Wie sehr beeinflusst Geld das Privatleben und die mentale Gesundheit?
Geschrumpft
Alles wurde kleiner. Vom großen Haus in eine kleine Einzimmerwohnung gezogen, in die nicht mal die Hälfte meiner Sachen passte. Also habe ich 70 % meiner Kleidung und Gegenstände online verkauft. Mein Auto tauschte ich gegen ein Monatsticket für den Nahverkehr, das Essen kam vom Herd statt vom Lieferservice oder Restaurant. Große Veränderung, aber ich bereue nichts, denn ich habe gelernt, dass ich mit viel weniger auskomme. Es zählt nicht, was du hast, sondern was du daraus machst.
Der Weg zur Heilung
Damals wurde mir klar, dass ich spielsüchtig bin – so konnte es nicht weitergehen.
Haha
Eigentlich ist nichts passiert, denn ich komme aus einer armen Familie und bin mit nichts aufgewachsen. Ich habe hart gearbeitet, bis ich finanziell wieder auf den Beinen war – und sogar mehr als das. Heute weiß ich: Egal, was kommt, ich halte stand. Das macht mich viel gelassener.
Der Weckruf
Nach einem gescheiterten Suizidversuch wurde mir klar, dass ich leben will. Daraufhin meldete sich eine Jugendliebe bei mir – wir leben seitdem bescheiden, aber glücklich zusammen.
Das Eis ist gebrochen
Als unser Haus samt allem Wertvollen abbrannte, sah ich meine Frau an und sagte zum ersten Mal im Leben: Sie hatte Recht. Wir hätten die teurere Versicherung abschließen sollen. (Trotzdem hat sie sich von mir getrennt…)
Erleuchtung

Ich arbeitete bei einem Großkonzern, gut bezahlt, aber ohne Privatleben. Als meine Abteilung aufgelöst wurde und alle entlassen wurden, war ich zuerst geschockt. 15 Jahre lang definierte ich mich nur über meinen Job. Mein soziales Leben spielte sich am Arbeitsplatz ab, Kollegen waren meine Freunde, ich aß und trainierte dort – alles passierte im Büro. Drei Monate war ich arbeitslos. Ich besuchte meine Eltern auf dem Land, knüpfte alte Kontakte zu Verwandten und Freunden wieder. Ich begann zu wandern, backte Brot zu Hause und fand Freude an kleinen Dingen. Fast hatte ich wieder einen Sinn im Leben gefunden, doch dann rief mich mein ehemaliger Arbeitgeber an, bot mir eine höhere Position und mehr Gehalt – und ich sprang zurück in den seelenraubenden Hamsterrad. Keine Lektion, kein Happy End.
Allein
Ich habe ein Risiko eingegangen, das nicht aufging, und mein Vermögen verloren. Meine Frau zog aus und nahm die Kinder mit, ich blieb allein zurück. Eine harte Lektion vom Leben, die ich verdient hatte. Ich war vorher sorglos und zu locker, danach arbeitete ich jahrelang daran, das Vertrauen meiner Frau zurückzugewinnen und meine Familie wiederzuerlangen.
Gute Freunde
Da wurde klar, dass Geld genauso großen Einfluss auf Freundschaften hat wie auf Partnerschaften. Meine Kumpels verschwanden, als ich mir gemeinsame Segeltörns, Casinobesuche, teure Restaurants und VIP-Logen nicht mehr leisten konnte. Auf einen Schlag war ich raus, als hätte ich nie zur Gruppe gehört. Das tat am meisten weh – dass Menschen, die ich wie Brüder liebte, mir so leicht den Rücken kehrten.
Lebwohl
Meine Freundin war eines Tages noch da, am nächsten nicht mehr. Sie suchte sich jemanden, der ihren Lebensstil finanzieren konnte. Das tat kurz weh, aber ich erkannte schnell, dass es besser so war. So wusste ich endlich, wer sie wirklich ist. Heute lache ich darüber, dass ich damals sogar überlegt hatte, sie zu heiraten.
Optimistisch
Das Beste, was mir passieren konnte. Für einen kleinen Betrag mietete ich ein heruntergekommenes Häuschen auf dem Land, mitten im Nirgendwo. Ich ließ Internet anschließen und verdiente mir mit ein paar Stunden IT-Jobs täglich meinen Lebensunterhalt. Ich entdeckte meine Liebe zum Gärtnern und handwerklichen Arbeiten rund ums Haus. Ich, der vorher nie ein Regal angebracht hatte, renovierte das Häuschen komplett – dank YouTube-Tutorials. Mein Gemüsegarten ist so groß, dass ich kaum noch Geld für Essen ausgebe, denn er versorgt mich. Ich habe sogar Hühner und eine Ziege. Ohne den Verlust hätte ich nie erfahren, dass dieser Großstadtmensch auf dem Land wirklich zu sich findet.











