Bei vielen Frauen bedeutet die Menstruation auch häufigeren Stuhlgang. Obwohl wir die vermehrten Toilettengänge still ertragen, verstehen wir oft nicht, warum wir gerade an diesen schmerzhaften Tagen so viel Zeit auf dem WC verbringen.
Häufigerer Stuhlgang während des Zyklus (auch als periodischer Stuhlgang bekannt) ist ein weit verbreitetes Phänomen bei Frauen. Einer Studie zufolge erleben 73 % der Frauen während ihrer Periode Verdauungsprobleme, die von vermehrtem Stuhlgang bis hin zu Durchfall reichen können.
Warum sitzen wir während der Menstruation öfter auf der Toilette?
Vor Beginn der Periode entspannen Prostaglandine – hormonell wirksame Lipidmoleküle – die glatte Muskulatur der Gebärmutter und erleichtern so das Ablösen der Gebärmutterschleimhaut. Diese Prostaglandine können vermehrten Stuhlgang und oft auch starken Durchfall auslösen.
Frauen mit Reizdarmsyndrom haben es besonders schwer, denn IBS kann die Neigung zu vermehrtem Stuhlgang während der Menstruation verstärken.
Eine Studie aus dem Jahr 2021 zeigte, dass über 50 % der IBS-Betroffenen zu Beginn ihrer Periode vermehrte Darmbewegungen und Blähungen erleben. Diese Symptome erreichen meist in der Mitte der Menstruation ihren Höhepunkt.

Der andere verantwortliche Hormonspieler: Progesteron
Viele Frauen erleben vor der Periode Verstopfung – auch das hat eine hormonelle Erklärung. Nach dem Eisprung dominiert das Progesteron, das die Gebärmutterschleimhaut auf eine mögliche Schwangerschaft vorbereitet. Es verdickt die Schleimhaut und verlangsamt die Bewegung der glatten Muskulatur, die nicht nur in der Gebärmutter, sondern auch im Dickdarm zu finden ist. Diese verlangsamte Darmbewegung führt zu Verstopfung sowie zu Blähungen und Völlegefühl.
Die Verstopfung während der Menstruation kann auch anatomische Gründe haben. Wenn wir genauer darüber nachdenken, ist es logisch, warum wir während der Periode unangenehme Symptome spüren. Normalerweise behindert die Gebärmutter die Darmbewegung nicht, doch gegen Ende des Zyklus nimmt die Durchblutung zu und die Gebärmutter vergrößert sich meist. Dadurch kann sie den benachbarten Dickdarm beeinträchtigen, etwa indem sie ihn verengt, was zu Verstopfung und Stuhldrang führt.
Wie können wir die „Menstruationsklo“-Probleme lindern?
Wenn du während deiner Periode bisher mit Verstopfung oder vermehrtem Stuhlgang zu kämpfen hattest, wird sich daran wahrscheinlich nichts ändern. Das ist ein völlig natürlicher Prozess im Körper. Mit kleinen Tricks und etwas Aufmerksamkeit kannst du die unangenehmen Symptome aber mildern.
Gegen Verdauungsprobleme hilft eine klare, gesunde Ernährung mit ausreichend Obst, Gemüse und Ballaststoffen. So unterstützt du deine Darmgesundheit optimal. Bei starkem Durchfall ist es wichtig, viel zu trinken und abführende Lebensmittel und Getränke zu meiden – Kaffee kann in dieser Zeit den Darm zusätzlich reizen.
Neben krampflösenden Kräutertees können auch Medikamente helfen: Ibuprofen, vor der Periode eingenommen, kann die Freisetzung von Prostaglandinen hemmen und so vermehrten Stuhlgang reduzieren.
Medikamente sollten natürlich immer verantwortungsbewusst und nach Packungsbeilage verwendet werden. Wenn deine Symptome sich verschlimmern oder ungewöhnliche Probleme während der Periode auftreten, suche unbedingt deinen Arzt auf.
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