Jeden Januar treffen sich meine Freundinnen und ich zu einem gemeinsamen Vision Board-Workshop, bei dem wir unsere Pläne und Wünsche für das kommende Jahr festhalten. Ich wusste schon immer, dass das gemeinsame Vision Board nicht nur unsere Ziele visualisiert, sondern auch unsere Freundschaft stärkt. Kunsttherapeutinnen sehen darin jedoch noch mehr: Es kann eine therapeutische Übung sein, die durch Visualisierung wirkt.
Was ist eigentlich ein Vision Board?
Oft denken wir bei einem Vision Board an eine Collage aus inspirierenden Bildern und Worten, die uns motiviert, unsere Ziele zu erreichen. Aus Sicht der Kunsttherapie ist es jedoch viel mehr: eine visuelle Geschichte, die deine inneren Gefühle mit deinem Handeln in der Welt verbindet. Es zeigt nicht nur, was du erreichen willst, sondern auch, wie du dich fühlen und leben möchtest, während du deine Ziele verfolgst.
Das bedeutet: Ein Vision Board ist nicht nur eine „Traumcollage“, sondern eine von dir selbst gestaltete Erzählung darüber, wer du jetzt bist und wer du 2026 sein möchtest.

Wie gestaltest du dein Vision Board?
Starte mit der Frage: „Welche Geschichte möchte ich erzählen?“
Bevor du irgendetwas ausschneidest oder auswählst, empfiehlt die Kunsttherapeutin, mit einer inneren Frage zu beginnen: „Welche Geschichte möchte ich bewusst über meine Zukunft erzählen?“ Es geht nicht darum, Ziele aufzuzählen, sondern darum, wie du dich fühlen möchtest, welche Werte dich leiten und welche innere Veränderung du erleben willst.
Diese Frage hilft dir, dass dein Vision Board nicht nur Wünsche zeigt, sondern auch emotionale Wurzeln trägt – zum Beispiel Sicherheit, Kreativität, Verbundenheit oder Frieden.
Wähle Bilder und Worte, die mit dir schwingen
Jetzt kommt der kreative Teil: Sammle Bilder und Worte. Das können Fotos aus Zeitschriften, online gefundene Bilder, eigene Zeichnungen, Zitate oder kreative Begriffe sein. Wichtig ist, dass du nicht nur hübsche Bilder auswählst, sondern solche, die mit dir resonieren, die eine emotionale Verbindung schaffen oder Zustände zeigen, die du in dein Leben holen möchtest.
Das kann ein Bild sein, das Ruhe oder kreative Energie symbolisiert, ein Wort, das Verbundenheit ausdrückt, oder Bilder, die Unterstützung und Handlung darstellen – etwa Gemeinschaft, Erholung oder neue Fähigkeiten.

Platziere die Elemente bewusst!
Wenn du dein Board zusammenstellst, klebe die Bilder nicht einfach wahllos auf. Überlege, wie sie miteinander in Beziehung stehen. Wie hängen sie zusammen? Welche Gefühle wecken sie, wenn du sie gemeinsam siehst? Welche Geschichte erzählen sie nebeneinander? Dieser Prozess ist eine kreative Erzählung, bei der jedes Element darauf abzielt, deine innere Welt und dein äußeres Handeln in Einklang zu bringen.
Dieser Ansatz unterscheidet sich von klassischen Zielsetzungen – hier schaust du nicht nur auf das Ziel, sondern darauf, wie es zu deiner emotionalen Welt und deinem Leben passt.
Beziehe die Umsetzung in deinen Plan mit ein!
Ein kunsttherapeutisches Vision Board ist nicht nur eine Sammlung inspirierender Bilder: Es kann konkrete Schritte enthalten, die dir helfen, deine Träume und Gefühle zu verankern. Das können kleine Aktionen sein, wie tägliche Meditation, neue Gewohnheiten, der Beitritt zu Gemeinschaften oder kreative Übungen.
Diese Verbindung – die bildliche Darstellung deiner inneren Welt und die Verknüpfung mit deinem Alltag – macht dein Vision Board zu einem aktiven, lebendigen Begleiter auf deinem Weg, weit über eine schöne Dekoration hinaus.
Mach das Gestalten zum Ritual!
Die Kunsttherapeutin betont, dass ein Vision Board kein einmaliges Projekt ist: Es kann ein Ritual sein, das den Jahresbeginn prägt und deine mentale und emotionale Entwicklung in den kommenden Monaten unterstützt. Platziere es an einem Ort, den du oft siehst, und schau immer wieder darauf – reflektiere, wie du dich jetzt fühlst, was sich verändert hat und welche neuen Elemente du hinzufügen möchtest.
Diese reflektierende Verbindung – zwischen dir und deinem Board – hilft dir, nicht nur von deinen Zielen für 2026 zu träumen, sondern dich ihnen tiefer, bewusster und integrierter zu nähern.











