1. Das Rudel
Drei – kein Witz – pink gefärbte Pudel, die ständig die Zehen ihres Besitzers – eines großen, behaarten Mannes – ableckten. Das war wie eine Szene aus einem LSD-Trip.
2. Der Berg
Während ich einen Abfluss reparierte, baute der junge Mann mitten im Wohnzimmer seines Plattenbaus einen Wachsberg. In der Raummitte stand ein mannshoher, bunter Wachsberg. Der Junge hielt eine Kerze, von der er Wachs auf den „Berg“ tropfte. Ich fragte, ob das eine künstlerische Installation sei. Er verneinte und sagte, es sei sein Hobby, weil es „so schön ist, oder?“
3. Das Netz
Im Schlafzimmer eines älteren Paares stand die Badewanne – noch nichts Besonderes – aber die Toilette war direkt gegenüber dem Bett. Das ganze Haus war voll mit künstlerischen Aktfotos von dem mindestens siebzigjährigen Gastgeber und seiner Frau, auf die sie sehr stolz waren.

4. Das Heiligtum
Bei einem mittelalten Paar installierte ich das Internet und wurde gewarnt, im „besonderen Zimmer“ besonders vorsichtig zu sein und auf alles aufzupassen. Das Zimmer war Lady Diana gewidmet. Die Wände waren kaum zu sehen vor lauter Bildern, es gab zwei lebensgroße Kartonfiguren von Diana und sogar ein Diana-Heiligtum mit Kerzen.
5. Das Porträt
Im Wohnzimmer eines Mannes hingen riesige Porträts, alle von Männern. Zuerst dachte ich, es seien Verwandte, aber die Gesichter kamen mir bekannt vor. Die Reparatur war unspektakulär, doch noch Tage später dachte ich über die Bilder nach. Dann fiel es mir ein: Ted Bundy. Ich suchte im Internet nach und meine Vermutung bestätigte sich: Die Bilder zeigten berühmte Serienmörder. Richard Ramirez, John Wayne Gacy, David Berkowitz und Charles Manson waren auch dabei.
6. Surreal
Ich musste weit draußen Rauchmelder installieren. Der Weg führte über eine verfallene Brücke in die Wildnis, ich wusste nicht, was mich dort erwartete. Nichts – denn die Familie lebte in zwei großen Wohnwagen. Ich zeigte ihnen die großen Löcher in den maroden Dächern und erklärte, dass teure Rauchmelder hier völlig unnötig seien.
Sie bestanden darauf, weil ihr Haus genau deshalb abgebrannt war – es gab keine Rauchmelder. Ich installierte die Geräte und erklärte im Anschluss, was man im Brandfall nicht tun sollte, unter anderem keine Haustiere retten. Sie widersprachen, ihr Liebling sei sehr wertvoll. Ich dachte, sie hätten einen Rassehund, doch aus dem Badezimmer kam ein riesiger Adler heraus.

7. Der Junggeselle
Bei einem etwa 30-jährigen Mann installierte ich Strom in einer Neubauwohnung. Die Wohnung war komplett leer, kein Stuhl, Tisch, Sofa oder Fernseher, nur eine schmutzige Matratze auf dem Boden mit ein paar verstreuten Kleidungsstücken. Ich fragte, ob er gerade erst eingezogen sei. Er sagte, er wohne schon seit zwei Jahren hier. Im Flur standen aber etwa 30 Paar nagelneue, offensichtlich teure Sportschuhe. Ich will nicht urteilen, wie manche leben, aber das war schon seltsam.
8. Die Schwester
Bei einer älteren Dame tauschte ich die Medienbox aus. Sie bat mich, das auch im Zimmer ihrer Schwester zu machen. Als sie die Tür öffnete, strömte eine riesige schwarze Fliegenwolke heraus, und ich wurde fast ohnmächtig vor Gestank. Die Schwester war seit mindestens einer Woche tot.
9. Das Versteck
Der Ehemann rief wegen eines Rohrbruchs. Während ich unter der Spüle arbeitete, kam die Frau, sichtlich verängstigt von meiner Anwesenheit. Nervös lief sie auf und ab, dann schickte sie ihren Mann ins Wohnzimmer, damit er sich ausruht, sie würde die Sache übernehmen.
Während der Reparatur fiel mir ein Paket auf, das unter der Spüle klebte. Die Frau schlich sofort hin und flüsterte, ich solle es ihr schnell geben. Sie erzählte, dass sie ihren Mann schon lange verlassen wolle, der sie aber „nicht gehen lässt“. In dem Paket seien ihre neuen, gefälschten Papiere und wertvoller Schmuck, mit denen sie ein neues Leben beginnen will.
10. Die Überraschung
Die ältere Dame war eine Woche verreist und bemerkte erst bei ihrer Rückkehr, dass der Strom in ihrem Haus ausgefallen war. Das Problem: Im Gefrierschrank in der Garage bewahrte sie die Überreste all ihrer Katzen auf, die sie je hatte, zurück bis in die 1980er Jahre.
Sie wollte sie nicht begraben, weil sie „so ihre Erinnerung bewahrte.“ – sagte sie weinend über den Überresten. Eine Woche ohne Strom im Sommer... ich erspare euch die Beschreibung des Geruchs.











