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Rentenerhöhung 2027: Wer bekommt wie viel mehr – und ab wann?

Szalai Dóra5 Min. Lesezeit
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Rentenerhöhung 2027: Wer bekommt wie viel mehr – und ab wann? — Lebensstil
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Ab dem 1. Januar 2027 könnte sich für Hunderttausende Rentnerinnen und Rentner einiges grundlegend ändern. Die ungarische Regierung plant, das gesetzliche Rentenminimum auf mehr als das Vierfache anzuheben – und auch für alle, die knapp darüber liegen, soll es spürbar mehr geben. Über 700.000 Menschen wären von dem Paket betroffen.

Finanzminister András Kármán hat angekündigt, dass ab dem 1. Januar 2027 der Mindestbetrag der Altersrente von umgerechnet rund 80 Euro auf etwa 325 Euro monatlich steigen soll – mehr als eine Vervierfachung. Betroffen wären neben Altersrentnerinnen und -rentnern auch Personen mit Erwerbsminderungsrente, Rehabilitationsleistungen sowie Waisenrenten, die auf Rentenbasis berechnet werden.

Das aktuelle Rentenminimum ist seit 2008 unverändert – die geplante Anhebung wäre damit die erste und gleichzeitig größte Korrektur seit fast zwei Jahrzehnten.

Wichtig zu verstehen: Der neue Mindestbetrag gilt für die volle Altersrente sowie für Personen über 65 Jahre mit Erwerbsminderungsrente. Für Teilrenten gelten eigene Regelungen – der neue Mindestbetrag ist also nicht automatisch auf alle Rentenformen anwendbar.

Wie funktioniert die gestaffelte Erhöhung bis rund 395 Euro?

Neben der Anhebung des Rentenminimums plant die Regierung ein gestaffeltes Korrektursystem für alle, deren Rente zwar über dem neuen Mindestbetrag liegt, aber noch immer als niedrig gilt. Die Staffelung greift für Renten zwischen dem neuen Mindestsatz und etwa 395 Euro monatlich.

Die geplanten Stufen im Überblick:

  • Wer nach der regulären Januarerhöhung weniger als rund 292 Euro erhält, wird auf ca. 325 Euro angehoben.
  • Zwischen ca. 292 und 338 Euro: Aufschlag von rund 32 Euro.
  • Zwischen ca. 338 und 352 Euro: Erhöhung um rund 27 Euro; zwischen ca. 352 und 365 Euro: plus rund 22 Euro.
  • Zwischen ca. 365 und 378 Euro: plus rund 16 Euro; zwischen ca. 378 und 395 Euro: Aufstockung auf einheitlich rund 395 Euro.

Ein entscheidendes Detail: Die Reihenfolge zählt. Die Staffelkorrektur wird erst nach der regulären Januarerhöhung berechnet. Wer durch die allgemeine Anpassung bereits knapp über eine Schwelle gelangt, kann in eine andere Stufe fallen – die individuelle Wirkung lässt sich daher erst nach Bekanntgabe der genauen Januarerhöhung 2027 abschließend berechnen.

Was ändert sich bei Erwerbsminderungs-, Waisen- und Altersbeihilfen?

Die geplanten Änderungen gehen über die reine Altersrente hinaus. Laut Ankündigung sollen ab Januar 2027:

  • Erwerbsminderungs- und Rehabilitationsleistungen um 10 Prozent steigen.
  • Für Personen über 65 mit Erwerbsminderungsrente soll ein Mindestbetrag von rund 325 Euro gelten.
  • Die Mindestwaisenrente steigt von rund 135 Euro auf etwa 162 Euro monatlich.

Für Erwerbsgeminderte unter 65 Jahren gilt ein anderer Maßstab: Ihre Leistungen können unter dem allgemeinen Mindestbetrag bleiben, werden aber ebenfalls um 10 Prozent erhöht. Der einheitliche Mindestbetrag von rund 325 Euro ist in diesem Fall also nicht garantiert.

Auch die Einkommensgrenzen für die Altersbeihilfe – eine Unterstützung für ältere Menschen ohne ausreichende Rentenansprüche – sollen sich verdoppeln. Das könnte auch jenen zugutekommen, die nur eine Teilrente beziehen, weil sie weniger als 20 Beitragsjahre vorweisen können.

Was passiert mit der regulären inflationsgebundenen Rentenanpassung?

Unabhängig von den geplanten Sondermaßnahmen gibt es weiterhin die jährliche inflationsgebundene Rentenanpassung, die alle gesetzlichen Renten betrifft. Laut geltendem Recht werden die Renten jeden Januar entsprechend der prognostizierten Inflation angepasst.

Die genaue Höhe der allgemeinen Rentenanpassung für Januar 2027 steht noch nicht fest.

Die Staffelkorrektur wird erst im Anschluss an diese allgemeine Erhöhung berechnet – beide Maßnahmen greifen also nacheinander, nicht gleichzeitig.

Muss man selbst aktiv werden, um mehr Rente zu erhalten?

Nein. Laut Ankündigung müssen Betroffene keinen gesonderten Antrag stellen – die Änderungen sollen automatisch wirksam werden. Die genauen gesetzlichen Ausführungsbestimmungen werden im Rahmen des Haushaltsgesetzes 2027 festgelegt.

Wer heute eine Rente nahe am oder unterhalb des aktuellen Minimums bezieht, sollte die offiziellen Bekanntmachungen im Blick behalten, sobald die genauen Regelungen veröffentlicht werden.

Für das gesamte Paket sind erhebliche Haushaltsmittel eingeplant: Finanzminister Kármán bezifferte das Budget für das Rentenprogramm 2027 auf umgerechnet rund 332 Millionen Euro. Wer unsicher ist, in welche Stufe seine individuelle Rente fiele – etwa bei Teilrenten oder besonderen Leistungsformen –, sollte sich direkt an die zuständige Rentenversicherungsstelle wenden, da die individuelle Einstufung von Beitragsjahren und Rentenart abhängt.

Gilt die Erhöhung auch für Rentnerinnen und Rentner im Ausland?

Das hängt von den jeweiligen Vereinbarungen ab. Grundsätzlich richtet sich das Paket an Personen, die eine ungarische gesetzliche Rente beziehen – unabhängig vom Wohnsitz. Die genauen Regelungen werden erst mit dem Haushaltsgesetz 2027 festgelegt.

Was ist der Unterschied zwischen Rentenminimum und allgemeiner Rentenanpassung?

Das Rentenminimum ist der gesetzlich garantierte Mindestbetrag für eine volle Altersrente. Die allgemeine Rentenanpassung hingegen erhöht alle Renten jährlich entsprechend der Inflation. Beide Maßnahmen wirken 2027 nacheinander: erst die Inflationsanpassung, dann die Staffelkorrektur.

Wann wird die genaue Höhe der Januarerhöhung 2027 bekannt?

Der genaue Prozentsatz der allgemeinen inflationsgebundenen Rentenanpassung für Januar 2027 steht derzeit noch nicht fest. Er wird im Rahmen des Haushaltsgesetzes 2027 festgelegt und voraussichtlich gegen Ende 2026 veröffentlicht.

Was passiert, wenn meine Rente knapp über einer Schwelle liegt?

Da die Staffelkorrektur erst nach der regulären Januarerhöhung berechnet wird, kann sich die Einordnung in eine Stufe noch verschieben. Wer durch die allgemeine Anpassung eine Schwelle überschreitet, fällt automatisch in die entsprechende höhere Stufe – oder profitiert möglicherweise von einem geringeren Aufschlag als zunächst erwartet.

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