Viele Berufstätige geben zu, dass sie manchmal eine Pause machen, um Instagram zu scrollen, neue Sneaker zu shoppen oder einen Blick auf eine Dating-App zu werfen. Aber wie sieht es mit Pornos aus? Das ist definitiv ein Tabuthema. Psychologen, Plattformen für Erwachsenenunterhaltung und Cybersicherheitsexperten sind sich einig: Das ist längst keine Seltenheit mehr. Denn Online-Porno ist heute leichter zugänglich und beliebter als je zuvor.
Spannende Studien zum Pornokonsum im Büro
Es gibt nur wenige wissenschaftliche Untersuchungen zum Thema Pornokonsum während des Arbeitstages. Doch Umfragen der letzten Jahre zeigen: Es kommt vor – und das überrascht manche. Laut einer globalen Umfrage des Lifestyle-Magazins Sugarcookie mit 2000 Teilnehmern haben über 60 % schon mal am Arbeitsplatz Pornos geschaut. In der Sicherheitsstudie von Kaspersky aus 2020 gaben mehr als die Hälfte der Remote-Arbeitenden zu, Pornos auf Geräten angesehen zu haben, die sie auch für die Arbeit nutzen.
Die globale Studie von Pornhub, der weltweit größten Plattform für Erwachsenenunterhaltung, bestätigt den Trend, dass Menschen während der Arbeitszeit Inhalte konsumieren. Während die Hauptzeit für Pornoschauen zwischen 22:00 und 01:00 Uhr liegt, ist 16:00 Uhr der zweitbeliebteste Zeitpunkt. Manche vermuten, dass das mit dem Trend zum Homeoffice zusammenhängt, doch die Daten zeigen, dass es auch vor der Pandemie schon einen ähnlichen Nachmittagsanstieg gab.

Mögliche Konsequenzen am Arbeitsplatz
Medienberichte über Menschen, die während der Arbeitszeit Pornos schauen, machen deutlich, wie verbreitet das ist. Neil Parish, ein britischer Abgeordneter, trat im April zurück, nachdem er im Parlament auf seinem Handy Erwachsenen-Inhalte angesehen hatte. Ein schwedischer Gefängniswärter wurde wegen Pornos am Arbeitsplatz gekürzt. Und ein australischer Fluggesellschaftsingenieur wurde entlassen, weil er auf einem Firmen-Tablet Pornos schaute.
Angesichts des hohen Risikos für Sanktionen stellt sich die Frage, warum Menschen trotzdem während der Arbeit oder auf Firmen-Geräten Pornos schauen.
Psychologische Studien zeigen: Der häufigste Grund für Pornokonsum ist Langeweile oder der Wunsch, von anderen Gefühlen abzulenken.
Erwachsenen-Inhalte dienen auch der Fantasie – um Dinge zu erleben oder zu beobachten, die im eigenen Sexualleben fehlen. Neugier, Selbstentdeckung (eigene Wünsche verstehen) und natürlich persönliche sexuelle Freude zählen ebenfalls zu den häufigsten Gründen.
Craig Jackson, Professor für Arbeitsgesundheitspsychologie an der Birmingham City University (UK), erklärt, dass fast alle diese Faktoren beeinflussen, warum Menschen auch am Arbeitsplatz Pornos anklicken. Er betont aber, dass die meisten, die auf physischen Arbeitsplätzen solche Inhalte schauen, das anders tun als zu Hause: Hier geht es weniger um Selbstbefriedigung, sondern mehr um Ablenkung.











