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Hast du dich in letzter Zeit mal selbst gelobt oder blieb die Zeit wieder nur für andere?

Margarete Wolf3 Min. Lesezeit
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Hast du dich in letzter Zeit mal selbst gelobt oder blieb die Zeit wieder nur für andere? — Lebensstil

Es gibt diese Tage, an denen du dir morgens sagst: Du schaffst das, mach nur noch diese eine Sache, und dann kannst du dich ausruhen. Doch dann kommt immer noch eine Aufgabe, noch eine Nachricht, noch jemand, der dich braucht. Und ehe du dich versiehst, hast du den ganzen Tag durchgearbeitet, ohne dir selbst auch nur ein einziges gutes Wort zu gönnen. Es fühlt sich an, als wären immer alle anderen zuerst dran – und du kommst erst dran, wenn noch ein bisschen Zeit übrig bleibt. Aber die bleibt selten.

Manchmal erlaubst du dir nicht mal, für zwei Minuten zurückzulehnen und einfach nur zu sein. Weil da immer diese Stimme im Kopf ist, die flüstert: „Dafür ist später noch Zeit.“ Doch oft merken wir nicht, dass dieses „später“ schon zu spät sein kann. Dass wir, wenn wir eigentlich Ruhe bräuchten, einfach keine Kraft mehr haben. Und genau dann bräuchten wir die Liebe am meisten, die wir den ganzen Tag über anderen schenken.

Doch wenn du ehrlich zu dir bist, liegt genau in diesen alltäglichen Heldentaten deine größte Stärke. Dass du aufstehst, auch wenn du dich am liebsten unter der Decke verkriechen würdest. Dass du den Tag weiterträgst, selbst wenn du innerlich zerbrichst.

Es ist so leicht, die Freundlichkeit, die du anderen gibst, als selbstverständlich zu sehen – gerade wenn du sie selbst am meisten brauchst. Dabei ist das alles andere als selbstverständlich.

Wir neigen dazu, unsere eigene Leistung kleinzureden. Selbst wenn wir uns jeden Tag beweisen, dass wir es schaffen. Würde ein Freund dir dasselbe erzählen, würdest du ihm sicher sagen, wie stolz du auf seine Stärke bist, wie viel er schon gemeistert hat und dass es wirklich bewundernswert ist, wie er das alles schafft. Doch bei dir selbst winkst du eher ab: „Ja, ja… aber das reicht noch nicht.“ Als ob Lob nur anderen zusteht. Als ob du es erst verdienst, wenn du etwas „Großes“ geleistet hast. Aber mal ehrlich: Warum sollte nicht auch das, was du heute geschafft hast, genug sein?

Was wäre, wenn wir das ab jetzt ändern? Du musst keine großen Worte finden. Keine riesigen Ziele erreichen, um kurz innezuhalten. Ein einziger Gedanke, den du dir selbst schenkst, reicht. Sag dir: „Gute Arbeit. Heute hast du wirklich alles gegeben.“ Und wenn du müde, überfordert oder erschöpft bist, dann erst recht: „Du hast es heute geschafft. Das allein ist genug.“

Und weißt du, was das Schönste ist? Du musst nicht immer stark sein, um stolz auf dich zu sein.

Manchmal ist der größte Mut, zuzugeben, dass du müde bist. Hilfe zu bitten. Anzuhalten und nicht weiterzurennen, nur weil es „muss“.

Die Freundlichkeit, die du anderen ohne zu zögern schenkst, hast du auch selbst verdient.

Ich weiß, sich selbst zu lieben fällt manchmal schwerer als jeden anderen. Es ist leichter, andere zu feiern, als anzuerkennen, dass auch wir selbst gefeiert werden sollten. Aber denk daran: Die Kraft, jeden Morgen neu zu starten, die Empathie, die du anderen gibst, und der Mut, weiterzugehen, auch wenn du am liebsten stehenbleiben würdest – all das steckt in dir.

Du musst nicht perfekt sein, um dich selbst zu loben. Es reicht, präsent zu sein. Es reicht, es zu versuchen. Es reicht, weiterzugehen. Also frag dich noch einmal: Hast du dich in letzter Zeit mal gelobt oder blieb die Zeit wieder nur für andere? Wenn Letzteres zutrifft, dann sei heute der Tag, an dem du dir selbst ein bisschen Liebe schenkst. Denn glaub mir, du hast es dir mehr als verdient.

Über die Autorin

Margarete Wolf

Margarete Wolf schreibt über Beziehungen, Familie und die stille emotionale Wetterlage, die beides prägt. Sie interessiert sich für das, was andere auslassen — die Schwiegereltern, den Hund, die Freundschaft, die in den Dreißigern komisch wurde — und nimmt es genauso ernst wie die großen Themen.

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