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„Während der Geburt musste ich ihm sogar sagen, er soll den Müll rausbringen“ – Alltägliche emotionale Frauenarbeit

Angela Fischer4 Min. Lesezeit
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„Während der Geburt musste ich ihm sogar sagen, er soll den Müll rausbringen“ – Alltägliche emotionale Frauenarbeit — Familie
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Ich bin allein Veranstaltungsplanerin, emotionale Mülltonne und Kalender zugleich: Was ist die härteste emotionale Frauenarbeit? Frauen tragen eine viel größere emotionale Last als Männer – schauen wir uns an, warum.

Der Spiegel

Ich muss immer die Stimmung meines Mannes widerspiegeln. Ist er gut gelaunt, muss ich es auch sein – traurig sein ist keine Option. Ist er wütend, soll ich mit ihm aufgebracht sein, und wenn er traurig ist, soll ich mit ihm in eine Art Lethargie fallen. Selbst wenn ich gerade gut drauf war und er mit einer Geschichte nach Hause kommt, wie unverschämt sein Chef war. Ich muss all seine Gefühle spiegeln.

Geschätzt

Es ist wirklich lieb von meinen Kindern und meinem Mann, dass sie mich als ihre wichtigste Vertrauensperson sehen, aber oft ist es auch eine Last. Zum Beispiel, wenn ich nach einem anstrengenden Arbeitstag nach Hause komme und mir nichts mehr wünsche als ein heißes Bad, Ruhe und ein Glas Wein – um meine Nerven zu beruhigen – doch ich das alles beiseitelegen muss, weil die kleine Familie auf mich wartet und jeder etwas mit mir teilen will. Es ist eine Ehre, dass sie sich mir anvertrauen, aber manchmal habe ich das Gefühl, für meine eigenen Probleme bleibt kein Platz im Kopf oder Herzen, weil ich auch die Last aller anderen trage.

Mutter sitzt gelangweilt mit einem Glas Wasser in der Hand

Die Herausforderung

Ich bin die ehrenamtliche Veranstaltungsplanerin – wie jede Mutter. Ich muss die Familienaktivitäten planen, was die undankbarste Aufgabe ist. Ein Kind will wandern oder Sport machen, das andere ins Kino oder zur Ausstellung, das dritte interessiert sich nur für Tiere. (Und dann ist da noch mein Mann, der sich wie ein viertes Kind anfühlt und ständig Kart fahren oder Billard spielen will.)

Also organisiere ich die Programme und tröste denjenigen, dem es gerade nicht passt. Ich bitte das aktuelle Kind, sich darauf einzulassen, schließlich war das Geschwisterkind neulich auch bei dem, was es interessiert hat. Manchmal erpresse ich, manchmal biete ich Belohnungen an – anders lässt sich der Familienfrieden kaum bewahren. Ich kann nicht einfach sagen, wohin wir gehen, denn dann bricht Chaos aus: ich muss immer die geduldige, liebevolle Mama bleiben. Am Ende haben alle Spaß, aber ein Danke oder Wertschätzung bekomme ich nie. Und dass ich mal ICH etwas möchte, denkt niemand und interessiert niemanden.

Nerven

Ich muss ruhig bleiben und meine Gefühle im Griff haben, wenn mein kleiner Sohn mit Mathe nicht klarkommt und seinen Federmäppchen an die Wand wirft. Wenn mein Mann einen schlechten Tag hat und nicht ansprechbar ist. Wenn meine Tochter Theater macht, weil sie ihr Abendessen nicht essen will, da sie auf Diät ist und seit gestern vegan. Ich darf nicht genervt sein – das ist einer Mutter nicht erlaubt – und ich darf vor ihnen nie weinen, sonst geraten sie in Panik.

(Wirklich passiert.)

Mutter mit gesenktem Kopf auf dem Teppich, in einer Hand Reinigungsspray, in der anderen Bürste

Der Plan

Früher war ich nicht die tüchtige Frau, die alles im Kopf behält, aber die Mutterschaft zwingt mich jetzt dazu. Ich muss alle Schulauftritte, Ausflüge, Feste, Auftritte, Sportwettkämpfe und Elternabende im Kopf haben. Alle Zahnarzt- und Arzttermine, auch die meines Mannes. Apropos Mann: Auch seine Firmenfeiern, Weihnachts- oder andere Partys behalte ich im Blick, denn ohne meine Erinnerung vergisst er sie sicher. Als ich mein zweites Kind bekam, habe ich im Krankenhaus zwischen den Wehen daran erinnert, abends den Müll rauszubringen – er vergaß es trotzdem auf dem Heimweg. Die erste Woche zu Hause verbrachte ich damit, den Müll am Ende des Gartens zu sammeln.

Die Inventur

Ich muss wissen, welche und wie viele Lebensmittel zu Hause sind. Wo die Garantieunterlagen für elektronische Geräte liegen und für alle Papiere und Dokumente bin ich verantwortlich. Der Reisepass meines Mannes, die Geburtsurkunden der Kinder, Zeugnisse, Arztbefunde – ich kenne den Platz. Nur ich weiß, in welcher Schublade Batterien, Kerzen oder Taschenlampen sind. Wo die Skier, das Zelt, der Federballschläger oder das Paddel liegen. Medikamente, Pflaster, Betadin. Selbst Werkzeuge wie Zange oder Schraubenzieher zähle ich, nicht mein Mann.

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