Es beginnt mit Schmetterlingen und endet mit einem Kloß im Hals. Fast-Beziehungen fühlen sich manchmal an wie die große Liebe – nur dass immer nur eine Person wirklich alles gibt. Die andere nimmt, wann es ihr passt.
Diese Bindung geht mit intensiven Gefühlen einher, die der Mann meistens nicht erwidert. Vier Frauen erzählen, wie sie das erkannt haben – und wie sie sich schließlich befreit haben.
Die Belohnung
Mal war er hingebungsvoll, und ich fühlte mich, als wäre ich das einzige Mädchen auf der Welt. Mal war er abweisend und tat so, als wollte er nichts von mir. Ich war wie ein Hund, der ständig Männchen macht, weil er hin und wieder ein Leckerli vom Herrchen bekommt.
Es fiel mir schwer, mich zu lösen, denn wenn es gut war, war es richtig gut. Doch irgendwann sah ich ein: So gibt es keine Zukunft. Ich fühlte mich öfter ausgenutzt als glücklich. Also beschloss ich, mich nicht länger mit emotionalen Krümeln zufriedenzugeben. Ich bin mehr wert als das.
Ich war immer greifbar
Jedes Mal, wenn er sich von seiner aktuellen Freundin trennte, rief er mich an. Bei mir weinte er sich aus, ich nahm ihn in den Arm, ich tröstete ihn. Manchmal nicht nur mit Worten, sondern auch mit meinem Körper – denn ich war in ihn verliebt. Ich war froh, seinen Schmerz lindern zu können, und glaubte naiv, er würde früher oder später merken, dass ich diejenige bin, auf die er sich immer verlassen kann. Die immer für ihn da ist, wenn er sie braucht.
Das Verrückte ist: Damals fühlte es sich überhaupt nicht so an, als würde er mich ausnutzen. Heute würde ich am liebsten in der Zeit zurückreisen und mich schütteln – Was tust du da? Worauf wartest du? Warum siehst du nicht, wie egoistisch und toxisch dieses Verhalten von ihm ist? Muss ich sagen, dass mein Warten umsonst war? Ich war für ihn nur ein kleiner Notdienst für Körper und Seele, mehr nicht.
Das Rätsel
Ich habe einen Mann überhöht und wollte unbedingt das Rätsel lösen, dabei war die Sache ganz einfach: Er wollte sich nicht zu mir bekennen. Ich dachte, wenn ich mich nicht melde, ihn nicht bedränge und selbst so „unerreichbar" werde wie er, dann würde ich ihm fehlen. Aber nein.
Ich habe nur gewartet und gelitten, während er mich hin und wieder aus dem Regal holte, wenn ihm gerade danach war.
Bitterer Honig
Die Gefühle waren da, aber auch die Unsicherheit – denn die Beziehung entwickelte sich nicht. Es gab keine nächste Stufe, nur dieses ewige „Schweben". Wenn wir zusammen waren, ging es mir gut. Wenn nicht, hatte ich ein Engegefühl in der Brust. Als hätte mein Körper früher gespürt als mein Kopf, dass mir das nicht guttut.
Es war wie eine Droge. Gerade die Ungewissheit machte süchtig, weil ich mich ständig beweisen wollte. Ich wollte ihm zeigen, warum er sich für mich entscheiden sollte. Ich dachte, wenn ich mich noch mehr hingebe, würde er mich mehr lieben – doch es passierte genau das Gegenteil.
Es ist traurig, wenn sich derjenige, an dem du immer mehr hängst, immer weiter entfernt und immer stärker loslässt.
Voller Hoffnung
Die Hoffnung stirbt zuletzt – aber in meiner Fast-Beziehung ist auch ein Stück meiner Seele gestorben. Wenn wir zusammen waren, wurden meine Gefühle „aktiviert", und weil er nie klar aussprach, dass wir niemals ein richtiges Paar werden würden, verwechselte ich Hoffnung mit Liebe.
Was zwischen uns war, war sehr leidenschaftlich, aber völlig instabil – und dadurch wurde auch ich emotional labil. Ich verstand nicht: Wenn es doch so gut ist zusammen, warum machen wir es dann nicht endgültig? Als ich endlich den Mut fand und ihm diese Frage stellte, sagte er, genau das mache für ihn den Reiz aus.
„Baby, wenn wir sagen würden, dass wir zusammen sind, ginge der Zauber verloren und es würde sofort erdrückend werden – verstehst du das nicht ...?"
Nein, das verstand ich leider nicht. Aber eines verstand ich sehr wohl: Ich musste Abschied nehmen.
Was ist eine Fast-Beziehung überhaupt?
Es ist eine Verbindung mit intensiven Gefühlen und oft viel Leidenschaft, die aber nie den Status einer echten Beziehung erreicht. Es fehlt die Verbindlichkeit – und meist erwidert nur eine Person die Gefühle wirklich.
Warum fühlt es sich oft nicht wie Ausnutzen an?
Weil die guten Momente sehr echt und intensiv wirken. Wie eine der Frauen erzählt, war ihr erst im Rückblick klar, dass sie öfter ausgenutzt als glücklich war – im Moment selbst überstrahlten die schönen Augenblicke alles.
Warum wirkt so eine unklare Bindung fast süchtig machend?
Gerade die Ungewissheit erzeugt den Sog: Man will sich ständig beweisen und die andere Person überzeugen. Das ständige Hoffen wird dabei leicht mit echter Liebe verwechselt.
Wie erkenne ich, dass es Zeit ist zu gehen?
Wenn du dich öfter ausgenutzt fühlst als glücklich, wenn es nie eine nächste Stufe gibt und dein Körper mit Engegefühlen reagiert, ist das ein deutliches Signal. Wie im Text: Du bist mehr wert als emotionale Krümel.











