Ich gebe zu, ich mochte es nie, fotografiert zu werden. Vor der Kamera fühlte ich mich immer etwas unsicher: Stehe ich im richtigen Winkel? Sieht man diese widerspenstige Strähne? Lächle ich nicht zu breit? Diese Gedanken begleiteten mich ständig, und lange Zeit war ich überzeugt, dass ich nichts für die Kamera bin. Doch dann habe ich mich doch auf ein Shooting eingelassen – und diese Erfahrung hat meine Sicht auf mich selbst komplett verändert. Wenn du wissen willst, wie ich diese Hürde überwunden habe, lies weiter, ich erzähle dir meine Geschichte.
Raus aus der Komfortzone
Im Alltag tragen wir oft Masken – bei der Arbeit, in Beziehungen oder unter Freunden spielen wir Rollen, denen wir gerecht werden wollen. Vor der Kamera fällt all das ab. Das Objektiv ist gnadenlos ehrlich, und obwohl das zunächst beängstigend wirkt, ist es auch befreiend. Du stehst da, verletzlich und doch stark. Genau in diesem Moment beginnst du, dich von außen zu sehen – auf eine Weise, die du vielleicht nie gewagt hast.
Meine Geschichte
Als ich das erste Mal zu einem Fotoshooting Ja sagte, zitterte mir regelrecht der Magen. Eine Freundin, die als Hobbyfotografin gerne Porträts macht, hatte es organisiert. Tagelang überlegte ich, was ich anziehen und wie ich mich schminken sollte, doch nichts schien gut genug. Am Tag des Shootings waren die ersten zehn Minuten reine Qual – ich war angespannt und wollte ständig wissen: „Sieht das jetzt gut aus?“
Doch etwas änderte sich, als meine Freundin einfach sagte: „Denk nicht daran, dass ich dich fotografiere. Stell dir vor, wir unterhalten uns nur.“ In diesem Moment ließ ich die Anspannung los. Wir lachten über einen dummen Witz, und genau dann machte sie das Foto. Dieses Bild wurde eines meiner Lieblingsbilder – nicht perfekt, aber gerade deshalb so echt.
Als sie mir ein paar Tage später die Bilder schickte, öffnete ich sie zunächst zögerlich. Doch beim Durchblättern sah ich keine fehlerhafte Frau, sondern eine Version von mir, die ich bisher nie wahrgenommen hatte. Mein Lächeln war warm, mein Blick lebendig, und ich erkannte: Vielleicht bin ich kein klassisches Model, aber ich habe etwas, das es wert ist, gezeigt zu werden.

Warum jede Frau es ausprobieren sollte
Nach dieser Erfahrung sah ich mich selbst ganz anders. Ich suchte nicht mehr nach Fehlern, sondern nach dem, was mich besonders macht. Genau deshalb glaube ich, dass jede Frau einmal ein Fotoshooting erleben sollte. Nicht, weil wir ein paar schöne Instagram-Bilder brauchen, sondern weil es eine unglaublich kraftvolle Reise zu sich selbst ist.
Beim Fotoshooting entdeckst du Details an dir, die dir im Alltag vielleicht nie auffallen: die Form deines Lächelns, wie das Licht in deinen Augen funkelt oder die Bewegung, wenn du instinktiv dein Haar berührst. Kleine Momente, die zeigen, wie viel Schönheit in dir steckt – nicht nur von außen.
Tipps, wenn du es auch wagen willst
- Wähle eine Fotografin oder einen Fotografen, dem du vertraust. Wenn es eine Freundin oder ein Freund ist, fällt es dir leichter, dich zu entspannen.
- Strebe nicht nach Perfektion. Die besten Bilder entstehen, wenn du das angespannte Posieren loslässt.
- Bereite dich vor, aber bleib locker. Such dir Kleidung aus, in der du dich wirklich wohlfühlst. Komfort ist wichtiger als Trends.
- Genieße den Moment. Denk daran, es ist keine Prüfung, sondern ein Spiel, das nur um dich geht.
Ein Geschenk an dich selbst
Heute gehöre ich zu denen, die mutig anderen empfehlen, es mindestens einmal auszuprobieren. Du brauchst kein Profi-Studio, nur eine Freundin, eine Kamera und einen Nachmittag, den du dir selbst schenkst. Die Bilder werden vielleicht nicht perfekt sein, aber in ein paar Jahren wirst du dankbar sein, dass du dich getraut hast.
Denn beim Fotografiertwerden geht es nicht darum, anderen zu gefallen. Es geht darum, dich selbst aus einer neuen Perspektive zu sehen. Seitdem mache ich mir viel weniger Sorgen um meine "Fehler" und lächle viel öfter in den Spiegel. Und wenn ich das geschafft habe, schaffst du das auch.











