Bien Logo

30 Grad Ende September: Herbstlich anziehen, ohne zu schwitzen

Emilia Nagy4 Min. Lesezeit
Teilen:
30 Grad Ende September: Herbstlich anziehen, ohne zu schwitzen — Mode
In diesem Artikel

Es gibt diese Tage, an denen man morgens mit Jacke aus dem Haus geht und mittags im Schatten steht, weil die Sonne brennt wie im Juli. Gerade wird viel über die späte Wärme gesprochen, und in meinem Kleiderschrank spiegelt sich das Chaos: Die Sommerteile fühlen sich falsch an, die Wollsachen sind unmöglich. Die gute Nachricht ist, dass Herbst im Kleiderschrank vor allem eine Frage von Farbe, Silhouette und Stoff ist – und nicht von Dicke.

Die Farbe macht die Jahreszeit, nicht das Gewicht

Ein weißes Leinenhemd wirkt nach Strandbar, dasselbe Hemd in warmem Karamell, Olive oder tiefem Rostrot wirkt nach September. Das ist der einfachste Hebel überhaupt: Du behältst deine leichten Sommerstoffe und tauschst nur die Palette. Sandfarben, Zimt, Moosgrün, gedecktes Bordeaux und Schokoladenbraun tragen sich bei 30 Grad genauso angenehm wie Pastell, sehen aber sofort nach Herbst aus.

Besonders gut funktioniert ein Ton-in-Ton-Look in zwei benachbarten Nuancen: helle Beige-Hose, Oberteil in Karamell. Das wirkt durchdacht, ohne dass du eine einzige zusätzliche Schicht brauchst. Wer es kontrastreicher mag, kombiniert ein dunkles Unterteil mit hellem Oberteil – dunkle Stoffe heizen sich in der Sonne allerdings stärker auf, deshalb lieber nach unten setzen als über die Schultern.

Stoffe, die bei Hitze wirklich mitmachen

Leinen ist der Klassiker, weil es locker gewebt ist und Luft durchlässt. Wer die Knitterfalten nicht mag, greift zu Leinenmischungen mit Viskose oder Baumwolle – sie fallen glatter. Dünne Baumwollpopeline, Tencel und feine Webstoffe sind ebenfalls verlässlich. Überraschend gut: sehr feine Merinowolle in Sommerstärke, die Feuchtigkeit aufnimmt und dabei nicht klebt.

Was ich an solchen Tagen meide, sind dicht gewebte Polyester-Blusen und alles, was innen beschichtet ist. Ein Kleid kann noch so herbstlich gemustert sein – wenn der Stoff nicht atmet, wird der Tag lang. Ein guter Test im Laden: Halte den Stoff gegen das Licht. Sieht man die Struktur, kommt auch Luft hindurch.

Silhouetten statt Schichten

Wenn Lagen wegfallen, muss die Form die Arbeit machen. Weite Hosen mit hoher Taille, ein fließender Rock in Midilänge, ein langes Hemdkleid, das man offen über einem Top trägt: Das sind Teile, die Volumen und damit Herbstgefühl erzeugen, ohne zu wärmen. Eine ärmellose Weste ersetzt an solchen Tagen den Blazer und gibt dem Outfit trotzdem Struktur.

Bei den Schuhen liegt der schnellste Jahreszeitenwechsel. Loafer ohne sichtbare Socken, Slingbacks, flache Mules oder schlichte Ballerinas holen ein Sommeroutfit sofort in den Herbst. Sandalen mit dünnen Riemchen wirken dagegen weiter nach Urlaub. Und statt der Strohtasche: eine Tasche aus Leder oder in kräftiger Herbstfarbe, das genügt oft schon.

Der Trick für Tage mit 12 Grad Unterschied

Morgens kühl, mittags heiß, abends wieder frisch – dafür brauchst du keine drei Outfits, sondern ein Grundoutfit plus ein Teil, das in die Tasche passt. Ein dünner Strickpullover mit V-Ausschnitt, ein Baumwollcardigan oder ein großes Tuch aus Leinen. Wichtig ist, dass dieses Teil leicht zu verstauen ist, sonst trägst du es den halben Tag über dem Arm.

Praktisch ist außerdem ein ärmelloses Basistop in einer Farbe, die zu allem passt. So kannst du die obere Lage jederzeit ausziehen, ohne dass das Outfit plötzlich unfertig aussieht. Und wer im Büro friert, während draußen die Sonne steht, lässt eine leichte Strickjacke einfach am Schreibtischstuhl hängen.

Kann ich im September noch Sandalen tragen?

Natürlich – es gibt keine Kleiderpolizei, und bei sommerlichen Temperaturen sind offene Schuhe schlicht vernünftig. Wenn du möchtest, dass der Look trotzdem nach Herbst aussieht, wähle geschlossenere Modelle in Leder statt filigraner Riemchen und kombiniere sie mit längeren Hosen oder einem Midirock statt mit Shorts.

Welche Stoffe halten bei Hitze wirklich kühl?

Locker gewebte Naturfasern wie Leinen, Baumwolle, Tencel und sehr feine Wolle sind die zuverlässigsten Verbündeten, weil sie Luft zirkulieren lassen und Feuchtigkeit aufnehmen. Entscheidend ist neben dem Material die Webart und der Schnitt: Ein weit geschnittenes Baumwollkleid kühlt besser als eine enge Leinenhose, weil zwischen Stoff und Haut Luft bleibt.

Über die Autorin

Emilia Nagy

Emilia Nagy schreibt über Beauty, Skincare und die kleine Euphorie, ein gutes Oberteil für unter 15 € zu finden. Ihre Empfehlungen werden so getestet, wie eine beste Freundin sie testet — im Alltag, auf normaler Haut, mit normalem Budget — und kommen ohne Marketing-Lack.

Nur auf Bienvibe

Original

Passende Artikel

Zimt, Safran, Muskat: So trägst du warme Gewürztöne, ohne blass zu wirken — Mode

Zimt, Safran, Muskat: So trägst du warme Gewürztöne, ohne blass zu wirken

Zimtbraun, Safrangelb und Muskatrot ziehen gerade in jede Auslage. Wie du den warmen Ton findest, der dein Gesicht wach macht – und womit du ihn kombinierst, wenn dein Schrank vor allem Schwarz enthält.

Emilia Nagy•
Dirndl ohne Verkleidungsgefühl: So wirkt der Wiesn-Look erwachsen — Mode

Dirndl ohne Verkleidungsgefühl: So wirkt der Wiesn-Look erwachsen

Ein Dirndl kann schnell nach Kostüm aussehen – oder wie ein richtig gutes Kleid. Der Unterschied liegt in Länge, Bluse, Schürze und drei Details, die kaum jemand beachtet.

Emilia Nagy•
Regenjacke, die nach Stadt aussieht: Woran du ein gutes Modell erkennst — Mode

Regenjacke, die nach Stadt aussieht: Woran du ein gutes Modell erkennst

Die meisten Regenjacken sind entweder funktional oder schön. Worauf du bei Nähten, Kapuze und Schnitt wirklich achten solltest – und wie die Jacke nicht nach Wanderausrüstung wirkt.

Emilia Nagy•
12 Basics, mit denen du perfekt durch den Herbst kommst – ohne viel Aufwand — Mode

12 Basics, mit denen du perfekt durch den Herbst kommst – ohne viel Aufwand

Diese 12 Kleidungsstücke reichen aus, um deinen Herbst-Look für jeden Anlass zusammenzustellen – ohne Shopping-Stress und ohne ein volles Chaos im Schrank.

Nagy Emília•
Jeans und Blazer: das perfekte Herbst-Duo – so trägst du es wirklich elegant — Mode

Jeans und Blazer: das perfekte Herbst-Duo – so trägst du es wirklich elegant

Jeans plus Blazer – mehr braucht es nicht für ein Look, der vom Büro bis zum Abendessen trägt. So kombinierst du die beiden Klassiker diesen Herbst richtig.

Kende Kíra•
Oma-Rock und High-Heel-Ballerinas – die Kombi, die diesen Herbst alles dominiert — Mode

Oma-Rock und High-Heel-Ballerinas – die Kombi, die diesen Herbst alles dominiert

Manche Trends kauft man besser nicht – weil sie nach einer Saison wieder verschwinden. Dieser nicht. Warum der Oma-Rock und der High-Heel-Ballerina bleiben werden.

Farkas Margaréta•