Manche Namen sind schon in ihrer nackten Form eine Herausforderung. Doch richtig kompliziert wird es erst, wenn eine Endung, ein Suffix oder ein Bindestrich ins Spiel kommt.
Im Ungarischen gibt es dafür klare Regeln – nur kennt sie kaum jemand auswendig. Wir haben acht historische Namen zusammengestellt, an denen selbst geübte Schreiberinnen und Schreiber gerne scheitern. Wie viele hättest du richtig geschrieben?
Babits + mit (mit dem Suffix -val/-vel)
Beispiel: Babits+val betraten sie gemeinsam das Kaffeehaus.
Richtig ist: Babitscsal.
Warum? Bei Familiennamen, die auf einen Konsonanten enden, wird beim Anhängen der Endung -val/-vel normalerweise der letzte Buchstabe verdoppelt. Endet der Name jedoch auf einen altmodisch geschriebenen Buchstaben, bleibt dieser laut den Regeln der ungarischen Rechtschreibung unverändert – und statt des v der Endung schreibt man die Lautform, die tatsächlich gesprochen wird.
Bajcsy-Zsilinszky Endre + das Suffix -s
Beispiel: Das ist ein wirklich Bajcsy-Zsilinszky Endre+s Gedanke.
Richtig ist: Bajcsy-Zsilinszky Endré-s.
Warum? Einteilige, zusammengesetzte oder mit Bindestrich verbundene Personennamen mit dem Adjektivsuffix -s schreibt man normalerweise klein und hängt das Suffix direkt an (etwa bajcsy-zsilinszkys). Besteht der Name aber aus zwei oder mehr Teilen, bleiben die ursprünglichen Großbuchstaben erhalten – und das Suffix wird mit Bindestrich an den letzten Teil des Namens angehängt.
Szent-Györgyi + das Suffix -féle
Beispiel: Für diese Entdeckung brauchte es ein Genie vom Szent-Györgyi+féle Format.
Richtig ist: Szent-Györgyi-féle.
Warum? Das suffixartige Anhängsel -féle wird mit Bindestrich an Personennamen angehängt – und damit auch an mehrteilige Namen, die ohnehin schon einen Bindestrich enthalten.
Wenn dich solche sprachlichen Feinheiten faszinieren, wirst du auch die häufigsten Rechtschreibfehler im Alltag spannend finden.
Vörösmarty + das Suffix -é (Besitz)
Beispiel: Man erkennt sofort, dass dieses Gedicht Vörösmarty+é ist.
Richtig ist: Vörösmartyé.
Warum? An ungarische Personennamen werden Endungen in der Regel genauso direkt, also ohne Bindestrich, angehängt wie an gewöhnliche Wörter.
Petőfi + Pluralzeichen -k
Beispiel: Es war die Zeit der feurigen Petőfi+k.
Richtig ist: Petőfik.
Warum? Das Pluralzeichen -k wird direkt an die meist unveränderte, groß geschriebene Form des Personennamens angehängt.
(Eine Kleinschreibung kann höchstens stilistische Gründe haben – etwa um Verachtung gegenüber der Person auszudrücken, die den Namen trägt.)
Zichy + „im Stil von" (-stílusú)
Beispiel: Dieses Bild im Zichy+stílusú ist sehr beliebt.
Richtig ist: Zichy-stílusú.
Warum? Adjektive, die aus einem Personennamen und einem Substantiv gebildet werden und dabei die Grundform des Namens behalten (meist mit den Suffixen -i, -beli, -s, -ú, -ű), gelten als zusammensetzungsartige Verbindungen. In solchen Fällen werden die Teile mit Bindestrich verbunden.
Julianus + barát + szobor (Mönch + Statue)
Richtig ist: Julianus barát szobor.
Warum? Wenn an eine getrennt geschriebene Fügung aus Personenname und Substantiv ein weiteres Substantiv hinzukommt, wird davor kein Bindestrich gesetzt.
Kiss + mit (Suffix -val/-vel)
Beispiel: Kovács traf bald ein, mit Kiss+vel an seiner Seite.
Richtig ist: Kiss-sel.
Warum? Endet ein Familienname auf einen verdoppelten Konsonantenbuchstaben, wird die passende Form der Endung -val/-vel mit Bindestrich angehängt, damit die Grundform des Namens klar erkennbar bleibt. Bei Vornamen schreibt man dagegen vereinfacht, zum Beispiel Bernadettel, Mariannal oder Marcellel.
Warum ist die Schreibweise dieser Namen so schwierig?
Weil historische Namen oft altmodische Buchstaben, mehrere Namensteile oder verdoppelte Konsonanten enthalten. Kommt dann noch eine Endung hinzu, greifen gleich mehrere Rechtschreibregeln auf einmal.
Wann verwendet man beim Anhängen einer Endung einen Bindestrich?
Ein Bindestrich wird nötig, wenn die Grundform des Namens sonst verloren ginge – etwa bei Namen, die auf einen verdoppelten Konsonanten enden, oder bei mehrteiligen Namen mit bestimmten Suffixen wie -s oder -féle.
Werden Endungen an ungarische Namen normalerweise direkt angehängt?
Ja. In den meisten Fällen werden Suffixe und Endungen genauso direkt an Personennamen angehängt wie an gewöhnliche Wörter – ganz ohne Bindestrich, etwa bei Vörösmartyé oder Petőfik.











