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Seit wir so zu Besuch gehen, gibt es keine festlichen Konflikte mehr in der Familie

Szabó Erzsébet4 Min. Lesezeit
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Seit wir so zu Besuch gehen, gibt es keine festlichen Konflikte mehr in der Familie — Familie
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Wir alle kennen dieses besondere Spannungsfeld, das vor Familienbesuchen in der Luft liegt. Wir hoffen auf ein friedliches Beisammensein, doch innerlich fragen wir uns: Welcher Kommentar, welches Missverständnis oder welches unpassende Gespräch bringt die Stimmung zum Kippen?

Auch wir haben solche Situationen oft erlebt, doch irgendwann hatten wir genug davon, dass sich jedes Jahr dasselbe wiederholt. Statt den Kontakt zu den „herausfordernden“ Familienmitgliedern abzubrechen, zogen wir eine andere Grenze: Wir haben uns verändert. Seit wir gelernt haben, anders mit diesen Situationen umzugehen, gibt es keine festlichen Konflikte mehr – obwohl unsere Verwandten noch immer nicht ihre innere Ruhe gefunden haben.

Planung raubt nicht die gute Stimmung

In den letzten Jahren habe ich festgestellt, dass der wichtigste Schlüssel für festlichen Frieden das Timing ist. Nicht hektisches Organisieren nach dem Motto „Wer kann wann?“, sondern ein im Voraus abgestimmter, für alle angenehmer Zeitpunkt. So kann der Gastgeber entspannt planen, wir fühlen uns nicht gehetzt oder unwohl. Meist stimmen wir den Tag Wochen vorher ab und später die genaue Uhrzeit.

Schon bei der Einladung geben wir grob an, wie lange wir bleiben können. Das ist keine Unhöflichkeit, sondern Ehrlichkeit und hilft allen: Jeder weiß, wie er sich vorbereiten, seine Energie einteilen und den Abend oder das nächste Programm planen kann. Mit diesem einfachen Planungsablauf vermeiden wir eine der größten Konfliktquellen: die Unsicherheit und Anspannung.

Dankbarkeit ist das beste Stimmungsmittel

Wir übertreiben es nie, aber bringen immer eine Kleinigkeit mit, auch wenn wir ausgemacht haben, keine Geschenke zu machen. Das ist vor allem ein Dankeschön für die Gastfreundschaft: eine Topfpflanze, etwas Süßes, ein guter Wein…

Der Gastgeber spürt, dass wir seine Mühe wertschätzen, und das stimmt die Begegnung von Anfang an angenehmer.

Weihnachten ist oft voll von (unnötigen) Erwartungen und Formalitäten, aber diese kleine Geste tut allen gut und verpflichtet niemanden.

Familiäre Streitigkeiten sind unvermeidbar – aber du musst nicht mitmachen

Auch wir haben Verwandte, die jedes Jahr dasselbe Programm abspielen: unnötige Bemerkungen, unter der Gürtellinie liegende Kommentare, ungebetene Ratschläge… Früher haben wir reflexartig reagiert, uns verteidigt, erklärt oder uns geschworen, im nächsten Jahr nicht mehr zu kommen. Heute lassen wir solche Äußerungen eher an uns abprallen. Nicht, weil wir keine Meinung hätten oder nicht schlagfertig sein könnten, sondern weil wir gelernt haben: Diese Worte handeln nicht von uns.

Kein Fest wird besser, wenn wir uns auf Streit einlassen.

Familie feiert gemeinsam Weihnachten

Wenn du die Situation mit Humor nimmst oder die Meinung einfach ignorierst, verändert sich die Atmosphäre. Nicht nur du atmest auf, sondern auch alle anderen Anwesenden. Festlicher Frieden entsteht oft daraus, dass wir Provokationen nicht persönlich nehmen, weil wir wissen, dass sie uns nichts angehen.

Natürlich gibt es Grenzen, die wir respektieren und von anderen auch erwarten. Zum Glück gibt es bei uns nur kleine Reibereien, aber wenn jemand regelmäßig über uns hinweggeht oder verletzend und toxisch wird, ziehen wir klare Linien. Für den Frieden tun wir viel, aber wir müssen uns nicht selbst aufopfern.

Frieden ist ansteckend: Wenn du ihn schaffst, steckt er andere an

Du musst dich zu den Feiertagen nicht verstellen, aber es hilft, mit Feingefühl zu entscheiden, was du in den gemeinsamen Raum lässt und was nicht. Wenn du Politik, Religion und Konflikte vermeidest, auf die du keinen Einfluss hast, fällt es viel leichter, ehrlich und entspannt dabei zu sein – und Gespräche entgleisen seltener in hitzige Streits. Das macht dich nicht oberflächlich und du musst nicht verbergen, was dich bewegt. Es geht nur darum, Gespräche zur richtigen Zeit zu öffnen oder zu beenden.

Zu Weihnachten gehen wir nicht zum Kämpfen, sondern zum Verbinden. Oft ist das größte Geschenk, zu erkennen, wann es besser ist, den eigenen Standpunkt zurückzustellen…

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