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Du bist, was du isst – Was deine Essgewohnheiten über dich verraten, erklärt die Psychologin

Elisabeth Müller4 Min. Lesezeit
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Du bist, was du isst – Was deine Essgewohnheiten über dich verraten, erklärt die Psychologin — Lebensstil
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Natürlich gibt es Ausnahmen, doch dieser Mechanismus zeigt, warum es so schwerfällt, alte Gewohnheiten zu ändern – besonders wenn es um unseren Lebensstil und unsere Ernährung geht. Der Schlüssel liegt darin, die eigenen Routinen bewusst zu erkennen, an denen wir festhalten, und sie mit Achtsamkeit (und wenn nötig mit professioneller Unterstützung) zu verändern. Das kann durchaus mit Ängsten verbunden sein, denen jeder je nach Temperament unterschiedlich begegnet. Hast du dich schon mal gefragt, was deine Essgewohnheiten über dich aussagen? Dr. David Hanscom hat das für dich erforscht und die häufigsten Merkmale zusammengetragen:

Du isst in zu starren Mustern

Jeder von uns hat eine Beziehung zum Essen, denn wer leben will, muss essen. Das Bedürfnis zu essen sitzt tief im Unterbewusstsein und ist sehr stark. Deshalb fällt es oft schwer, einer strengen Diät treu zu bleiben oder schlechte Gewohnheiten zu ändern. Es geht nicht nur darum, körperliche Bedürfnisse zu überwinden, sondern auch mental stellt das eine große Herausforderung dar.

In dir lebt ein Bild davon, wie du essen solltest – meist geprägt durch erlernte Muster. Wenn du dich daran hältst, fühlst du dich wohl. Weichst du davon ab, entsteht Unwohlsein, selbst wenn du versuchst, dich in die richtige Richtung zu verändern! Je strenger und höher deine eigenen Maßstäbe sind (oder je tiefer sie in deiner Kindheit verankert wurden), desto mehr Energie kostet es, sie bewusst zu hinterfragen.

In solchen Fällen lohnt es sich, auch andere Lebensbereiche zu prüfen: Gibt es noch Bereiche, in denen deine Persönlichkeit zu streng mit dir ist?

Das kann deine Arbeit, deine Erziehungsmethoden, das Ausschöpfen deiner Möglichkeiten oder die Bewertung deiner Erfolge betreffen. Unsere Eltern programmieren uns oft unbewusst mit dem Gefühl, „nicht gut genug“ zu sein – und das spiegelt sich auch in unserem Essverhalten wider.

Übertriebene Gesundheitsfixierung

Es sagt viel über dich aus, wenn du mit sehr strengen Überzeugungen isst und dich regelmäßig selbst negativ bewertest. Dadurch schwindet nicht nur die Freude am Essen, sondern auch die allgemeinen Glücksmomente im Leben treten in den Hintergrund. Wenn du zu sehr an bestimmten Ernährungsprinzipien festhältst und Schuldgefühle bekommst, wenn du sie brichst, zeigt sich diese Verzerrung oft auch im Privatleben.

Zum Beispiel, wenn du überwiegend gesund isst, aber jeden Ausrutscher – sei es ein Drink auf einer Party oder ein Fast-Food-Besuch – als Versagen ansiehst. Tatsächlich haben solche gelegentlichen Ausnahmen kaum Einfluss auf deine Gesundheit.

Das „Alles-oder-Nichts“-Prinzip taucht oft in Essgewohnheiten auf und zeigt sich dann auch im echten Leben.

Selbstkritik kennt kein Ende oder logisches Ziel – es ist wichtig, bewusst für Freude zu entscheiden und die Freiheit der Wahl zu genießen. Gesundheit ist eine wunderbare Wahl, und das Schönste daran: Wenn sich deine Essgewohnheiten verbessern, steigt auch dein Wohlbefinden und Selbstwertgefühl.

Wenn du jedoch merkst, dass strenge Regeln und Selbstkritik dein Essverhalten dominieren, verdient auch dein Privatleben besondere Aufmerksamkeit. Welche (von dir selbst gesetzten) Erwartungen erfüllst du eigentlich nicht?

Essen als Quelle der Freude

Es gibt nicht nur Beispiele, in denen sich Menschen jede Freude am Essen nehmen und ständig Diät halten oder sich selbst bestrafen, wenn sie ihre Prinzipien nicht einhalten. Ebenso häufig begegnet man Menschen, die Essen als eine bedeutende Quelle der Freude sehen.

Experten führen das oft auf Kindheitserfahrungen zurück: Viele Erwachsene haben als Kinder Essen als Belohnung bekommen. Eis gab es, wenn sie sich gut benahmen, und Leckereien wurden ihnen entzogen, wenn sie nicht den Erwartungen ihrer Eltern entsprachen.

Dieses Muster verschwindet nicht einfach im Erwachsenenalter, und Überessen geht oft mit Selbstbelohnung oder Selbsttröstung einher.

Bis zu einem gewissen Grad ist das völlig in Ordnung – zumal Schokolade zum Beispiel nachweislich die Ausschüttung von Glückshormonen fördert und so Körper und Geist guttut. Doch zu viel des Guten kann schaden. Wenn Essen deine einzige echte Freude wird, ist das auf Dauer weder körperlich noch seelisch tragbar.

Die Erkenntnis ist schon ein großer Schritt, und Bewusstheit setzt dem Ganzen die Krone auf. Wenn du Abstand zwischen dir und deinen Reaktionen (also dem Naschen) schaffen kannst, wird die Intensität mit der Zeit nachlassen.

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