Eine neue Studie zeigt, dass selbst moderater Alkoholkonsum in der zweiten Zyklushälfte die Fruchtbarkeit negativ beeinflusst. Veröffentlicht im medizinischen Fachjournal Human Reproduction, untersuchte die Studie den Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und Fruchtbarkeit. Es ist die erste, die den Alkoholkonsum während der einzelnen Phasen eines Menstruationszyklus analysiert, anstatt allgemein Fruchtbarkeit und Alkoholkonsum zu vergleichen.
Die beobachteten Frauen und die Forschungsmethode
Über 400 Frauen im Alter von 19 bis 41 Jahren wurden untersucht, wobei bis zu 19 Menstruationszyklen pro Teilnehmerin verfolgt wurden. Die Frauen führten Tagebücher über Menge und Art ihres Alkoholkonsums. In jeder Zyklusphase gaben sie zwei Urinproben zur Schwangerschaftsüberprüfung ab.
Als starke Trinkerinnen galten Frauen, die mehr als sechs alkoholische Getränke pro Woche konsumierten. Moderater Konsum lag bei drei bis sechs Getränken wöchentlich. Übermäßiger Konsum bedeutete durchschnittlich vier oder mehr Getränke pro Tag. Ein Getränk entsprach einer Dose Bier, 150 ml Wein oder einem Schnaps.
Die Forscher sammelten zudem Daten zu Faktoren, die das Ergebnis beeinflussen könnten, wie Alter, Krankengeschichte, Rauchen, Übergewicht, Verhütungsmethoden und Kinderwunsch.
Dr. Taylor, eine der Studienleiterinnen, erklärte:
„Wir stellten fest, dass starker Alkoholkonsum in jeder Phase des Menstruationszyklus signifikant mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit schwanger zu werden verbunden ist.“

Das bedeutet: Jede Menge und Art von Alkohol verringert deine Chancen, schwanger zu werden. Besonders ausgeprägt war dieser Effekt in der Lutealphase, den letzten zwei Wochen des Zyklus vor der Menstruation.
„In dieser Einnistungsphase hängt nicht nur starker, sondern auch moderater Alkoholkonsum deutlich mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft zusammen.“
Wie viel ist zu viel?
Die Forscher fanden eine deutliche Zahl: Frauen, die während der Lutealphase moderat oder stark tranken, reduzierten ihre Schwangerschaftschancen um 44 % im Vergleich zu Abstinenzlerinnen.
Nur Frauen, die in der Ovulationsphase – etwa um den 14. Zyklustag – stark tranken, hatten noch schlechtere Werte: Ihre Chancen sanken um 61 %.
Übermäßige Trinkerinnen hatten während der Lutealphase eine weitere 19 % geringere Chance, schwanger zu werden, in der Ovulationsphase lag der Rückgang bei 41 %. Die Art des Getränks spielte laut Studie keine Rolle.

Alkoholkonsum ist kein Verhütungsmittel
Die Studie betont aber auch: Alkoholkonsum bedeutet nicht, dass du nicht schwanger werden kannst. Unter der Annahme, dass eine gesunde, durchschnittlich fruchtbare Frau pro Zyklus eine 25%ige Chance auf eine Schwangerschaft hat, werden von 100 Frauen etwa 25 im ersten Zyklus schwanger. Bei moderatem Konsum sinkt diese Zahl auf 20, bei starkem Konsum auf 11 – aber sie ist nicht null.
Die Forscher machen klar, dass die Studie nicht zeigt, dass Alkoholkonsum eine sichere Verhütungsmethode ist oder dass Frauen, die in der Lutealphase trinken, keinen Schutz brauchen. Sie zeigt aber eine klare Verbindung zwischen Alkoholkonsum und Fruchtbarkeit – sogar innerhalb einzelner Zyklusphasen.
Biologisch könnte Alkohol den Ovulationsprozess stören: In manchen Zyklen wird womöglich kein Ei freigesetzt, das befruchtet werden kann.
Oder das befruchtete Ei kann sich durch Alkoholeinfluss nicht richtig in der Gebärmutter einnisten, sodass keine gesunde Schwangerschaft entsteht.











