Hast du dich schon mal gefragt, wie viel Zeit, Energie und Begeisterung in etwas fließt, das immer wieder auf der Stelle tritt? Ich schon, besonders bei Elternbeiratssitzungen.
Du fragst dich sicher zu Recht, warum ich trotzdem Mitglied bin, wenn ich das Ganze so überflüssig finde. Schließlich muss ich keine zusätzlichen Aufgaben kostenlos übernehmen, muss nicht nach einem langen Tag abends in einen Klassenraum hetzen, mitschreiben, organisieren und immer wieder dieselben Runden drehen. Auf dem Papier ist das alles freiwillig – doch die Antwort ist etwas komplexer.
Als meine Tochter in die erste Klasse kam, rief mich die Klassenlehrerin persönlich an. Sie sagte, sie würde gern mich als Elternvertreterin im Elternbeirat sehen, weil sie noch wenige Eltern kennt und jemanden braucht, auf den sie zählen kann. Als Kind von Lehrern war die Einladung fast vorprogrammiert – also half alles nichts, ich konnte mich nicht wie früher im Geschichtsunterricht unter der Bank verstecken. Und gerade wenn dein Kind gerade erst ins Schulsystem eintritt, fällt es besonders schwer, demjenigen, der vier Jahre lang unterrichten wird, eine Absage zu erteilen.
Doch ich habe nicht nur deshalb zugesagt: Ich habe immer an Gemeinschaftsverantwortung geglaubt, daran, dass wir als Eltern nicht nur Zuschauer in dem Umfeld sind, in dem unsere Kinder den Großteil ihres Tages verbringen. Ich dachte, man kann sinnvoll und zukunftsorientiert arbeiten, echte Lösungen finden, die nicht nur gut klingen, sondern Familien und Kindern wirklich helfen.

Ideen gab es jedenfalls genug
Fördermöglichkeiten, Parkplatzchaos, morgendlicher und nachmittäglicher Verkehr, gefährliche Situationen, Zustand der Grünflächen, kleinere Verbesserungen, sinnvolle Programme, die nicht nur als abgehakte Termine gelten, sondern echten Mehrwert schaffen könnten… Vernünftige Vorschläge, bei denen du denkst, „Das könnte den Alltag wirklich verbessern.“
Doch immer wieder stießen wir auf Mauern. Genehmigungen fehlen, es liegt nicht in unserer Zuständigkeit, wir haben schon gefragt, aber es wurde nicht genehmigt, der Verantwortliche geht nächstes Jahr in Rente und kümmert sich nicht mehr darum, die Regelungen sind kompliziert, es hängt vom Träger ab und so weiter. Selbst eine einfache Änderung (!) erfordert oft so lange Abstimmungen und so viele Kontakte, dass ich merkte:
Mit der Zeit stöhnt jeder nur noch müde auf, wenn eine neue Idee kommt.
Und wenn wir endlich zur Umsetzung kommen, zeigt sich meist, dass kein Geld, keine Kapazitäten oder einfach kein Spielraum da sind. Es ist besser, alles bleibt beim Alten.
Obwohl die Schule nicht klein ist, sehen wir ständig, dass die verfügbaren Mittel (die der Elternbeirat größtenteils selbst durch Spenden und Veranstaltungen generiert) vor allem nicht in Entwicklung oder zukunftsweisende Programme fließen, sondern grundlegende Mängel ausgleichen. Renovierungen, Instandhaltung, Dinge, die nicht von der kreativen Mittelbeschaffung der Eltern abhängen sollten.

Ich habe verstanden, dass es nicht unbedingt an den Eltern liegt
Natürlich habe ich in meiner kurzen Zeit im Elternbeirat erlebt, dass ich manchmal Verantwortung oder sogar Kosten für andere Eltern übernehmen musste, damit das System nicht zusammenbricht. Aber das ist nicht die Regel. Es liegt nicht an den Menschen, nicht am Willen und auch nicht an fehlenden Ideen. Der Wille ist da, aber die Struktur fehlt, und oft blockieren diejenigen Veränderungen, die das Problem gar nicht richtig sehen. Wie auf höherer Ebene liegt das Problem hier auch in den Rahmenbedingungen, die jede gute Initiative ausbremsen oder gar verhindern.
Und doch fällt es schwer zu sagen, dass es völlig überflüssig ist
Denn es gibt kleine Fortschritte. Eine gut organisierte Veranstaltung, die der Schule mehrere tausend Euro einbringt, ein gewonnener Antrag, durch den endlich eine beschlossene Verbesserung umgesetzt werden kann. Erfolge sind oft unscheinbar und für Eltern nicht immer sichtbar, beeinflussen aber den Alltag von Hunderten Kindern.
Dennoch sind an diesen regnerischen, dunklen Herbst- und Winterabenden manchmal wäre es besser, einfach eine Teilnahmegebühr zu zahlen, als immer wieder dieselben Runden zu hören und gegen dieselben Mauern zu laufen, von denen wir wissen, dass sie lange nicht weichen werden. Das Schwierigste ist das Gefühl der Ohnmacht: Auch wenn wir sehen, dass Veränderungen den Kindern zugutekämen, reichen gute Ideen ohne Genehmigung oft nicht aus.











