Wenn es früher dunkel wird, stellt dein Körper auf Wintermodus um. Du wirst früher müde, dein Tagesrhythmus verlangsamt sich, und es ist völlig normal, wenn du etwas gereizter oder müder bist. Jetzt lohnt es sich auch, auf den Zeitpunkt deines letzten Essens zu achten, denn das sendet wichtige Signale an deinen Körper. Wenn du denkst, dass jetzt keine weiteren Veränderungen mehr reinpassen, ist das auch okay – aber wenn seit Wochen etwas nicht stimmt, kann eine kleine Anpassung der Abendessenszeit deinen Abend deutlich angenehmer machen.
Warum lohnt es sich, im Winter die Abendessenszeit neu zu überdenken?
Experten sagen, der Schlüssel liegt in deinem zirkadianen Rhythmus – deiner inneren Uhr, die steuert, wann du wach bist, wann du müde wirst und wie dein Körper tagsüber funktioniert. „Der zirkadiane Rhythmus bestimmt, wann wir Melatonin produzieren, was den Schlaf stark beeinflusst“, erklärt Dr. Christopher Winter, Neurologe und Schlafexperte. Im Winter beginnt die Melatoninproduktion deutlich früher, weil es früher dunkel wird – deshalb hast du oft schon um 19 Uhr das Gefühl, schlafen zu können.
Ashkan Farhadi, Gastroenterologe, fasst es so zusammen: „Es gibt keine konkrete Studie, die vorschreibt, wann man im Winter essen sollte, aber viele indirekte Hinweise zeigen, dass ein früheres Abendessen besser mit den natürlichen Signalen des Körpers harmoniert.“ Er weist auch darauf hin, dass Melatonin die Darmtätigkeit verlangsamt: „Der Magen-Darm-Trakt bekommt das Signal, dass Abend ist und es Zeit ist, in den Ruhemodus zu wechseln.“ Deshalb verursacht ein spätes, üppiges Abendessen bei vielen Menschen Sodbrennen, Blähungen oder Unwohlsein.
Wenn du früher ins Bett gehst, aber dein Abendessen zur gewohnten Zeit bleibt, kann das deine innere Uhr durcheinanderbringen. „Die Essenszeit ist einer der wichtigsten Zeitgeber für den Körper. Wenn du spät isst, aber früher schlafen gehst, ist das für deinen Körper ziemlich verwirrend“, erklärt Dr. Winter.

Wann du in den Wintermonaten am besten zu Abend isst
Es ist schwer, einen einzigen idealen Zeitpunkt zu nennen, aber Studien zeigen, dass ein frühes Abendessen die beste Wahl ist. Eine Untersuchung ergab, dass Menschen, die um 21 Uhr aßen, deutlich hungriger blieben als diejenigen, die gegen 17 Uhr zu Abend aßen – einfach, weil ihr Körper auf spätes Essen weniger stabil reagierte.
Shabnam Sarker, Gastroenterologin, sagt, dass ein früheres Abendessen besser mit unserem natürlichen Biorhythmus harmoniert und die Stoffwechselgesundheit verbessern kann. Blutzucker und Verdauung sind dann stabiler, und es hilft besonders denen, die zu nächtlichem Sodbrennen oder schlechtem Schlaf neigen.
Experten sind sich einig: Es ist sinnvoll, das Abendessen drei bis vier Stunden vor dem Schlafengehen zu planen. „Ein spätes, schweres Abendessen ist die schlechteste Kombination für guten Schlaf“, betont Dr. Winter. Wenn du zum Beispiel um 21 Uhr im Bett bist, ist ein Abendessen zwischen 17 und 18 Uhr ideal.
Fällt es dir im Winter schwer, deinen Rhythmus zu finden, bist du müder oder drehst dich nachts viel um, brauchst du vielleicht keine große Lebensumstellung, sondern nur diese kleine Veränderung: Bring dein Abendessen etwas früher. Das kann überraschend viel bewirken – du schläfst leichter ein, ruhst besser und dein Abend fühlt sich insgesamt harmonischer an.











