Es gibt diese Zahl, die man im Freundeskreis nennt, und es gibt alles, was man nicht nennt. Die Zahl ist das Gehalt. Alles andere – wie es sich anfühlt, montags das Büro zu betreten, ob man im Meeting zu Wort kommt, ob jemand merkt, wenn man gut gearbeitet hat – hat keine schöne runde Form. Deshalb reden wir über Geld, wenn wir eigentlich über etwas anderes reden wollen. Gerade wird in vielen Redaktionen diskutiert, dass Frauen bei der Jobwahl anderes stärker gewichten als die reine Gehaltshöhe. Interessanter als die Debatte finde ich die praktische Frage: Woran erkennt man das konkret, bevor man unterschreibt oder kündigt?
Gehalt löst ein Problem, aber nicht alle
Ein faires Gehalt ist keine Nebensache, es ist Grundlage. Wer Miete, Kinderbetreuung und Rücklagen im Kopf jongliert, braucht Spielraum, und zu wenig Geld frisst Energie, die sonst woanders zur Verfügung stünde. Aber Gehalt hat eine Eigenart: Es wirkt beim Eintritt stark und gewöhnt sich schnell ein. Nach ein paar Monaten ist die höhere Zahl Normalität – während die Dinge, die täglich passieren, täglich weiterpassieren.
Genau deshalb lohnt sich eine ehrliche Rechnung. Was kostet dich dieser Job neben der Arbeitszeit? Pendelzeit, Wochenendgedanken, Schlaf, die Erschöpfung, mit der du abends nach Hause kommst und nichts mehr vorhast. Wenn der Aufschlag auf dem Papier 300 Euro beträgt und du dafür zehn Stunden Lebenszeit pro Woche einsetzt, ist die Zahl plötzlich eine andere.






