Tierfreund zu sein ist keine Freizeitbeschäftigung, sondern eine Lebenseinstellung: Vor zehn Jahren habe ich beschlossen, aus diesem Grund auch auf Fleisch zu verzichten. Trotzdem gibt es Momente, in denen meine friedlichen Prinzipien und meine morgendlichen Terrassenerlebnisse auf die Probe gestellt werden. Obwohl ich weiche Pfoten liebe und mich jederzeit über niedliche Katzenvideos freue, muss ich zugeben: Die "Katzeninvasion", die mein Grundstück belagert, bringt mich an meine Grenzen. Das liegt nicht an fehlender Tierliebe, sondern an meiner Verbundenheit zu meinem Zuhause und der Hygiene, die am Zaun am Ende unseres Gartens – leider nur symbolisch für die Katzen – immer wieder scheitert.
Mein Gemüsegarten wurde vor meinen Augen zur öffentlichen Toilette
Der Winterschnee zeigte sich gnadenlos ehrlich: Die großen gelben Flecken im weißen Mantel und die "Geschenke", die in den Beeten vergraben waren, raubten mir schnell die Lust am Gärtnern. Ich wusste, dass Katzen bei uns ein- und ausgehen, aber dieser Anblick schockierte mich so sehr, dass ich die letzte Saison nur noch unter einem Folienzelt starten wollte. Es war einfach unerträglich, zu wissen, dass das sorgfältig gezogene Gemüse, das für meinen Tisch bestimmt ist, aus der Toilette fremder Katzen wächst.
Dann folgten nächtliche Kissenkämpfe mit unerwarteten Gästen
Nach dem Garten war die nächste Front unsere Terrasse. Ein langer Treppenaufgang führt vom Hof hinauf, und trotzdem zieht sie Besucher magisch an. Das ist einer meiner Lieblingsplätze zu Hause: Von Frühling bis Herbst sitze ich so oft wie möglich draußen. Entsprechend habe ich sie praktisch als zweites Wohnzimmer eingerichtet – mit gemütlichen Möbeln und weichen Dekokissen. Doch ich kann sie keine einzige Nacht draußen lassen.
Wenn ich am Wochenende meinen Kaffee koche und die Morgensonne sowie die erwachende Natur genießen möchte, erlebe ich meist, dass hier nachts Leben war, obwohl wir geschlafen haben. Auf den Kissen finde ich Blutflecken, auf der Decke jede Menge Haare oder, noch schlimmer, ein stechender Uringeruch erinnert an nächtlichen Besuch.
Ich habe wirklich alles ausprobiert, aber nichts hat geholfen. Momentan experimentiere ich mit der Alufolien-Methode, die wirksam zu sein scheint, aber nicht gerade die Dekoration ist, von der ich träumte.

Das Aufeinandertreffen von guter Absicht und Realität
Die ungarischen Gesetze sind ziemlich eindeutig: Tierhalter müssen dafür sorgen, dass ihre Lieblinge die Umgebung nicht stören. Das Recht auf Eigentumsschutz gilt nicht nur gegen laute Partys, sondern auch, wenn das Tier des Nachbarn regelmäßig Schaden anrichtet oder unser Grundstück verschmutzt. Es wäre Aufgabe der verantwortungsvollen Halter, einen katzensicheren Zaun zu errichten und die Kastration durchzuführen, was das Streunen deutlich reduziert.
Natürlich sind Gericht oder Amt nur der letzte Schritt, aber es ist gut zu wissen, dass auch unsere "Duldungspflicht" rechtliche Grenzen hat – besonders wenn der Schaden über das Alltägliche hinausgeht.
Als ich mit der Nachbarin über unsere Probleme sprach, zeigte sich wieder, wie unglaublich nett und liebevoll sie ist – was es mir noch schwerer macht, böse zu sein. Ihre Reaktion hat mich umgehauen: Sie schämte sich so sehr für unsere Unannehmlichkeiten, dass sie sofort anbot, die Katzen einschläfern zu lassen, nur um keinen Streit zu riskieren. Natürlich kam das nicht in Frage, verantwortungsvolle Tierhaltung endet nicht in einer Tragödie – erst recht nicht wegen mir. Die Dame kann den Zaun aus finanziellen Gründen nicht umbauen, und wenn sie die Katzen einsperrt, miauen sie die ganze Nacht und sie kann nicht schlafen – das hat sie schon versucht.

So blieb ich mit meinem ursprünglichen Dilemma zurück: Gesetz und Prinzipien sprechen für mich, doch die Realität ist viel komplexer. Ich habe eingesehen, dass egal wie sehr mich das nächtliche Herumschleichen auf unserer Terrasse ärgert, wenn nicht diese Katzen kommen, werden andere Tiere von woanders herkommen. Es gibt viele freilaufende Katzen in der Gegend, und auch Marder sind keine Seltenheit – sie besetzen ebenfalls zeitweise leerstehende Flächen.
Also bleiben sanfte Methoden, ätherische Öle aus dem Horoskop und Alufolienstreifen, mit denen ich Stück für Stück meine Privatsphäre zurückerobere. Meine Frustration ist nicht spurlos verschwunden, aber heute weiß ich: Der Zaun hält die Katzen vielleicht nicht auf, aber gute Nachbarschaft und ein reines Gewissen sind mehr wert als eine makellose Terrasse.











