Jede Frau ist einzigartig – und genauso individuell ist auch jede Vagina. Doch wie unser ganzer Körper verändert sich auch unser „Blütenkelch“ mit den Jahren. Die größten Veränderungen bringen Geburt und Wechseljahre mit sich, aber schauen wir uns an, was die Jahre selbst körperlich bewirken.
In den Dreißigern
Wenn du in deinen Zwanzigern oder aktuell die Antibabypille genommen hast, kann deine Vagina schon jetzt trockener werden. Ärzte erklären das so: Die Pille verhindert den Eisprung, wodurch der Körper während der Periode weniger natürlichen "Schmierstoff" produziert. Außerdem blockiert sie die Produktion des männlichen Hormons Androgen, das auch in kleinen Mengen bei Frauen vom Eierstock und der Nebenniere gebildet wird – das kann ebenfalls zu Trockenheit führen. Aber keine Sorge, das ist von Frau zu Frau verschieden und nicht jede erlebt diese Symptome.
Die Schwangerschaft hat großen Einfluss auf die Vagina: Die Gebärmutter wächst auf die Größe einer Wassermelone, und das plötzliche Gewicht kann bei manchen sichtbare Venen im Intimbereich verursachen.
Die während der Schwangerschaft produzierten Hormone können auch die Farbe der Vulva dunkler machen. Wer ohne Kaiserschnitt entbindet, erlebt eine natürliche Erweiterung der Vagina. Glücklicherweise ist das weibliche Geschlechtsorgan sehr robust und elastisch, sodass es etwa sechs Wochen nach der Geburt seine ursprüngliche Form zurückerlangt.

In den Vierzigern
Die jahrelange Haarentfernung zeigt sich jetzt oft deutlicher: Rasieren und Waxing können die Hautfarbe verändern und eingewachsene Haare werden sichtbarer. Genau wie unser Kopfhaar wird auch die Schambehaarung in diesen Jahren dünner – das liegt am sinkenden Östrogenspiegel und ist ein Zeichen dafür, dass die Wechseljahre näher rücken.
Abgesehen von den Schwangerschaftsfolgen verändert sich die Vagina bis zu den Vierzigern kaum. Doch der sinkende Hormonspiegel kündigt die Perimenopause an – die Jahre vor der letzten Menstruation.
Manche spüren jetzt schon eine dünner werdende Vaginalwand, weniger Elastizität und unangenehme Trockenheit, die Juckreiz und Rötungen verursachen kann.

In den Fünfzigern
Die meisten Frauen erleben die Wechseljahre zwischen 50 und 52 Jahren – eine Zeit großer Veränderungen im Intimbereich. Durch den sinkenden Östrogenspiegel verlieren wir Fett und Kollagen, wodurch die Vaginalwand trockener und weniger elastisch wird. Das kann beim Sex zu Reizungen führen, die manche mit „Schmirgelpapier“ vergleichen, oder das Gefühl beschreiben, ständig auf die Toilette zu müssen.
Der sinkende Hormonspiegel bedeutet auch, dass der Körper weniger gute Bakterien produziert, was den normalen pH-Wert der Vagina verändert und sie saurer macht.
Ohne die schützenden Bakterien sind wir anfälliger für Infektionen wie Harnwegsinfekte, und auch der Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten nimmt ab. Trotzdem kommen 30 Prozent der Frauen in den Wechseljahren fast beschwerdefrei oder nur mit milden, vorübergehenden Symptomen durch diese Zeit.
Über 60 Jahre
Auch wenn die unangenehmen Folgen der Wechseljahre mit den Jahren weniger stören, bedeutet das leider nicht, dass sich die Vulva nicht weiter verändert. Über 60 Jahre berichten mehr als 60 Prozent der Frauen von störender Vaginaltrockenheit. Bei starken Beschwerden kann eine Hormontherapie Linderung verschaffen.











