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Bin ich wirklich eine schlechte Mutter, wenn ich ein Lieblingskind habe?

Angela Fischer3 Min. Lesezeit
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Bin ich wirklich eine schlechte Mutter, wenn ich ein Lieblingskind habe? — Familie

Eine Studie aus dem Jahr 2016 zeigt, dass 75 % der Mütter angaben, sich einem ihrer Kinder näher zu fühlen, während es bei Vätern 70 % waren.

Wie das Sprichwort sagt: Es gibt zwei Arten von Eltern – die mit einem Lieblingskind und die, die es nicht zugeben.

Natürlich glauben wir, dass die meisten Eltern alle ihre Kinder gleich lieben und sie nicht unterschiedlich behandeln. Doch es gibt Gründe, warum man sich einem Kind näher fühlt. Oft hängt das mit der Geburtsreihenfolge zusammen: Entweder ist das älteste Kind der Favorit oder das jüngste der kleine Liebling. Deshalb gibt es auch das sogenannte „Syndrom des mittleren Kindes“.

Auch das Geschlecht des Kindes spielt eine Rolle. Sätze wie „Papás kleines Mädchen“ oder „Mamás kleiner Junge“ sind nicht umsonst so geläufig. Häufig bevorzugt die Mutter ihre Tochter, der Vater seinen Sohn, weil sie sich besser verstehen. Das Alter der Kinder ist ebenfalls entscheidend – ein süßer Sechsjähriger lässt sich leichter lieben als ein rebellischer Teenager.

Weitere Faktoren sind die Persönlichkeit der Eltern, gemeinsame Erlebnisse und Charakterzüge. Kinder spiegeln oft einen Teil der Persönlichkeit von Mutter oder Vater wider – im Guten wie im Herausfordernden.

Es überrascht nicht, dass Eltern mehr Zeit mit dem Kind verbringen, bei dem sie sich als Mutter oder Vater erfolgreicher fühlen.

Manchmal wird ein Kind bevorzugt oder auch gemieden, weil es an einen verstorbenen Verwandten erinnert – etwa den geliebten Vater oder eine schwierige Tante.

So wie Familien sich weiterentwickeln, wachsen und Verluste erleben, verändert sich auch die Beziehung zu den Kindern. Vielleicht wird das als Liebling verwöhnte Kind zum schwierigen Teenager – oder ein kleiner Wirbelwind wird verantwortungsbewusst.

Kinder spüren genau, welches Elternteil welches Geschwisterkind mehr liebt. Wenn das zu offensichtlich ist oder das Kind sensibel darauf reagiert, kann das negative Folgen für die Familie haben.

Das kann sich in ernstem Geschwisterstreit, häufigen Familienkonflikten und im Extremfall in geringem Selbstwertgefühl, Alkohol- oder Drogenproblemen, Angstzuständen und Depressionen zeigen.

Ein vernachlässigtes Kind kann Groll bis ins Erwachsenenalter mitnehmen. Wenn du das Gefühl hast, dass das in deiner Familie ernsthafte Folgen haben könnte, zögere nicht, professionelle Hilfe von einem Psychologen zu suchen, bevor die Situation eskaliert.

Favoritismus gibt es in jeder Familie

Wenn dich also das schlechte Gewissen plagt, weil du insgeheim ein Lieblingskind hast, dann lass es los. Es ist völlig normal und kann sich im Laufe der Zeit ändern. Tröstlich ist auch, dass manche Eltern ganz offen einen Favoriten haben, es aber selbst vehement abstreiten.

Favoritismus ist in jeder Familie präsent und das ist okay. Wichtig ist, dass wir jedem Kind gleich viel Aufmerksamkeit schenken, alle gleichermaßen unterstützen und für jedes Kind dieselben Opfer bringen.

Wir sind Menschen. Wenn du bemerkst, dass du deinem Lieblingskind gerade etwas mehr Zeit, Geschenke oder Liebe schenkst, keine Panik: Das macht dich nicht zu einer schlechten Mutter. Sei stolz darauf, dass du es erkannt hast, und gib den anderen Kindern ein bisschen Extra, damit die Waage wieder ins Gleichgewicht kommt.

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