Es gibt Orte auf der ungarischen Landkarte, bei denen man zweimal hinschauen muss, bevor man überhaupt versucht, sie laut vorzulesen. Konsonanten türmen sich auf, Silben ziehen sich endlos hin, und selbst geübte Sprecher kommen ins Stolpern.
Wir haben zehn dieser sprachlichen Herausforderungen zusammengetragen. Die Frage ist nur: Wie viele davon bekommst du beim ersten Anlauf fehlerfrei ausgesprochen?
Csáfordjánosfa
Dieses Dorf liegt im Komitat Győr-Moson-Sopron, an der Grenze zum Komitat Vas. Der Ortsteil Répcecsáford taucht erstmals 1382 in einer Urkunde auf – damals noch als „Chapford". Jánosfa wird 1414 zum ersten Mal urkundlich erwähnt.
Am Rand von Csáfordjánosfa findet übrigens jedes Jahr das Welttreffen der ungarischen Kinder statt.
Badacsonytördemic
Die Gemeinde Badacsonytördemic liegt im Komitat Veszprém, im Kreis Tapolca. Ihr früherer Name war das nur ein wenig leichter auszusprechende Nemestördemic.
Das Gebiet war bereits in der Bronzezeit besiedelt. Die erste schriftliche Erwähnung stammt aus einer Urkunde von 1219 – dort unter dem Namen Turdemiz. Heute gehört der Ort zum Weinbaugebiet Badacsony.
Krasznokvajda
Beim ersten Lesen kaum zu glauben, aber Krasznokvajda liegt nicht in Polen, sondern im Komitat Borsod-Abaúj-Zemplén, im Kreis Encs. Der Ort entstand aus dem Zusammenschluss zweier zuvor eigenständiger Siedlungen: Krasznokpuszta („Krasznyik") aus der Cserehát-Region und Vajda aus dem Torna-Hügelland.
Wer hier vorbeikommt, sollte sich die traditionelle Struktur des Altdorfs und die denkmalgeschützten Bauernhäuser ansehen.
Balogunyom
Viel Glück dabei, das „o" und das „u" bei diesem Namen aus dem Komitat Vas nicht schon beim ersten Versuch zu vertauschen.
Balogunyom beherbergt übrigens das malerische Borsics-Schloss, das 1790 von Éva Gotthárd aus der Familie Gotthard erbaut wurde – bevor das Gebäude später in den Besitz der Familie Borsics überging.
Kerkateskánd
Im Südwesten des Komitats Zala, direkt südlich von Lenti, liegt dieser Ort im Tal des Baches Kerka, der gelegentlich sogar Überschwemmungen verursacht. Er entstand aus dem Zusammenschluss von Teskánd und Kerkatótfalu.
Teskánd ist eine Siedlung aus der Árpáden-Zeit, Kerkatótfalu wurde erstmals im 15. Jahrhundert urkundlich erwähnt.
Bejcgyertyános
Nicht János, nicht Tyános, sondern Gyertyános. Es ist ziemlich selten, dass sich in einem ungarischen Ortsnamen so viele Konsonanten aneinanderreihen.
Auch dieser Zungenbrecher aus dem Komitat Vas ist aus der Verschmelzung zweier Ortschaften entstanden – und dabei ordentlich sperrig geworden.
Pókaszepetk
Pókaszepetk ist eine Gemeinde im Komitat Zala, im Kreis Zalaegerszeg, am Ufer des Flusses Zala. Der Ortsteil Szepetk wird 1262 erstmals erwähnt, Pókafa im Jahr 1453.
Im 16. Jahrhundert zerstörten die Türken den Ort fast vollständig; erst im 18. Jahrhundert wurde er wieder besiedelt.
Rásonysápberencs
Diese Gemeinde, rund 30 Kilometer (etwa 19 Meilen) von Miskolc entfernt, trägt den längsten Ortsnamen im gesamten Komitat Borsod-Abaúj-Zemplén.
Der Grund? Wie bei vielen ähnlich klingenden Namen entstand auch dieser aus einem Zusammenschluss – nur dass hier gleich drei Gemeinden vereint wurden: Abaújsáp, Rásony und Szárazberencs schlossen sich am 1. Januar 1938 zusammen.
Nemesrempehollós
Versuch mal, diesen Namen aus dem Komitat Vas dreimal schnell hintereinander zu sagen, ohne dass sich deine Zunge verheddert.
Nemesrempehollós ist ein Straßendorf mit nur einer Hauptstraße und langgestreckten Grundstücken. Laut Daten von 2015 lebten hier gerade einmal 295 Menschen.
Agyagosszergény
Die Gemeinde im Komitat Győr-Moson-Sopron entstand 1927 aus dem Zusammenschluss von Agyagos und Fertőszergény. Bis 1928 trug sie den nicht weniger komplizierten Übergangsnamen Fertőszergényagyagos.
Der Ort ist außerdem der Geburtsort von Károly Csapó, einem 19-fachen Nationalspieler und ungarischen Vizemeister und Bronzemedaillengewinner im Fußball.
Wie viele hast du beim ersten Versuch geschafft?
Egal, ob du an drei oder an neun dieser Namen gescheitert bist – du bist in guter Gesellschaft. Selbst Muttersprachler brauchen bei diesen Ortsnamen oft mehrere Anläufe.
Warum sind ungarische Ortsnamen oft so lang?
Viele der längsten Ortsnamen entstanden durch den Zusammenschluss mehrerer eigenständiger Dörfer. Die einzelnen Namen wurden dabei einfach aneinandergehängt – so wurde aus drei Gemeinden zum Beispiel Rásonysápberencs.
Welcher ist der längste Ortsname in dieser Liste?
Rásonysápberencs gilt als längster Ortsname im Komitat Borsod-Abaúj-Zemplén. Er entstand aus der Vereinigung von gleich drei Gemeinden: Abaújsáp, Rásony und Szárazberencs.
Sind diese Orte einen Besuch wert?
Durchaus. In Krasznokvajda kann man traditionelle Bauernhäuser bewundern, Balogunyom beherbergt ein malerisches Schloss, und Badacsonytördemic liegt mitten im Weinbaugebiet Badacsony.











