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Warum küssen wir uns eigentlich? Das sagt die Wissenschaft

Fehér Dia5 Min. Lesezeit
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Warum küssen wir uns eigentlich? Das sagt die Wissenschaft — Gesundheit
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Ein Kuss gehört für die meisten von uns zu den natürlichsten Arten, Liebe und Zuneigung zu zeigen. Der erste Kuss kann elektrisierend sein, und in einer langen Beziehung bedeuten ein Abschiedskuss oder ein Gute-Nacht-Kuss oft mehr, als wir denken.

Aber hast du dich schon einmal gefragt, warum wir uns überhaupt küssen? Warum bereitet es uns so viel Freude, wenn sich unsere Lippen mit denen eines anderen Menschen berühren?

So selbstverständlich es auch wirken mag: Küssen ist längst nicht in allen Kulturen verbreitet. Forschungen zeigen jedoch, dass es eine wichtige Rolle bei der Partnerwahl und beim Aufbau emotionaler Bindungen spielen kann – und sogar unsere Gesundheit beeinflusst.

Woher kommt das Küssen überhaupt?

So natürlich es sich anfühlt: Romantisches Küssen ist kein universelles menschliches Verhalten. Eine Studie, die 168 Kulturen untersuchte, ergab, dass der romantische oder sexuelle Kuss nur in etwa der Hälfte von ihnen regelmäßig vorkommt. Laut Fachleuten ist er vor allem in Gesellschaften mit komplexeren sozialen Strukturen zu finden.

Die ersten schriftlichen Belege für das Küssen stammen aus rund 4500 Jahre alten Keilschrifttafeln. Manche Forschende vermuten jedoch, dass die Gewohnheit selbst bis zu 100.000 Jahre alt sein könnte.

Eine evolutionäre Erklärung lautet: Der Kuss könnte dabei geholfen haben einzuschätzen, wie genetisch kompatibel wir mit einem möglichen Partner sind.

Der Speichel enthält nämlich Hormone und genetische Informationen, aus denen unser Körper sich unbewusst ein Bild vom Immunsystem des anderen macht.

Hinzu kommt: Die Lippen zählen zu den empfindlichsten Regionen unseres Körpers, weshalb Küssen auch ein intensives Sinneserlebnis ist. Da der menschliche Geruchssinn deutlich schwächer ist als bei vielen anderen Säugetieren, hilft der enge körperliche Kontakt zusätzlich dabei, den natürlichen Geruch und die Pheromone des anderen unbewusst wahrzunehmen.

Es gibt noch eine andere Theorie: Demnach könnte sich der Vorläufer des Kusses aus dem Verhalten entwickelt haben, bei dem Mütter ihren Säuglingen vorgekaute Nahrung von Mund zu Mund gaben. Ähnliches lässt sich auch bei mehreren Tierarten beobachten.

Was ein Kuss mit uns macht

Küssen ist nicht nur eine romantische Geste – es setzt auch biologische Prozesse im Körper in Gang. Häufig wird dabei Oxytocin genannt, das sogenannte „Bindungshormon", das eine zentrale Rolle beim Aufbau von Nähe zwischen Menschen spielt.

Interessant ist allerdings: Laut einer Studie stieg der Oxytocinspiegel durch Küssen vor allem bei Männern an, während sich bei Frauen keine ebenso deutliche Veränderung zeigte. Oxytocin wird jedoch auch bei Umarmungen oder beim Sex freigesetzt – zusammen unterstützen diese Gesten die Entstehung von Bindung wahrscheinlich noch stärker.

Ein Kuss kann außerdem die Ausschüttung von Dopamin und Serotonin fördern. Das bedeutet: Er kann für gute Laune sorgen, Stress abbauen und uns schlicht glücklicher fühlen lassen.

Wenn du wissen willst, wie sehr sich das Küssen im Lauf einer langen Beziehung verändert, findest du dazu hier spannende Einblicke.

Warum Küssen je nach Kultur ganz anderes bedeuten kann

Viele halten den Kuss für einen Grundbaustein der Romantik – doch seine Bedeutung unterscheidet sich stark je nach Kultur und Gemeinschaft. In manchen religiösen Kreisen ist der erste Kuss erst nach längerem Kennenlernen oder einer festen Bindung selbstverständlich, während in anderen Umfeldern – etwa auf Festivals oder in Clubs – ein Kuss auch ohne besondere emotionale Verbindung passieren kann.

Gerade deshalb sollte in jeder Situation eines gelten: gegenseitiges Einverständnis ist die Grundlage.

Gesund oder riskant?

Küssen bringt sowohl gesundheitliche Vorteile als auch Risiken mit sich. Studien zeigen, dass sich bei Paaren, die sich regelmäßig küssen, mit der Zeit die Bakterienflora im Mundraum immer ähnlicher wird. Das klingt zunächst vielleicht befremdlich, doch die Weitergabe nützlicher Bakterien kann auch dazu beitragen, das Immunsystem zu stärken.

Gleichzeitig können durch einen Kuss aber auch Viren und Bakterien übertragen werden. Von Herpes über Erkältungen bis hin zum Pfeifferschen Drüsenfieber – nicht umsonst wird Letzteres auch als „Kusskrankheit" bezeichnet – lassen sich so zahlreiche Infektionen weitergeben.

Deshalb ist eine gute Mundhygiene besonders wichtig, denn auch Zahnfleischerkrankungen und bestimmte Bakterien können von einem Menschen auf den anderen übergehen.

Ein Geheimnis glücklicher Beziehungen?

Studien deuten darauf hin, dass häufiges Küssen nicht nur eine romantische Geste ist, sondern auch mit der Zufriedenheit in der Partnerschaft zusammenhängt. Paare, die sich regelmäßig küssen, fühlen sich in ihrer Beziehung meist zufriedener. Manche Untersuchungen zeigen sogar, dass Küssen enger mit der Qualität des Sexlebens verknüpft ist als die reine Häufigkeit des Sex.

Natürlich ist nicht jeder Kuss romantisch. Wir küssen unsere Kinder vor dem Einschlafen, geben Freundinnen und Freunden ein Küsschen und manchmal sogar unseren Haustieren. Der Kuss ist einfach eine der ältesten und natürlichsten Arten, Zuneigung zu zeigen.

Wenn du in einer Beziehung lebst, lohnt es sich vielleicht, dir bewusst Zeit dafür zu nehmen. Ein Abschiedskuss vor dem Weg zur Arbeit oder vor dem Schlafengehen mag klein wirken – und doch können genau diese alltäglichen Gesten die Bindung langfristig stärken.

Warum küssen sich Menschen überhaupt?

Küssen kann helfen, die genetische Kompatibilität eines möglichen Partners einzuschätzen, ist ein intensives Sinneserlebnis über die empfindlichen Lippen und stärkt die emotionale Bindung. Es zählt zu den ältesten Formen, Zuneigung auszudrücken.

Welche Hormone werden beim Küssen freigesetzt?

Küssen kann die Ausschüttung von Oxytocin, Dopamin und Serotonin fördern. Diese Botenstoffe unterstützen die Bindung, heben die Stimmung und können Stress abbauen.

Ist Küssen gesund oder gefährlich?

Beides. Es kann durch den Austausch nützlicher Bakterien das Immunsystem stärken, gleichzeitig aber auch Viren und Bakterien übertragen – von Herpes bis zur „Kusskrankheit". Eine gute Mundhygiene ist deshalb wichtig.

Küssen alle Kulturen auf der Welt?

Nein. Laut einer Studie mit 168 Kulturen kommt der romantische Kuss nur in etwa der Hälfte von ihnen regelmäßig vor, vor allem in Gesellschaften mit komplexeren sozialen Strukturen.

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