung zu fahren und seine fünf Katzen zu füttern. Ich tat es.
Party nach der Mandel-OP
Wenige Stunden nach ihrer Mandeloperation reichte mir eine junge Patientin einen Zettel – sprechen konnte sie nicht. Darauf stand: Ob ich ihr bitte ein Taxi rufen könnte, sie wolle feiern gehen. „Keine Sorge, ich bin vor dem Morgengrauen zurück, niemand wird es merken!"
Géza muss rein
Eine liebenswürdige 75-jährige Dame erholte sich bei uns von einer Knieoperation. Jeden Tag kam ihre Familie zu Besuch – eine echte Bilderbuch-Oma. Umso mehr traf es mich, als sie mich eines Nachts am Arm packte und flehentlich bat, „Géza" hereinzulassen. Es stellte sich heraus: Géza war ihr 80-jähriger Freund – und der Besuch war dringend, weil die beiden „den Körper des anderen nicht mehr entbehren konnten." Ich erklärte ihr vorsichtig, dass Sex ihrem Knie nicht guttäte. Ihre Antwort: Ein Orgasmus sei das beste Schmerzmittel der Welt.











