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Ich habe den morgendlichen Stress gegen ein entspanntes Erwachen getauscht – so hat sich mein Leben verändert

Deborah Keller4 Min. Lesezeit
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Ich habe den morgendlichen Stress gegen ein entspanntes Erwachen getauscht – so hat sich mein Leben verändert — Gesundheit
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Lange begann mein Morgen mit nur einer Bewegung: dem Drücken der Schlummertaste. Ich schaffte es einfach nicht, sofort aufzustehen. Mal waren es fünf, mal zehn, manchmal zwanzig Minuten, die ich so „gewann“ – oder zumindest dachte ich das. Tatsächlich verbrachte ich diese Zeit meist halb schlafend und mit schlechtem Gewissen, und wenn ich dann wirklich aufstand, war ich oft schon spät dran.

Meine Tage starteten regelmäßig hektisch und nervös. Schnelle Dusche, ein Bissen Frühstück – oder manchmal gar nichts – und dann ging der Tag los. Schon in den ersten Momenten fühlte ich mich gestresst, als hätte ich einen Marathon hinter mir, bevor ich überhaupt mit der Arbeit begann. Mit der Zeit wurde mir klar, dass ich den morgendlichen Stress gegen ein langsames Erwachen und eine ruhige Vorbereitung tauschen muss. Heute bin ich dadurch viel ausgeglichener als noch vor Jahren.

Der entscheidende Wendepunkt

Es gab keinen einzelnen großen Wendepunkt, sondern viele kleine Erkenntnisse, die mich spüren ließen, dass es Zeit ist, meine Morgenroutine zu ändern. Zuerst fiel mir nur auf, dass die Tage, an denen ich selten pünktlich aufstand, fast immer ruhiger verliefen.

Ich begann zu recherchieren, was in unserem Körper und Gehirn passiert, wenn wir immer wieder die Schlummertaste drücken. Es stellte sich heraus, dass mehrfach unterbrochener Schlaf das Gefühl echter Erholung eher stört und mehr schadet als nützt. Da traf ich die Entscheidung: kein Schlummern mehr!

Es hat Zeit gebraucht, meine Morgen zu verändern

Ich muss zugeben, der Anfang war nicht leicht. Mein Körper – oder besser gesagt mein Geist – war jahrelang an das Aufschieben gewöhnt. Wenn der Wecker klingelte, wehrte sich jeder Teil von mir gegen das Aufstehen. Aber ich habe es trotzdem versucht. Nicht plötzlich aus dem Bett gesprungen, sondern langsam wach geworden.

Ich begann, meine Morgen bewusster zu planen. Am Vorabend legte ich meine Kleidung bereit und plante die Aufgaben für den nächsten Tag. Das klingt nach einer Kleinigkeit, machte aber einen riesigen Unterschied: Morgens musste ich weniger Entscheidungen treffen und konnte mich leichter auf mich selbst konzentrieren.

Der Morgen bekam eine neue Bedeutung

Je öfter ich es schaffte, nicht wieder einzuschlafen, desto öfter erlebte ich, dass der Tag friedlich beginnen kann. Morgens habe ich Zeit für ein ausgiebiges, entspanntes Frühstück. Keine hastigen Bissen, sondern echtes Essen.

Diese stille Zeit, die etwa eine halbe Stunde, die ich mir morgens nur für mich nehme, hat mein Leben wirklich verändert. Das ist keine Übertreibung. Wenn ich heute mal morgens in Eile bin und diese Zeit wegfällt, spüre ich sofort, wie sehr sie mir fehlt.

Ich bin ausgeglichener geworden

Die Wirkung des langsamen Erwachens geht weit über die Morgenstunden hinaus. Meine Tage sind ruhiger, ich lächle mehr und gehe auch mit unerwarteten Situationen besser um. Dass ich morgens nicht hetze, beeinflusst irgendwie auch meine Haltung zur Zeit den ganzen Tag über.

Besonders spannend: seit ich das Aufschieben des Aufstehens aufgegeben habe, fällt mir das Einschlafen abends auch leichter. Es ist, als wäre mein Körper dankbar, dass ich ihn morgens nicht mehr immer wieder täusche. Mittlerweile freue ich mich oft sogar richtig auf die Morgenstunden.

Kein Wundermittel, aber eine ehrliche Entscheidung

Mir ist wichtig zu sagen, dass ich nicht glaube, dass langsames Erwachen immer und für jeden ideal ist. Es gibt Lebenssituationen, in denen es schwer umzusetzen ist – zum Beispiel für Eltern kleiner Kinder, Schichtarbeiter oder Menschen, die sehr früh starten müssen. Aber eines kann jeder tun: ehrlich prüfen, wie die Morgen verlaufen und ob es kleine Veränderungen gibt, die den Start besser machen könnten.

Mehr Schlaf ist nicht immer die Lösung gegen Müdigkeit. Manchmal braucht es weniger Hetze, weniger Aufschieben und mehr Bewusstheit. Für mich war das Loslassen der Schlummertaste eine kleine, aber wichtige Entscheidung, damit meine Tage ruhiger werden. Und ich glaube, wir alle können ein oder zwei kleine Schritte gehen, damit unsere Morgen besser starten.

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