Heute gibt es eine unglaubliche Vielfalt an BHs: mit Trägern, Push-up, mit Bügel oder ganz ohne. Doch ein Blick zurück zeigt, dass die Auswahl früher nicht so groß war und Frauen oft harte Prüfungen durchstehen mussten, um diese Kleidungsstücke zu tragen. Ein Blick in die jahrhundertealte Geschichte des BHs hilft uns zu verstehen, wie sich die bequemen und modischen Formen entwickelt haben, die wir heute kennen.
Die Anfänge: Frühe Formen des BHs
Seit den Anfängen unserer Geschichte ist der BH Teil der Damenmode, auch wenn sich Form und Funktion immer wieder wandelten. Die antiken griechischen Frauen trugen zum Beispiel ein Band namens „strophium“, das die Brust hob und stützte. Dieses Band aus Stoff oder Leder hatte eine ähnliche Funktion wie heutige Sport-BHs.
Im Mittelalter rückte die Bruststütze in den Hintergrund, stattdessen formten Korsetts die weibliche Silhouette. Diese Korsetts waren nicht nur eng an der Taille, sondern konnten durch langes Tragen die Rippen und inneren Organe schädigen.
Das Zeitalter von Samt und Stäbchen
Ab dem 16. Jahrhundert rückte die Bruststütze wieder in den Fokus, doch die Methoden blieben unbequem. Korsetts mit Walknochen waren typisch für die Zeit: Sie formten die Figur perfekt, machten die Trägerin aber fast unbeweglich.
Ende des 18. Jahrhunderts begann eine langsame Veränderung: Die starren Bügel und Stäbchen wurden gelockert und schließlich ganz weggelassen. Die industrielle Revolution brachte neue Materialien und Techniken, die bequemere und freiere Kleidungsstücke ermöglichten.
Das Erscheinen des modernen BHs
Um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert revolutionierten sich Struktur und Design des BHs. In den 1880er Jahren erfand man in Frankreich den ersten BH, der als eigenständiges Kleidungsstück getragen wurde – nicht mehr nur als Ergänzung. Für viele Frauen bedeutete das Freiheit und Komfort, denn das enge Korsett war passé.
1914 erfand Mary Phelps Jacob in den USA den modernen BH, indem sie zwei Schals und ein Band zu einem Prototyp zusammenfügte. Diese Erfindung wurde ein großer Erfolg und legte den Grundstein für die heutigen BH-Designs.
Die 1920er Jahre brachten einen Durchbruch in der Damenmode: Die Massenproduktion von BHs begann, elastische Stoffe kamen auf und die Idee der maßgeschneiderten Passform auf Basis professioneller Beratung prägte die Entwicklung nachhaltig.
Die Marktentwicklung des BHs
Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrten Frauen ins bürgerliche Leben zurück und mit ihnen der Wunsch, die weibliche Figur zu betonen. In den 1950er Jahren begann ein rasantes Wachstum des BH-Markts mit vielen neuen Formen und Funktionen, darunter Push-up-Modelle und bügellose Varianten.
Diese Modelle ermöglichten es Frauen, ihre Weiblichkeit noch bequemer auszudrücken. Die Mode orientierte sich immer stärker an den Bedürfnissen der Frauen. In den 1970er Jahren setzte sich der Sport-BH durch, der bis heute ein unverzichtbarer Begleiter für aktive Frauen ist.
Innovationen der Moderne und die Zukunft
In den letzten Jahrzehnten brachte die BH-Welt viele Neuerungen. Technologische Fortschritte und Materialforschung bieten heute außergewöhnlichen Komfort und Funktionalität. Materialien wie Memory-Schaum, nahtlose Designs und atmungsaktive Stoffe haben die Branche revolutioniert.
Immer mehr Unternehmen setzen auf Body Positivity und fertigen BHs, die individuell auf die Bedürfnisse der Trägerinnen zugeschnitten sind. Nachhaltigkeit und grüne Technologien spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle – so können zukünftige BHs noch besser die Gesundheit der Frauen und das globale Umweltbewusstsein unterstützen.











