Unsichtbare Arbeit hört nie auf, aber jemand muss sie erledigen.
Am Kochtopf
Ich hasse es zu kochen. Kochen hat mich nie interessiert, ich habe immer mit den Augen gerollt, wenn Freundinnen erzählten, wie sehr sie es entspanne oder wie kreativ sie sich dabei fühlen. Ich kann an einer Hand abzählen, wie oft ich vor der Geburt meines Kindes gekocht habe. Das hat sich geändert, denn mit Kind kann ich nicht einfach eine Tiefkühlpizza in den Ofen schieben oder Nudeln zu einer Fertigsauce kochen. Seit ich Mama bin, verbringe ich die meiste Zeit in der Küche am Kochtopf. Hass ich es? Ja. Aber wenn ich es nicht mache, isst mein Kind nie Gemüse – also mache ich meinen Job.
Das Drumherum
Im Gegensatz zu der Vorrednerin koche ich gern, was mich belastet, ist das Drumherum. Zu überlegen, was die Familie essen soll, und vor allem die mentale Arbeit, den Wochenplan zu erstellen und danach einzukaufen. Manchmal muss ich umplanen, wenn etwas im Laden fehlt. Alles nach Hause tragen, putzen, verstauen. Nach dem Kochen und Essen wartet der Abwasch, der auch an mir hängen bleibt. Mein Mann versteht nicht, warum ich nicht ausflippe, wenn er selten mal das Abendessen macht. Ich danke ihm nicht, weil das schnelle Zusammenstellen des Essens mir auch leichtfällt, aber alle anderen Aufgaben das sind, die mir schwerfallen.

Die Berge
Samstags räume ich die „Berge“ auf, die sich unter der Woche angesammelt haben. Welche Berge? Zum Beispiel lässt meine Tochter ihre Haarklammern, Haargummis, Haarbänder und Schminksachen überall im Haus liegen – die sammle ich ein. Mein Sohn lässt halbvolle Gläser oder Tassen überall stehen, und wenn ich sie nicht spülen würde, würden sie ewig dort stehen bleiben. Mein Mann lässt seine Werkzeuge an seltsamen Orten liegen, etwa auf der Küchenarbeitsplatte, dem Couchtisch oder am Badewannenrand. Und dann sind da noch die überall verteilten Wäscheberge, die ich wegräumen muss. Dieses ständige Aufräumen treibt mich in den Wahnsinn, und deshalb suchen alle alles bei mir und streiten mit mir, wenn etwas fehlt.
Der ewige Kreislauf
Mit drei Kindern muss ich nicht erklären, wie viel schmutzige Wäsche täglich anfällt – die Waschmaschine läuft wirklich ständig. Etwas Lebensqualität brachte uns, dass wir einen Trockner gekauft haben – der ebenfalls unermüdlich arbeitet – aber das Bügeln, Falten und Wegräumen bringt mich manchmal zum Verzweifeln, wenn ich einen riesigen Stapel sauberer Wäsche angehe.
Erholsamer Urlaub
Mein Mann hat es leicht: Er setzt sich ans Steuer. Für mich gehen harte Tage voraus, wenn wir mit den Kindern an den Balaton fahren. Ich packe die Kleidung für alle, ja, auch für meinen Mann. Ich packe Spielzeug, Medikamente, Mückenschutz, Pflaster, Gesellschaftsspiele und Karten ein. (Nur meine eigenen Sachen vergesse ich oft, weil für mich selbst keine Zeit bleibt.) Im Ferienhaus koche, spüle und putze ich genauso wie zu Hause. Wenn wir zurückkommen, packe ich aus, räume auf, kümmere mich um die Berge an Wäsche, und mein Partner versteht nicht, warum ich mich im Urlaub nicht erholen kann.

Das Badezimmer
Als ich noch Single war und nur für mich putzen musste, war das keine große Last. Aber mit zwei Kindern und einem Mann ist das eine andere Geschichte. Vor allem die Hygiene im Bad ist schwer zu halten – obwohl ich da am empfindlichsten bin – denn als einzige Person nach so vielen Menschen Toilette, Badewanne und WC zu putzen, ist wirklich nicht mein Lieblingsjob.











