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Brainspotting: Die neue Therapie, die bei der Traumaverarbeitung helfen kann

Fehér Dia3 Min. Lesezeit
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Brainspotting: Die neue Therapie, die bei der Traumaverarbeitung helfen kann — Lebensstil
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Was ist Brainspotting?

Die Methode wurde 2003 vom Psychotherapeuten David Grand entwickelt, der zuvor mit EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) gearbeitet hatte. Eines Tages bemerkte er, dass ein Klient stärkere emotionale Reaktionen zeigte, wenn er seinen Blick auf einen bestimmten Punkt richtete. Daraus entstand die Idee: Was passiert, wenn wir durch gezielte Blickfokussierung direkt auf im Körper gespeicherte traumatische Erinnerungen zugreifen?

Beim Brainspotting konzentriert sich der Klient mit Unterstützung des Therapeuten auf einen konkreten Punkt im Sichtfeld und achtet dabei auf körperliche Empfindungen. Ziel ist nicht, das Trauma detailliert zu erzählen – oft reicht das bewusste Wahrnehmen und Erleben der körperlichen Erfahrungen, um die Verarbeitung zu ermöglichen.

Wie funktioniert es?

Die Therapie beginnt mit einem kurzen Gespräch, in dem der Klient benennt, was ihn beschäftigt – sei es Trauer, Angst, Trauma, wiederkehrende Träume oder körperliche Symptome. Anschließend hilft der Therapeut, den visuellen Punkt (den sogenannten „Brainspot“) zu finden, der körperliche Reaktionen wie Herzrasen, Magenkrämpfe oder Muskelverspannungen auslöst. Der Klient fixiert diesen Punkt und richtet seine Aufmerksamkeit auf die Prozesse im Körper.

Diese Empfindungen müssen nicht unterdrückt werden – im Gegenteil, es geht darum, sie zu erleben, zu beobachten und durch sich hindurchfließen zu lassen.

Neurologisch aktiviert die Methode tiefere Hirnregionen unterhalb der Großhirnrinde, die als Zentren für Emotionen, Erinnerungen und instinktive Reaktionen gelten. Trauma bleibt oft genau hier „stecken“, und Sprache hat keinen direkten Zugang zu diesen Schichten. Brainspotting öffnet eine Art Tür und ermöglicht so körperliche und emotionale Befreiung.

Brainspotting Methode
Source: unsplash.com

Warum kann es wirksam sein?

Studien legen nahe, dass die Blickfokussierung Gehirnareale aktiviert, die an der Verarbeitung visueller Informationen und der Aufmerksamkeitssteuerung beteiligt sind. Brainspotting kann so die Reaktionen des Gehirns auf frühere Traumata „neu verdrahten“. Dadurch kann der Körper die empfundene Gefahr besser auflösen, die für den dauerhaften Stress verantwortlich ist.

Ähnlich wie bei Mindfulness hilft die Methode, im Hier und Jetzt zu bleiben und bewusst mit den im Körper auftauchenden Empfindungen in Kontakt zu treten. So findet die Verarbeitung nicht nur auf kognitiver, sondern auch auf körperlicher Ebene statt. Mit der Zeit lösen Erinnerungen keine intensiven körperlichen oder emotionalen Reaktionen mehr aus – die Vergangenheit wird zur Erinnerung, nicht zum immer wieder erlebten Erlebnis.

Wann lohnt es sich, Brainspotting auszuprobieren?

Experten empfehlen Brainspotting besonders bei:

  • Traumata und posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS),
  • Trauer, Angst, Depression oder Panikstörungen,
  • chronischen Schmerzen oder körperlichen Symptomen,
  • sowie bei Blockaden in Leistung und emotionalen Prozessen.

Auch für Menschen, die das Gefühl haben, mit klassischen Therapien nicht weitergekommen zu sein oder schwer in Worte fassen können, was in ihnen vorgeht, kann Brainspotting eine wertvolle Option sein.

Gibt es auch Nachteile?

Wichtig ist zu wissen, dass Brainspotting keine schnelle Lösung ist und nicht für jeden geeignet. Die intensive Freisetzung von Emotionen kann überfordernd sein – deshalb ist es entscheidend, dass der Therapeut gut ausgebildet ist und einen sicheren Rahmen schafft.

Die Methode eignet sich besonders für Menschen, die offen für tiefere körperlich-emotionale Arbeit sind und Geduld für den Heilungsprozess mitbringen.

Obwohl Brainspotting noch relativ neu ist und die wissenschaftliche Forschung begrenzt, sind die bisherigen Ergebnisse vielversprechend – viele berichten von tiefer emotionaler Befreiung, besserem Schlaf, weniger Angst und weniger körperlichen Beschwerden.

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