Ich erinnere mich noch gut an meinen 18. Geburtstag – er war besonders, weil mir erst da wirklich klar wurde, dass ich zwar derselbe Mensch geblieben bin, aber rechtlich keine Ausreden mehr gelten und ich wirklich Verantwortung für mich übernehmen muss. Nicht, dass ich große Fehler gemacht hätte, aber das Bewusstsein, dass die Familie rechtlich nicht mehr so hinter mir steht wie zuvor, fühlte sich sehr "erwachsen" an.
Auf dem Papier werden wir also mit 18 volljährig, doch wie sieht die Realität aus? Ich selbst habe noch einige Jahre zu Hause gewohnt, studiert und gehörte dann zu den Glücklichen, die mit etwa 22 oder 23 Jahren unter idealen Bedingungen das Elternhaus verlassen konnten.
Eine neue Umfrage, die 2024 unter 2000 jungen Erwachsenen durchgeführt wurde, setzt den Fokus ganz anders – auch beim Alter. Es zeigte sich, dass Erwachsenwerden heute viel mehr ist als ein Geburtstag oder ein rechtlicher Status und dass die "jungen Leute von heute" erst mit 27 Jahren wirklich das Gefühl haben, erwachsen zu sein.
Die neue Definition von Erwachsensein
Für die meisten Befragten ist eines der wichtigsten Zeichen des Erwachsenwerdens, dass sie ihren Lebensunterhalt selbst bestreiten können.
Mehr als die Hälfte der Befragten, nämlich 56 %, sagt, dass wahres Erwachsensein für sie bedeutet, ihre Rechnungen selbst bezahlen zu können.
Finanzielle Unabhängigkeit ist also ein wichtiger Meilenstein, den viele erst gegen Ende ihrer Zwanziger erreichen – und es scheint, als würde sich dieser Zeitpunkt immer weiter nach hinten verschieben. Die Balance zwischen finanzieller Verantwortung und privaten Prioritäten zu finden, ist in dieser Phase entscheidend.
Unsere moderne Gesellschaft nimmt die Normen des Erwachsenseins immer später ernst, während 38 % der Befragten sagen, dass ein wichtiges Zeichen des Erwachsenseins ist, wenn Karriere und Lebensunterhalt wichtiger werden als Freizeit und Spaß.

Schlüsselmeilensteine des Erwachsenseins
Eine weitere interessante Erkenntnis: 46 % der Befragten sehen den Auszug aus dem Elternhaus als einen der ersten Momente des Erwachsenseins. Auch dieses Alter verschiebt sich, viele verlassen das Elternhaus erst Ende zwanzig oder noch später. Laut Studie sind auch der erste Job und der Moment, in dem man spürt, dass die Karriere auf einem stabilen Fundament steht, wichtige Ereignisse.
Finanzielle Unabhängigkeit ist ein besonders kritischer Bereich beim Erwachsenwerden. Die Mehrheit der Befragten beginnt laut Studie erst mit 28 Jahren, die Bedeutung von Finanzplanung ernst zu nehmen. In der Generation Z fühlen sich sogar 81 % unter Druck, finanziell schneller voranzukommen als bisher. Diese finanzielle Sorge betrifft nicht nur junge Leute – auch ältere Generationen wünschen sich, sie hätten in ihren Zwanzigern mehr auf ihre Finanzen geachtet.
Für viele junge Menschen ist finanzielle Sicherheit ein ferner Traum
Viele aus der Generation Z glauben leider, dass finanzielle Sicherheit unerreichbar ist. Diese Generation steht besonders unter Druck, finanziell schnell voranzukommen, während viele feststellen, dass das Erwachsensein schwieriger ist als gedacht. 40 % der Befragten fühlen sich aktuell finanziell überhaupt nicht stabil und nur 41 % sehen Chancen, diese Stabilität zu erreichen.
Es scheint, dass auch ältere Generationen diese Phase oft als schwierig empfanden, doch für die heutigen jungen Menschen ist es besonders herausfordernd, das Gleichgewicht zwischen stagnierenden Löhnen und steigenden Lebenshaltungskosten zu finden – und so letztlich ein eigenständiges, erwachsenes Leben aufzubauen.











