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„Mein Hund hat mir die Tränen abgeleckt“ – Was hat dich davon abgehalten, wirklich selbstmordgefährdet zu sein?

Angela Fischer5 Min. Lesezeit
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„Mein Hund hat mir die Tränen abgeleckt“ – Was hat dich davon abgehalten, wirklich selbstmordgefährdet zu sein? — Lebensstil
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Der Vogel

Ich saß auf dem Balkon, als eine Krähe auf das Geländer landete. Ich sagte ihr, dass zwei Krächzer "ja" bedeuten und einer "nein". Ich fragte, ob sie es versteht, sie krächzte zweimal, also ja. Dann fragte ich, ob ich springen soll, sie krächzte einmal, also nein.

Der Junge

Ich lag gerade in der Suchtklinik und dachte, da ich nicht vom Drogenkonsum loskomme und meine Familie zerstört habe, wäre es für alle am besten, wenn ich sterbe. Ich plante, zuerst zum Dealer zu gehen und mit meinem letzten Geld so viel Stoff zu kaufen, dass es mich umbringt. Dann traf ich einen jungen Mann, der der lustigste Typ war und alle zum Lachen brachte. Er hatte vor zwei Jahren eine Überdosis überlebt, war aber blind geworden. Trotzdem war er so positiv, dass er zur Reha kam, um andere Abhängige mit seiner Geschichte zu inspirieren. Wegen seiner Lebensfreude entschied ich mich zu leben – seit drei Jahren bin ich clean.

Die Kasse

Ich ging los, um ein Seil zu kaufen, weil ich zu Hause keines fand, das mein Gewicht halten würde. An der Kasse stellte sich heraus, dass nicht genug Geld auf meiner Karte war. Ich war zu arm, um mich umzubringen. Diese absurde Situation brachte mich so zum Lachen, dass mir die Tränen liefen. Das gleichzeitige Lachen und Weinen tat so gut, dass ich keine Lust mehr hatte, mich aufzuhängen.

Im Kühlhaus

Ich hatte beschlossen, dass meine Tochter ihren Vater mehr liebt – einen wohlhabenden und erfolgreichen Mann, nicht so einen armen Versager wie mich – und wenn ich sterbe, wäre sie bei ihm gut aufgehoben. Alles war geplant, als ich den Anruf bekam, dass mein Ex-Mann wegen Unterschlagung ins Gefängnis kam. So hätte ich niemanden gehabt, dem ich mein Kind anvertrauen könnte, also beschloss ich, mich zusammenzureißen und die bestmögliche Mutter zu sein.

Der Fahrer

Ich fuhr bei Schnee einen Hang hinunter und gab in einer Kurve absichtlich Vollgas. Das Auto drehte sich, aber auf wundersame Weise nicht in den Abgrund, sondern blieb nach dem Drehen mitten auf der Straße stehen. Trotzdem entschied ich mich, vor das nächste Fahrzeug zu springen. Ich kletterte auf einen großen Felsen am Straßenrand und wartete. Ein Lastwagen kam, verlangsamte, hielt an, und der Fahrer – ein bärtiger, großer Mann – stieg freundlich lächelnd aus und sagte: „Panne, Chef? Ich helfe beim Anschieben.“ Und schon ging er zu meinem Auto. Ich fühlte mich so dumm, dass ich nie wieder einen Selbstmordversuch unternahm.

Der neue Hausmeister

Der alte Hausmeister war ein grober, mürrischer Kerl, den jeder hasste. Ich hatte schon geplant, mir die Pulsadern aufzuschneiden, als plötzlich ein neuer Hausmeister kam – ein freundlicher, netter älterer Herr. Ihm konnte ich nicht zumuten, meinen blutigen Leichnam zu finden.

Gescheiterter Plan

Ich hatte schon ein Jahr lang meinen Selbstmord geplant, als mein Bruder bei einem Autounfall starb. Bei der Beerdigung sagte meine Mutter, sie würde daran zerbrechen, wenn sie auch mich verlieren würde.

Die Klinge

Die Klinge lag schon an meinem Handgelenk, als mein Hund ins Zimmer kam, sah, dass ich weinte, und meine Tränen ableckte.

Das Match

Nach dem WM-Kampf meines Lieblingskämpfers im Käfig wollte ich mich umbringen, doch sein Gegner verletzte sich und der Kampf wurde um drei Monate verschoben. Ich dachte, so lange halte ich noch durch, und als der Kampf kam, wollte ich mich nicht mehr töten.

Zufälle

Ich war gerade in einem Supermarkt einkaufen und dachte über Selbstmord nach. Es war ein paar Monate nach meiner Wirbelsäulen-OP, und die ständigen Schmerzen waren unerträglich. Ich fühlte, ich hätte keine Wahl: Entweder werde ich abhängig von Medikamenten oder ich sterbe, weil ich mit dem ständigen Leiden nicht leben konnte. Vor den Milchprodukten sah ich eine ältere Frau, die weinte. Ich fragte, ob ich helfen kann. Sie sagte nein, sie trauert um ihre Tochter, die sich vor ein paar Wochen das Leben genommen hatte, weil sie die Schmerzen nach ihrer Wirbelsäulen-OP nicht ertragen konnte. Ich war erstaunt, wie unwahrscheinlich dieses Treffen war! Meine Reha dauerte zwei Jahre, es war die Hölle, aber heute geht es mir besser. In den dunkelsten Momenten hielt mich der Gedanke aufrecht, dass meine Mutter nicht so um mich weinen soll wie diese Frau um ihre Tochter.

Brauchst du Hilfe?

  • Der Ungarische Verband der Telefonseelsorge (LESZ) ist rund um die Uhr unter der Nummer 116-123 erreichbar. Unter 06 80 810-600 kann man freitags 19 Uhr bis mittwochs 13 Uhr Hilfe anfordern, außerdem sind die LESZ-Mitarbeiter werktags von 17 Uhr bis Mitternacht per Skype erreichbar.
  • Auf der Seite des Ökumenischen Hilfswerks kannst du auch anonym online Nachrichten senden und Hilfe bekommen.
  • Der NANE Verein unterstützt misshandelte Kinder und Frauen, erreichbar unter der kostenlosen und anonymen Nummer 06-80-505-101 montags, dienstags, donnerstags und freitags von 18 bis 22 Uhr sowie mittwochs von 12 bis 14 Uhr. Mittwochs gibt es auch Chat-Hilfe von 16 bis 18 Uhr.

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