Sommer bedeutet für viele von uns Leichtigkeit. Längere Tage, mehr Bewegung, Sonne auf der Haut – und irgendwie auch das Gefühl, dass der Körper nach frischeren, leichteren Mahlzeiten verlangt.
Bunte Salate, kalte Fruchtsuppen, schnelle Wraps oder ein leichtes Gemüseabendessen: Im Sommer fühlt sich das alles irgendwie natürlicher an. Als würde der Körper selbst signalisieren, dass er jetzt anders ernährt werden möchte.
Aber dann gibt es da noch die andere Seite des Sommers. Die Grillabende, die Strandbuden, die Urlaubsmomente – und all die Gerichte, die unweigerlich dazugehören. Ein Stück Pizza beim Bummeln am Meer, ein saftiger Burger mit Freunden, ein Eis an einem glühend heißen Nachmittag oder Pfannkuchen statt Abendessen. Und plötzlich steht man vor der Frage: Esse ich jetzt „gesund" – oder genieße ich einfach den Sommer?
Ich habe lange in genau diesen zwei Extremen gedacht. Bis ich verstanden habe: Es geht mir nicht um Salat oder Pizza. Es geht mir um Balance.
Nicht Verbote haben mir geholfen, sondern ein stabiles Fundament
Der größte Wandel in meiner Denkweise kam, als ich begriffen habe, dass nicht ein paar sommerliche Ausnahmen meinen Lebensstil bestimmen – sondern das, was ich insgesamt täglich tue.
Heute achte ich das ganze Jahr darüber, dass möglichst viele nährstoffreiche, echte Lebensmittel auf meinem Teller landen. Nicht aus Perfektionismus, sondern weil ich verlässliche Gewohnheiten aufgebaut habe, die mir guttun. Mehr Obst und Gemüse, regelmäßig selbst gekochte Knochenbrühe wegen des hohen Kollagengehalts, und eine Handvoll einfacher Gerichte, die schnell gehen und meinen Körper wirklich nähren.
Zu meinen liebsten Sommergerichten gehören inzwischen bunte Rohkostmixe, die ich in wenigen Minuten zusammenstelle, Thunfischsalate mit Zitrone und Nudelsalate, die sich im Sommer besonders praktisch machen. Außerdem habe ich Gewürzmischungen entdeckt, mit denen selbst einfaches Hühnchen oder Fisch so aromatisch wird, dass ich danach keinerlei Sehnsucht nach einem panierten, in Öl gebratenen Gericht verspüre.
Das Ergebnis: Im Sommer fühlt es sich für mich überhaupt nicht nach „Diät" an. Im Urlaub esse ich abends ganz entspannt eine Pizza – und am nächsten Tag habe ich ganz von selbst Lust auf etwas Leichteres: einen frischen Salat oder gegrillten Fisch mit Gemüse.
Der Sommer besteht nicht nur aus Salat – und das ist völlig in Ordnung
Ich finde es wichtig, das offen auszusprechen: Sommer bedeutet heute längst nicht mehr nur leichte Kost. Auch wenn wir uns nach frischen Gerichten sehnen, sind wir gleichzeitig von verführerischen Erlebnisessen umgeben.
Bei Grillabenden isst man schnell zu viel, Strandimbisse sind selten für ihre ausgewogene Küche bekannt – und manchmal hat man einfach Lust auf eine Pizza oder einen Burger. Ehrlich gesagt: Das ist vollkommen menschlich.
Mir hat es enorm geholfen, das Denken in „guten" und „schlechten" Lebensmitteln loszulassen. Wenn ich im Alltag überwiegend nährstoffreich esse, dann hat ein Genussgericht zwischendurch absolut seinen Platz. Und zur Balance gehört für mich auch, dass ich ohne schlechtes Gewissen esse – denn Schuldgefühle nach dem Essen helfen niemandem.
Als Gluten- und Laktoseintolerante hat sich für mich eine ganz neue Welt geöffnet
Mit einer Gluten- und Laktoseintoleranz habe ich gelernt, wie wenig sinnvoll es ist, Lebensmittel zu verallgemeinern. Eine Pizza muss nicht immer gleich aussehen. Ein Burger oder Pfannkuchen auch nicht.
In den letzten Jahren sind viele hochwertige Zutaten und Mehlmischungen auf den Markt gekommen, aus denen sich wunderbar „reformierte" Lieblingsgerichte zubereiten lassen. Heute kann man Waffeln, Pizza oder Burgerbrötchen aus nährstoffreicheren Zutaten backen – ohne dabei auf den Genuss zu verzichten.
Beim Einkaufen achte ich neben der Glutenfreiheit oft auf Zutaten wie Haferflocken, Buchweizen, Hirse, Kichererbsenmehl oder Reismehl. Aus diesen Grundzutaten lassen sich erstaunlich vielseitige Gerichte zaubern – von Schokoladenschnecken bis hin zur Pizza.
Und vielleicht ist genau das das Wichtigste: Ich suche heute nicht mehr danach, wie ich auf Dinge verzichten kann – sondern wie ich meine Lieblingsgerichte so gestalten kann, dass sie meinen Körper gleichzeitig unterstützen.
Balance beginnt manchmal mit einem Stück Pizza
Für mich bedeutet ein gesunder Lebensstil heute keine Strenge mehr. Es bedeutet, auf mich selbst zu hören. Zu spüren, was ich wann brauche, was mir langfristig guttut – und wie ich meinen Körper unterstützen kann, ohne dabei die Freude am Essen zu verlieren.
Ich bin überzeugt: Wenn das Fundament stimmt, passt eine Pizza meistens problemlos dazu. Nicht weil man sie sich „verdient" hat, sondern weil sie Teil der Balance sein kann.
Das Wichtigste bleibt am Ende immer dasselbe: auf die eigenen Körpersignale achten. Denn es gibt keine einzige perfekte Sommerernährung. Aber es gibt einen Weg, auf dem nährende Salate und gesellige Pizzaabende ganz friedlich nebeneinander existieren können.











