Bien Logo

Es gibt Hoffnung: Laut Studie sind die meisten Männer nicht toxisch

Schuster Borka3 Min. Lesezeit
Teilen:
Es gibt Hoffnung: Laut Studie sind die meisten Männer nicht toxisch — Lebensstil

Wahrscheinlich kennt jede Frau mindestens einen Mann, bei dem sie sich dachte: Man sollte ihn mit einem Absperrband umgeben, um alle in seiner Umgebung zu warnen: Die Luft um ihn herum ist förmlich vergiftet. Die gute Nachricht ist jedoch, dass trotz solcher Erfahrungen laut einer Studie die Hoffnung auf Männer nicht verloren ist – im Gegenteil, es gibt gute Chancen, auf solche zu treffen, die keine Angst vor ihren eigenen Gefühlen haben!

Toxische Männlichkeit

In den letzten Jahren wurde der Begriff „toxische Männlichkeit“ zu einem der meistgenutzten – und oft missverstandenen – Ausdrücke in der öffentlichen Diskussion. Häufig entsteht der Eindruck, dass die meisten Männer von vornherein problematische Verhaltensmuster zeigen: emotionale Verschlossenheit, Aggression, Dominanz oder fehlende Empathie.

Eine aktuelle Studie zeichnet jedoch ein differenzierteres Bild und kommt zu dem Ergebnis, dass diese Muster keineswegs die Mehrheit der Männer prägen – sondern eher eine lautstarke Minderheit.

Die in Psychology Today vorgestellte Untersuchung analysierte mehrere Tausend Männer dahingehend, wie stark sie sich mit den klassischen Normen toxischer Männlichkeit identifizieren. Dazu gehören Überzeugungen wie, dass Männer ihre Gefühle unterdrücken müssen, immer stark sein sollen oder dass Dominanz und Machtdemonstration die Grundlage von Respekt sind. Das Ergebnis war eindeutig: Die Mehrheit der Befragten stimmte diesen Aussagen nicht zu und sah sie nicht als Kern ihrer männlichen Identität an.

Trauriger Mann sitzt in der Zimmerecke

Eine wichtige Erkenntnis der Studie ist, dass zwischen Männlichkeit und toxischer Männlichkeit unterschieden werden muss. Letztere ist keine biologische oder unvermeidbare Eigenschaft, sondern ein eng begrenztes, kulturell überliefertes Verhaltensmuster, das für viele Männer genauso schädlich ist wie für ihr Umfeld.

Die Studie zeigt, dass sich viele Männer eher mit Werten wie Verantwortung, Zuverlässigkeit, emotionaler Präsenz und Zusammenarbeit identifizieren.

Interessanterweise sind toxische Verhaltensweisen in Medien und öffentlicher Debatte oft überrepräsentiert. Lautstarke, extreme Beispiele – aggressive Chefs, missbräuchliche Partner, männliche Rollenbilder, die auf Dominanz setzen – verleiten leicht zu Verallgemeinerungen. Die Studie warnt jedoch davor: Diese Fälle spiegeln nicht die Mehrheit wider, sondern eine klar abgrenzbare Minderheit – die allerdings oft lautstark ist oder in Führungspositionen sitzt und so ihren Willen der sonst stilleren Mehrheit aufzwingen kann.

Junger Mann trinkt Kaffee

Die Studie hebt auch hervor, dass viele Männer offen für emotionale Entwicklung und Selbstreflexion sind. Immer mehr legen Wert darauf, ihre Gefühle ausdrücken zu können, um Hilfe zu bitten oder bewusst an ihren Beziehungen zu arbeiten. Diese Bemühungen erhalten selten so viel Aufmerksamkeit wie problematische Verhaltensweisen, prägen aber langfristig viel stärker die Richtung gesellschaftlicher Veränderung.

Das bedeutet natürlich nicht, dass toxische Muster nicht existieren oder dass es keinen kritischen Dialog darüber geben sollte. Die Studie betont vielmehr, dass es kontraproduktiv ist, alle Männer pauschal zu stigmatisieren. Wenn Männlichkeit von Anfang an als Problem gesehen wird, führt das eher zu Abwehr und Verschlossenheit als zu Veränderung.

Die Botschaft der Studie ist deshalb vorsichtig optimistisch: Die Mehrheit der Männer hält nicht an toxischen Normen fest und möchte weder in ihren Beziehungen noch in der Gesellschaft nach diesen leben.

Die Chance für Wandel liegt nicht in der „Umerziehung“ der Männer, sondern in der Neubewertung vereinfachender Narrative über Männlichkeit. Dabei spielen Frauen und Männer gleichermaßen eine entscheidende Rolle.

Nur auf Bienvibe

Original

Passende Artikel

„Frauen haben diesen Luxus nicht" – warum Ehefrauen es hassen, wenn ihr Mann nur auf dem Sofa liegt — Lebensstil

„Frauen haben diesen Luxus nicht" – warum Ehefrauen es hassen, wenn ihr Mann nur auf dem Sofa liegt

Frustriert dich auch der Anblick, wenn dein Partner einfach auf dem Sofa döst? Diese echten Geschichten zeigen, warum das zum größten Streitpunkt in einer Beziehung werden kann.

Szőke Angéla•
„Der falsche Nette ist der Schlimmste" – Diese 6 toxischen Männertypen solltest du kennen — Lebensstil

„Der falsche Nette ist der Schlimmste" – Diese 6 toxischen Männertypen solltest du kennen

Toxische Männer erkennt man nicht immer auf den ersten Blick – manchmal versteckt sich das gefährlichste Verhalten hinter der harmlosesten Fassade. Welcher Typ bist du schon begegnet?

Szőke Angéla•
„Als wir aus dem Aufzug stiegen, wusste ich, dass er mich betrügt" – Zufälle, die das Leben veränderten — Lebensstil

„Als wir aus dem Aufzug stiegen, wusste ich, dass er mich betrügt" – Zufälle, die das Leben veränderten

Drei Frauen erzählen, wie ein flüchtiger Moment mit einem Fremden ihr Leben für immer verändert hat – auf eine Weise, die sie nie erwartet hätten.

Schuster Borka•
„Die Männer, die ich attraktiv finde, stehen nie auf mich" – Wie oft bist du schon Opfer des Halo-Effekts geworden? — Lebensstil

„Die Männer, die ich attraktiv finde, stehen nie auf mich" – Wie oft bist du schon Opfer des Halo-Effekts geworden?

Der Halo-Effekt sabotiert unser Liebesleben, ohne dass wir es merken. Warum wir attraktive Menschen idealisieren – und wie wir endlich damit aufhören.

Szőke Angéla•
Beziehungskarma: Diese Lektion soll dir dein Partner wirklich zeigen — Lebensstil

Beziehungskarma: Diese Lektion soll dir dein Partner wirklich zeigen

Was, wenn dein Partner kein Zufall ist – sondern ein Spiegel? Diese Lektionen stecken im Beziehungskarma und warum der Herbst sie besonders deutlich zeigt.

Farkas Izabella•
Nach der Trennung kam der eigentliche Schmerz: Mein gemeinsamer Freundeskreis hat mich einfach aussortiert — Lebensstil

Nach der Trennung kam der eigentliche Schmerz: Mein gemeinsamer Freundeskreis hat mich einfach aussortiert

Eine Trennung kostet manchmal mehr als die Beziehung selbst. Diese Frau verlor nach sieben Jahren nicht nur ihren Partner – sondern auch ihre engsten Freunde.

Váradi Petra•