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Nahrungsmittelunverträglichkeit kann Auslöser für mehrere Krankheiten sein - Wir haben eine Diätologin befragt

Nyul Debóra4 Min. Lesezeit
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Nahrungsmittelunverträglichkeit kann Auslöser für mehrere Krankheiten sein - Wir haben eine Diätologin befragt — Lebensstil
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Nahrungsmittelunverträglichkeiten müssen jedoch schon allein wegen unseres Wohlbefindens ernst genommen werden, und wir sollten die Möglichkeit in Betracht ziehen, dass auch wir betroffen sein könnten. Warum das so ist und was wir sonst noch über Nahrungsmittelunverträglichkeiten wissen sollten? Dóra Varga, Diätologin, diplomierte Ernährungswissenschaftlerin, gibt Auskunft.

Was verstehen wir unter Nahrungsmittelunverträglichkeit?

Einigen Untersuchungen zufolge sind fast 20 % der Erwachsenen von irgendeiner Form der Nahrungsmittelunverträglichkeit betroffen. Dabei löst ein in normaler Menge verzehrtes Lebensmittel oder eine Lebensmittelkomponente unangenehme Symptome aus, die eine nicht-immunologische Reaktion darstellen. Die Ursache kann das Lebensmittel selbst oder eine vom Normalen abweichende Reaktion des Körpers sein.

Worin unterscheidet sie sich von einer Nahrungsmittelallergie?

Im allgemeinen Sprachgebrauch werden die beiden Begriffe oft vermischt, aber medizinisch betrachtet handelt es sich um zwei unterschiedliche Ursachen.

Medizinisch betrachtet sprechen wir von einer unerwünschten Reaktion auf ein Lebensmittel, wenn beim Verzehr oder während der Verdauung unerwartete, unangenehme Symptome auftreten. Dieser Sammelbegriff (unerwünschte Reaktion) umfasst sowohl Nahrungsmittelallergien (einschließlich orales Allergiesyndrom) als auch Nahrungsmittelunverträglichkeiten/Pseudoallergien.

Während Nahrungsmittelunverträglichkeiten meist nicht immunologische Reaktionen sind, deren Ursachen teilweise noch unbekannt sind, liegen bei Allergien krankhafte Immunreaktionen zugrunde.

Folgende Aspekte sind bei der Unterscheidung von Nahrungsmittelallergie und -unverträglichkeit zu beachten:

  • Allergien zeigen meist sofortige Reaktionen (innerhalb von 1-2 Stunden) nach dem Verzehr, während Unverträglichkeiten oft erst später Symptome verursachen (manchmal Tage nach dem Verzehr).
  • Die Häufigkeit von Allergien ist gering (bei Erwachsenen 2-4 %, bei Kindern 5-6 %), die von Unverträglichkeiten höher, etwa 10-20 %, vor allem im Erwachsenenalter.
  • Bei Allergien treten meist einzelne Hauptsymptome auf, z. B. Hautrötung, Niesen, Heuschnupfen, Atembeschwerden, Asthma oder sogar anaphylaktischer Schock; bei Unverträglichkeiten berichten Betroffene meist über mehrere Symptome gleichzeitig, wie Kopfschmerzen, Verdauungsbeschwerden oder Hautprobleme.
  • Allergische Reaktionen können lebensbedrohlich sein, Unverträglichkeiten hingegen sind in der Regel nicht lebensgefährlich.
  • Allergien können lebenslang bestehen (obwohl Allergien, die im Kindesalter entstehen, manchmal auswachsen), Unverträglichkeiten sind meist reversibel oder zumindest teilweise tolerierbar.
  • Für die Diagnostik von Allergien und Unverträglichkeiten werden unterschiedliche Untersuchungsmethoden angewandt.

Welche Lebensmittel verursachen am häufigsten Unverträglichkeiten?

Am häufigsten trifft man auf Laktoseintoleranz (Milchzuckerunverträglichkeit), Histaminintoleranz und Fruktoseintoleranz.

Interessanterweise wird eine dritte Gruppe, die Glutenunverträglichkeit, die eine Autoimmunerkrankung ist, im allgemeinen Sprachgebrauch oft dazugezählt, obwohl es sich medizinisch nicht um eine Nahrungsmittelunverträglichkeit oder Allergie handelt, sondern um eine Autoimmunerkrankung.

Medizinisch lassen sich Nahrungsmittelunverträglichkeiten in 4 Gruppen einteilen:

Die erste Gruppe umfasst Enzymdefekte bzw. Resorptionsstörungen, wie z. B. Laktose- und Fruktoseintoleranz.

Zur zweiten Gruppe gehören Lebensmittel mit hohem Biogenamin- oder Histamingehalt (Tomaten, Erdbeeren, Schokolade etc.), die Symptome hervorrufen können, die einer Allergie ähneln. Die häufigsten klinischen Symptome sind bei Histaminintoleranz zu beobachten.

Pseudoallergien (Scheinallergien) können allergieähnliche Symptome auslösen, meist verursacht durch Toxine in Lebensmitteln (z. B. Aflatoxin, Scombrotoxin), Schwermetalle und Pflanzenschutzmittel.

Die letzte Gruppe umfasst schwer einzuordnende Erkrankungen, die in gewissem Zusammenhang mit Lebensmitteln stehen, wie Reflux oder durch bestimmte Lebensmittel ausgelöste Hautrötungen.

Die häufigsten Anzeichen einer Nahrungsmittelunverträglichkeit

An welchen Symptomen erkennt man sie?

Es gibt keine ausschließlich für Nahrungsmittelunverträglichkeiten typischen Symptome, deshalb sollte niemand versuchen, sich selbst zu diagnostizieren. Warnzeichen können sein:

  • Blähungen, Gasbildung, Durchfall nach Verzehr von Milch und Milchprodukten oder Obst und Süßigkeiten.
  • Rötungen, die durch bestimmte Lebensmittel verursacht werden – typischerweise Wein, Sekt.
  • Häufige Kopfschmerzen, Migräne, für die keine medizinische Erklärung gefunden wird.
  • Hautprobleme, z. B. Ausschläge.

Welche gesundheitlichen Risiken bestehen, wenn eine Nahrungsmittelunverträglichkeit nicht erkannt wird?

In den meisten Fällen verursacht sie "nur" unangenehme Beschwerden. Zum Beispiel muss man unerwartet schnell zur Toilette, die Kleidung sitzt wegen Blähungen nicht richtig, oder man hat unangenehme Gasbildung.

Trotzdem ist es ratsam, schon in der Anfangsphase der Symptome der Ursache nachzugehen und sich nicht erst bei jahrelang bestehenden, zunehmend schlimmeren Beschwerden damit zu beschäftigen. Je früher die Ursache gefunden wird, desto schneller und einfacher lässt sich das Problem beheben.

An wen kann man sich mit Beschwerden wenden?

Der erste Schritt ist immer, die Ursache der Symptome zu ermitteln. Es ist notwendig, einen Facharzt mit entsprechender Erfahrung aufzusuchen. Bei Verdauungsbeschwerden empfiehlt sich ein Gastroenterologe mit allergologischem Schwerpunkt, bei Hautproblemen ein Dermatologe mit allergologischem Schwerpunkt. Nach der Diagnose kann eine Diätologin helfen, eine optimale Ernährung zusammenzustellen, die Auswahl der Zutaten zu besprechen sowie beim Einkaufen und Kochen zu beraten.

Hilft bei Nahrungsmittelunverträglichkeit nur eine lebenslange, strenge Diät oder gibt es auch andere Lösungen?

In den meisten Fällen ist zu Beginn eine strengere Diät von 4-8 Wochen notwendig bei Nahrungsmittelunverträglichkeit, danach können die problematischen Lebensmittel schrittweise wieder eingeführt werden, und es entwickelt sich eine individuelle Toleranz, bei der die Menge der problematischen Lebensmittel in den Alltag integriert werden kann.

Zusätzlich können bei bestimmten Unverträglichkeiten fehlende Enzyme durch Präparate ersetzt werden, z. B. Laktase-Tabletten/Tropfen bei Laktoseintoleranz oder Präparate mit histaminabbauenden Enzymen bei Histaminintoleranz. Solche Hilfen sind inzwischen auch bei Fruktoseintoleranz erhältlich.

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