Wichtig zu wissen: Obwohl es hier um Ernährung geht, dürfen wir Stress bei Schilddrüsenproblemen nicht außer Acht lassen. Viele fragen sich, warum heute so viele Menschen Schilddrüsenprobleme haben. Nicht nur falsche Ernährung ist schuld, sondern auch ein hoher Stresspegel. Stress führt dazu, dass die Nebenniere Kortisol produziert, was parallel oft den TSH-Spiegel steigen lässt, während die aktiven Schilddrüsenhormone sinken.
Ein dauerhaft hoher Kortisolspiegel kann das gesamte Hormonsystem aus dem Gleichgewicht bringen. Bei bestehenden Schilddrüsenerkrankungen oder anderen Hormonproblemen solltest du Stress unbedingt beachten – und auch wenn du vorbeugen möchtest, versuche stressige Phasen so gut wie möglich zu minimieren.
Iss oder lass es? – Fette
Die Antwort ist klar: Nein. Wie schon erwähnt, sind es heute nicht nur Stress, sondern auch low-carb und proteinreiche (ketogene) Ernährungsweisen, die häufig zu Schilddrüsenproblemen führen – obwohl wir sie oft als gesund ansehen. Studien zeigen immer deutlicher, dass zu viel Protein nicht gut, sondern sogar schädlich sein kann.
Wenige wissen, dass Fett aus evolutionären Gründen die Schilddrüse hemmt. Vor Tausenden von Jahren begann der Mensch erst im Winter, wenn nichts anderes verfügbar war, tierische Fette und Fleisch zu essen. Dazwischen ernährte er sich vorwiegend pflanzlich und deckte so seinen Fettbedarf – im Herbst zeigten reife Samen dem Körper, dass die kalte Jahreszeit naht. Diese Ernährung senkte automatisch die Schilddrüsenaktivität und verlangsamte den Stoffwechsel – lebenswichtig damals.
Heute ist das anders, doch wir vermitteln unserem Körper mit fettreichen und proteinreichen Diäten genau dieses Signal! Wenn du dabei wenig Kohlenhydrate zu dir nimmst (was oft unvermeidlich ist, wenn du nicht schnell zunehmen willst), gerät dein Körper in ständigen Stress, denn die meisten Organe brauchen Glukose. Kurzfristige Fehler kann der Körper ausgleichen, aber jahrelange falsche Ernährung führt oft zu Schilddrüsenerkrankungen.
Iss oder lass es? – Gluten und Milch
Bei Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse und Unterfunktion steckt oft eine unerkannte und unbehandelte Lebensmittelunverträglichkeit dahinter. Hier wird zu wenig Magensäure produziert und die Enzymproduktion ist unzureichend – letzteres führt stark zu den Sensibilitäten.
Der Körper kämpft eine Weile, doch irgendwann kann er nicht mehr zwischen eigenen und fremden Proteinen unterscheiden – so entsteht die Autoimmunerkrankung.
Bei Schilddrüsenproblemen empfiehlt sich eine gluten- und milchfreie Ernährung sowie unbedingt ein Unverträglichkeitstest. Außerdem helfen säurehaltige Lebensmittel wie frisch gepresster Zitronensaft oder Sauerkrautsaft während der Mahlzeiten. Enzyme kannst du auch als Nahrungsergänzung ergänzen.
Iss oder lass es? – Natürliche und künstliche Leistungssteigerer
Der Zustand unseres Nervensystems beeinflusst jede Zelle im Körper – auch die Schilddrüse. Jod ist bekanntlich wichtig für die Schilddrüse, doch viele Leistungssteigerer führen zum Verlust dieses wichtigen Spurenelements.
Auch bei entwässernden Produkten ist Vorsicht geboten, denn eine erhöhte Belastung der Nieren sorgt für schnellen Verlust von Mineralien, Vitaminen und Spurenelementen (Nieren arbeiten auch bei zu viel Protein intensiver).
Außerdem wirken Stimulanzien langfristig oft gegenteilig zu den Erwartungen: Sie verlangsamen den Stoffwechsel und reduzieren die aktiven Schilddrüsenhormone.
Iss oder lass es? – Goitrogene Lebensmittel
Bei Schilddrüsenerkrankungen solltest du beachten, dass manche Gemüse und Früchte Goitrogene enthalten. Diese Stoffe hemmen die Jodaufnahme, die TPO-Funktion oder die TSH-Produktion. Wenn du gesund bist, brauchst du diese Lebensmittel nicht zu meiden, aber bei Schilddrüsenproblemen solltest du sie nicht regelmäßig und in großen Mengen essen.
Unter den Getreiden enthalten Hirse, Sorghum und Teff Goitrogene. Problematisch kann Soya sein, doch in Maßen und guter Qualität ist das unbedenklich. Mohn solltest du eher meiden, ebenso Kreuzblütler, die problematisch sein können. Gut zu wissen: Kreuzblütler sind vor allem roh kritisch, während die genannten Getreide beim Kochen Goitrogene aktivieren. Kreuzblütler sind Kohlarten, Blumenkohl, Brokkoli, Rettich, Spinat, Kohlrabi, Meerrettich und Senf. Bei Früchten sind Erdbeeren und Pfirsiche zu nennen, bei Samen Leinsamen und Pinienkerne.
Abgesehen von Getreide kannst du diese Lebensmittel durch Kochen oder Braten deutlich entgiften. Wenn du sie nicht extrem viel isst, passen sie auch roh in eine abwechslungsreiche Ernährung. Vielfalt ist hier das Schlüsselwort!
Iss oder lass es? – Fleisch
Fleisch kannst du in Maßen essen, aber setze vor allem auf unverarbeitetes Fleisch – das ist für alle wichtig. Wer Schilddrüsenprobleme hat, sollte jedoch nicht viel Fleisch essen. Der Grund: Fleisch ist reich an Proteinen und Aminosäuren, besonders Cystein, Tryptophan und Methionin, die die optimale Schilddrüsenfunktion hemmen. Diese Aminosäuren sind zwar wichtig, aber nicht in den Mengen, wie sie viele konsumieren.
Glücklicherweise enthalten alle Getreide, Gemüse und Früchte nützliche Aminosäuren in unterschiedlichen Mengen und Arten. Du musst also keine Angst vor Proteinmangel haben, wenn du deinen Fleischkonsum reduzierst oder ganz darauf verzichtest. Achte aber unbedingt auf eine abwechslungsreiche und nährstoffreiche Ernährung, denn Proteinmangel ist ebenfalls ungünstig für die Schilddrüse.











