Kennst du auch diesen Moment, wenn du dich bei der Arbeit nicht mehr konzentrieren kannst, die Welt um dich herum auseinanderzufallen scheint, jeder dir nur seine Wünsche, Sehnsüchte, Erwartungen und andere Dinge vorsingt, von dir eine Lösung erwartet, und du einfach nur da stehst und das Gefühl hast, gleich zu explodieren? Es ist wie in Schmerzmittel-Werbespots, wenn um die Hauptfigur herum nur die Uhren ticken und sie den Lärm der Welt wegen des Drucks und Stresses nicht mehr ertragen kann. In der Werbung sind die Schmerzmittel die Lösung.
Es gibt jedoch Tage im Leben, an denen selbst diese nicht helfen können, weil man etwas anderes braucht, um Dampf abzulassen, Stress abzubauen, aus dem Gewohnten auszubrechen und sich wieder zu sammeln. Dafür ist der mentale Gesundheitstag da, der hilft, sich besser zu fühlen und sowohl bei der Arbeit als auch im Alltag wieder in Form zu kommen.
„Der beste Grund, einen mentalen Gesundheitstag zu nehmen, ist die Vorbeugung von Burnout – nicht, wenn du schon völlig ausgebrannt bist“, sagt Rosenna Bakari, Psychologin, Autorin des Buches The Healing Journey und auf Wohlbefinden am Arbeitsplatz spezialisierte Beraterin. „Wenn das Burnout bereits eingetreten ist, brauchst du viel mehr als nur einen Tag Erholung“, fügt sie hinzu.
Der mentale Gesundheitstag steht jedem zu (leider nicht wie ein Feiertag automatisch) und dient speziell der Verbesserung und Pflege des mentalen Zustands, damit Stress und Angst nicht so eskalieren, dass sie zu einer echten Krise werden.
Wenn du das Gefühl hast, so zerrüttet zu sein, dass eine gute Nacht Schlaf nicht mehr ausreicht, um wieder in Ordnung zu kommen, brauchst du vielleicht einen freien Tag, um dich um dich selbst zu kümmern und dich nur auf dein Inneres und Entspannung zu konzentrieren.

Hier sind einige Anzeichen, dass es Zeit für einen Selbstfürsorgetag ist, über den du mit deinem Chef sprechen solltest!
- Du bist erschöpft und bei der Arbeit fällt dir fast der Kopf runter (nicht nur nach dem Mittagessen)
- Du bist reizbar gegenüber Kollegen und ungeduldig mit deinem Umfeld
- Du fühlst dich zynisch und gleichgültig
- Du liebst deine Arbeit, hast aber Angst davor, zur Arbeit gehen zu müssen
- Du kommst häufig zu spät zur Arbeit, was untypisch für dich ist
- Du kannst morgens kaum aufstehen
- Du bist stark ängstlich und wirst von jeder kleinen Aufgabe im Büro gestresst
- Du arbeitest unaufmerksam und langsam (obwohl du das sonst nicht bist)
- Du hast Kopfschmerzen, Magenschmerzen und dein ganzer Körper ist angespannt, du kannst dich nicht konzentrieren
Wie besprichst du das alles mit deinem Chef?
Für viele Arbeitnehmer ist es schwierig (manchmal auch angsteinflößend), um einen zusätzlichen freien Tag zu bitten. Mentale Gesundheit ist jedoch aus individuellen Gründen sowie für eine zukünftige rentable, flexible, effiziente und produktive Arbeit von entscheidender Bedeutung. Wenn dein Chef jemand ist, dem du vertraust und der dich einigermaßen kennt – und deinen mentalen Zustand wertschätzt –, teile ihm mit, dass du unbedingt einen Selbstfürsorgetag brauchst. Wenn nicht, ist das auch kein Problem, denn du bist nicht verpflichtet, unbedingt zu erklären, warum du einen Tag frei haben möchtest. Es gibt sogar Führungskräfte, die sich überhaupt nicht dafür interessieren, was ihre Mitarbeiter in ihrer Freizeit machen.
Wie du das Thema mentaler Gesundheitstag ansprichst, hängt von deiner Persönlichkeit, der Akzeptanz deines Chefs und den Arbeitsregeln ab. Laut einer Umfrage der American Psychological Association aus dem Jahr 2023 fühlen sich nur 40 % der Befragten von ihrem Arbeitgeber in Bezug auf mentale Gesundheit respektiert. Nur 15 % arbeiten an einem Ort, der explizit mentale Gesundheitstage anbietet.
Wichtig ist, dass du, wenn du einen Tag freinehmen möchtest, immer gut timst. Versuche im Voraus anzukündigen, wann du ihn brauchst, damit dein Chef flexibler reagieren kann, da er die Arbeit besser organisieren und im Voraus wissen kann, dass an bestimmten Tagen dein Beitrag nicht erwartet wird. Sei immer bestimmt und selbstbewusst, zeige keine Verzweiflung oder Angst. Wenn nötig, argumentiere ruhig. Zum Beispiel kannst du sagen, dass du, um in naher Zukunft besser (oder noch besser) zu leisten, einen Ruhetag brauchst. Verwende Formulierungen, die deinen Chef weniger belasten, sodass er spürt, dass du es brauchst, aber setze ihn nicht unter Druck.
Natürlich gibt es immer Ausnahmen, aber die meisten Arbeitgeber sind freundlich und flexibel bei der Urlaubsgewährung. Wenn du das Gefühl hast, mental langsam auseinanderzufallen, versuche auf jeden Fall, einen Tag freizubekommen, an dem du dich nur um dich selbst, dein mentales Wohlbefinden, deine Ruhe und Erholung kümmerst.











